Testbericht

Mit dem Smart Home zu mehr Sicherheit: Das Homematic-Set im Test

Homematic IP Sicherheit Smart Home
geschrieben von Tobias Gillen

Nicht nur mit Komfort, sondern auch mit Sicherheit wird im Smart-Home-Bereich geworben. Nachdem wir jüngst die Komplettsysteme von Honeywell, Devolo und Telekoms Qivicon getestet haben, ist nun das Sicherheitsset von Homematic IP (eQ-3) dran. Am Ende wartet zudem noch ein Gewinnspiel auf euch.

Komfort, Effizienz und Sicherheit, das sind die Triebfedern im Smart-Home-Marketing. Komfort, weil ich viele Dinge auf einmal und von überall aus steuern kann. Effizienz, weil clevere Heizungssysteme dafür sorgen, dass ich weniger verbrauche und Sicherheit, weil ich verschiedene Sensoren an Alarmszenarien koppeln kann – die klassische Alarmanlage 2.0 halt.

Das Homematic IP Starter Set Sicherheit* von eQ-3, die übrigens auch für Qivicon von der Telekom gebrandete Geräte zur Verfügung stellen, für 119,- Euro besteht aus einem kleinen Set an Sensoren. Darunter die Basisstation*, ein Tür- und Fensterkontakt* sowie ein Bewegungsmelder*. Dazu sollte man dann noch jene Geräte kaufen, die man für einen Alarm als sinnvoll erachtet, etwa eine schaltbare Steckdose*, die Lampen anschaltet oder kompatible Sirenen / akustische Warnsysteme.

Die Einrichtung: Ein Kinderspiel

Bevor wir uns aber mit den Details und der Sicherheit in den eigenen vier Wänden beschäftigen, sollten wir uns die Einrichtung anschauen. Die ist, im Vergleich zu Telekom, Devolo oder Honeywell ein Witz – viel einfacher geht es wirklich nicht mehr. Die Basisstation muss per LAN-Kabel an den Router angeschlossen werden und anschließend mit der Homematic IP-App auf dem Smartphone gekoppelt werden. Das funktioniert entweder per QR-Code, der jedem Homematic-Produkt beiliegt, oder per Codeeingabe (ebenfalls dabei).

Bei Homematic IP benötigt der Nutzer kein Konto, muss sich also nirgendwo anmelden. Das ist der Vorteil. Der Nachteil daran ist, dass ich mich nicht im Urlaub mal eben so auf irgendeinem Gerät anmelden und meine Systeme checken kann – es muss dann eben genau dieses sein (oder ich sorge vor und kopple alle Gerätschaften mit der Basisstation). Ähnlich verhält es sich mit dem Anlernen (Koppeln) der einzelnen Sensoren und der Steckdose. QR-Code einscannen, fertig.

Die Sicherheitsszenarien: Wenig intuitiv

Nun kann ich in der App den Schutz aktivieren – entweder den Vollschutz (innen und außen) oder den Hüllschutz (nur außen). Letzterer ist dafür gedacht, dass ich auch nachts geschützt sein soll, wenn ich zuhause bin. Die App ist dabei wenig intuitiv, das haben Devolo und Telekom beide besser hinbekommen (wenn auch da nicht perfekt). Neben dem Alarmprotokoll kann ich die Alarmkonfiguration vornehmen, in der ich aber nur die Zeiten (Scharfschaltverzögerung und Dauer der Sirene) einstellen kann.

Die einzelnen Geräte bekommen erst ihren Sinn im Punkt „Licht-Gruppen“. Dort kann ich wählen zwischen Alarm-Licht (also: Sensor löst aus, Licht geht an), Panik-Licht (also: Ich haue auf einen Schalter und im Haus geht die Party ab) und Coming-Home-Licht (also: Ich komme heim und will nicht in der dunklen Einfahrt zur Haustür wanken). Hier schalte ich also die Schaltsteckdose zu den Alarm-Lichtern und stecke meine Stehlampe im Wohnzimmer ein.

Vollschutz aktiviert: Läuft

Die Sensoren sind automatisch (zumindest finde ich keine Einstellung dafür) auf ihren Zweck programmiert. Nun muss ich also nur noch den Schutz auswählen (in dem Fall nur Vollschutz, weil ich für außen keine Sensoren zum Test habe) und aktivieren. Der Bewegungsmelder ist auf das Wohnzimmer ausgerichtet, der Türkontakt hängt an der Haustür. Öffne ich nun die Tür oder der Bewegungsmelder nimmt Bewegung im Sichtfeld wahr, geht das Licht an.

Der Bewegungsmelder wirft mir ständig Fehlermeldungen, dass er nicht korrekt aktiviert sei. Woran das liegt? Ich weiß es nicht. Und weder die App helfen mir bei der Lösung, noch etliche Neueinrichtungen und -Aktivierungen. Fakt ist aber: Er funktioniert. Ob es sich hierbei also um einen Bug in der App handelt, lässt sich nicht abschließend klären – nervt aber ungemein.

Stichwort Komfort: Alarm-Licht lässt sich auch zweckentfremden

Wo wir ja oben schon die Eckpfeiler des Smart-Home-Marketing geklärt haben, können wir auch den Punkt Komfort noch einmal hervorkramen, denn das oben beschriebene Szenario eignet sich hervorragend für Menschen, die gerne von der Wohnung begrüßt werden möchten – zum Beispiel eben mit Licht. Komme ich abends heim, geht das Licht im Wohnzimmer/Flur/Küche automatisch an. Das nenne ich komfortabel.

Schlecht dabei wäre übrigens, wenn ihr noch eine Sirene angeschlossen habt – das könnte zu unangenehmen Überraschungseffekten führen…

Fazit: Homematic IP schafft Sicherheit – mit Schwächen

Das Fazit fällt bei der Homematic IP-Lösung ziemlich deutlich aus: Es ist 1A geeignet für technisch weniger affine Nutzer, die schnell ein funktionierendes System ans Laufen bringen wollen. Während ich an dem Telekom-Test einen ganzen Nachmittag saß (wobei das Testpaket auch größer war), habe ich für die Einrichtung des Homematic IP-Sets keine 15 Minuten gebraucht (allerdings anschließend viel Zeit mit dem angeblich nicht korrekt aktivierten Bewegungsmelder verdaddelt).

Das System funktioniert überdies wie gewollt, ist preislich im Rahmen der Konkurrenz und sollte trotzdem deutlich überarbeitet werden – zumindest softwareseitig. Die App ist nicht sehr intuitiv, hat einige Bugs und das Problem mit dem Bewegungsmelder stört massiv. Ansonsten läuft alles prima!

(Eine abschließende Bemerkung sei mir noch erlaubt, die nicht direkt etwas mit dem Homematic IP-System zu tun hat: Wir haben nun in kurzer Zeit vier verschiedene Systeme getestet – und keines war mit dem anderen kompatibel. Ich verstehe, dass die Anbieter darauf pochen, ihre eigenen Standards durchzusetzen, um die Konkurrenz auszustechen, ich verstehe auch Initiativen wie Qivicon, die zwar vieles gut machen, im Endeffekt aber auch nur alle Nicht-Teilnehmer ausstechen. Aber: Das ist nicht das, was der Kunde will und darum wird es scheitern. Einigt euch, schafft einen gemeinsamen Standard, lasst euren Kram nicht an den Kunden aus. Denn der ist der Leidtragende, wenn er am Ende 15 Basisstationen an seinem Router angeschlossen hat.)

Gewinnspiel: 5×1 Ticket zum größten Anwendertreffen für Smart-Home-Fans

eQ-3, der Hersteller der Homematic IP-Lösung hat uns nicht nur das Testpaket zur Verfügung gestellt, sondern lädt auch euch ein, am europaweit größten Smart-Home-Anwendertreffen am 21. / 22. Mai in Kassel teilzunehmen. Dazu verlost Homematic 5 x je eine Tageskarte im Gesamtwert von ca. 250 Euro. Wer teilnehmen möchte, muss nur diesen Beitrag kommentieren (Achtung: Richtige E-Mail-Adresse angeben!) und sich unseren Newsletter sichern. Das Gewinnspiel läuft bis Dienstag, 10. Mai 2016, 12 Uhr. Anschließend werden wir losen und die fünf Gewinner benachrichtigen.

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Letztes Update: 8.12.2016 um 00:17 Uhr. Bilder: Anbieter/Amazon. Es gelten die Angaben auf Amazon.

Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

7 Kommentare

  • Ich bin seit kurzer Zeit Nutzer von HomeMatic und finde es genial, wie viele Möglichkeiten das System bietet. Es gibt eigentlich nichts, was man nicht auch realisieren könnte!

  • Janz ehrlich? Ich schreib den kommi nur für das Gewinnspiel. Aber mein Vater würde da mit Sicherheit gerne hin, denn was da alles von Homatic rumläuft Zuhause, ist ein bisschen…. Viel 😉
    (Muttern verzweifelt schon oft daran, auf der Terasse das Licht anzubekommen mit dem iPhone…)
    In diesem Sinne… Danke.

  • Einfache Installation und Bedienung sind auf jeden Fall der richtige Weg um die Verbreitung von Home Automation weiter zu erhöhen.

  • Ich hab mir Loxone zugelegt und bin damit sehr Zufrieden. Hab damit eigentlich alles von meinem Haus in einem. Hab dabei eine eimfache und freie Konfiguration. Find ich Top.

  • Man sollte erwähnen, dass Homematic viel mehr ist als das getestete Starter kit für die Haussicherheit-im Guten wie im Schlechten: Es gibt wirklich für alle Anwendungsfälle Sensoren und Aktoren, Auf-und Unterputz, auch kabelgebunden (Bussystem). Und es gibt eine Skriptsprache samt riesigem Forum (homematic bzw sein Vorläufer sind ja auch über zehn Jahre alt). Das ist dann wieder was für Leute, die Zeit investieren können und wollen. Das macht das System aber auch mächtiger als die genannten Konkurrenten. Auf jeden Fall sollte man daran denken, was man vielleicht später erweitern möchte, sonst sitzt man da mit parallelen Systemen. Ich würde vor einer Entscheidung in die jeweiligen Foren schauen, da kriegt man eine Idee, wie gut/groß/aktiv die community ist, und es gibt vielleicht ein paar Ideen, was man in seinem „smart home“ noch alles haben kann oder möchte. Und danach vergleicht, was es für das System alles an Zubehör gibt.

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