Digitale Nomaden

Sicher mit dem Laptop unterwegs: So könnt ihr eure Daten auf Reisen schützen

Laptop digitale Nomaden
geschrieben von Marinela Potor

Marinela Potor ist digitale Nomadin. Kein fester Wohnsitz, immer unterwegs, Leben auf Reisen. Für viele ein Traum, für andere ein Graus. Bei BASIC thinking und auf MeinLeben.digital berichtet Marinela wöchentlich von ihren Reisen, was es mit dem Leben aus dem Rucksack auf sich hat und warum es sich lohnen kann, auch mal über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Diesmal geht es um die Sicherheit eurer Laptop-Daten auf Reisen.

Erinnert ihr euch noch an Christoph Daum, den Fußballtrainer, der lange Zeit das Team in Leverkusen trainierte? Keine Sorge, das wird jetzt kein Fußball-Beitrag im Rahmen der EM. Aber Christoph Daum wurde vor einiger Zeit Opfer eines Verbrechens, das für uns digitale Nomaden der absolute Albtraum ist: Ihm wurde am Flughafen sein Laptop gestohlen. Den Dieben ging es dabei weniger um das Gerät, sondern um die Inhalte. Daum hatte auf dem Computer empfindliche vertragliche Informationen sowie Trainingspläne für sein Team gespeichert – und wurde prompt damit erpresst .

Auch wenn die meisten von uns vielleicht nicht Informationen im Wert von 100.000 Euro auf dem Laptop mitschleppen, schon allein der Verlust aller Fotos, des Tagebuchs oder der persönlichen Musiksammlung sind schon schlimm genug. Was können wir also als digitale Nomaden tun, um nicht nur unseren Laptop, sondern auch die Daten darauf auf Reisen zu schützen?

Ups, da waren die Daten weg

Im ersten Schritt sollte man sich bewusst machen, wie Daten überhaupt verloren gehen. In den meisten Fällen ist es die eigene Schuld. Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich schnell auf „löschen” geklickt habe und das Ganze auch noch sauber aus meinem Papierkorb entfernt habe, um dann festzustellen, dass ich die falsche Datei gelöscht hatte. Es ist vielleicht nicht jeder so löschfreudig wie ich, aber es kann immer mal passieren, dass man mal aus Versehen eine wichtige Datei unwiderruflich löscht. Die gute Nachricht (und wohl bekannt aus fast jedem Spionage-Thriller oder zahlreichen CSI-Folgen): Nur weil wir etwas gelöscht haben, heißt es nicht, dass es von der Festplatte verschwunden ist. Ihr müsst nun keine Tech-Cracks sein, um eure versehentlich gelöschten Daten wiederzufinden. Glücklicherweise gibt es dafür so hilfreiche Programme wie Recuva. Damit kann man eigentlich die meisten Dateien nach dem Löschen wieder finden (auch von externen Festplatten), aber eben nicht alle. Deshalb ist es natürlich ideal, wenn wertvolle Daten erst gar nicht verloren gehen.

Doch manchmal crashen auch die besten Laptops, und oft kann hier nur eine – meist teure – Hardware-Rettungsaktion eure Daten wiederbeschaffen. Wenn es sehr wichtige Daten sind, müsst ihr dann wohl oder übel in den sauren Apfel beißen. Besser ist es natürlich, wenn ihr diese Daten schon vorab vor Verlust geschützt habt.

Das A und O in der Datensicherung: Backups erstellen

Wie könnt ihr diese Daten also schützen oder zumindest im Fall der Fälle vorsorgen, sodass ein Datenverlust nicht mehr so tragisch sein muss?

Trick 17: Daten kopieren

Die einfachste Möglichkeit ist es, eure Daten zu kopieren, beziehungsweise Backups zu schaffen. Viele Computer bieten interne Programme, um Backups zu machen. Ich selbst bevorzuge die etwas rudimentärere Variante einer Datenkopie. In regelmäßigen Abständen kopiere ich all meine wichtigen Dokumente von meiner Festplatte auf externe Harddrives. Oft erstelle ich sogar mehrere Kopien, eine die sicher bei meinen Eltern liegt und eine, die ich auf Reisen dabei habe, für den Fall, dass die Daten verloren gehen und ich auf sie zugreifen muss. Zugegeben, das ist weder die eleganteste, noch die  schnellste oder günstigste Variante. Ich habe mit dieser Methode aber angefangen, bevor es Cloud-Technologien gab und bin daher eher aus nostalgischen Gründen noch dabei geblieben. Ich finde es auch immer beruhigend zu wissen, dass meine Informationen auf einem Gerät sind, das ich tatsächlich anfassen kann und nicht irgendwo im ätherischen Raum der Internetwolken herumschwirren.

Datentransfer per Teamviewer

Auf diese Methode hat mich mein sonst eigentlich gar nicht technisch affiner Freund hingewiesen. Teamviewer ist ein Programm, das ihr auf euren Laptop herunterladen könnt und mit dem ihr per Fernsteuerung auf andere PCs zugreifen könnt. Ihr könnt so zum Beispiel euren Heimcomputer oder den PC eurer Eltern entsprechend aufrüsten und so von unterwegs aus Daten auf diese Computer übertragen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der andere Computer ebenfalls das Programm installiert hat und dass besagter PC eingeschaltet ist. So könnt ihr beispielsweise auch auf Programme des fernen PCs zugreifen und müsst euch nicht alles auf euren Laptop herunterladen, was euer Reisegerät zusätzlich entlasten kann. Und natürlich könnt ihr so (am besten per VPN-Server) Dateien auf den anderen Computer übertragen und so eure Daten zusätzlich sichern.

Über den Wolken …

… des Internets liegt die derzeit wohl eleganteste Lösung: Datensicherung per Cloud. Hier belastet ihr euren Laptop nicht mit großen Dateien, die euch Speicherplatz rauben und die Performance eurer Geräte hemmen. Ihr speichert alles extern in einer Cloud-Datei und habt somit auch von überall leichten Zugriff auf eure Daten. Das ist natürlich ebenfalls günstiger als meine altmodischen Harddrive-Backups. Andererseits besteht hier eher die Chance, dass eure Daten gehackt werden können, wenn sich das jemand tatsächlich zur Aufgabe macht. Je nachdem wie paranoid ihr seid (ich liege zum Beispiel bei 8 von 10 auf der Conspiracy-Theory-Skala), fühlt ihr euch damit mehr oder weniger sicher. Ein größerer Nachteil ist aber wahrscheinlich eher, dass eure Daten euch so nur mit einer Internetverbindung zur Verfügung stehen. Das mag im Coworking Space kein Problem sein, auf dem Yoga-Retreat in den Bergen Nepals dann vielleicht schon eher (wobei, wer arbeitet schon am PC während eines Yoga-Retreats???).

Better safe than sorry: Verschlüsselt eure Daten!

Ich habe ja schon angedeutet, dass ich recht paranoid bin, was meine persönlichen Daten angeht. Deswegen machen mir Hackerangriffe oder Migrationsbeamten, die meinen Laptop durchsuchen können noch mehr Angst als der versehentliche oder technisch bedingte Datenverlust. Ich trage sicher keine Staatsgeheimnisse mit mir herum, aber trotzdem möchte ich nicht, dass ein Grenzbeamter meine Interviews anhört oder sich durch meine Fotos klickt. Noch weniger möchte ich natürlich, dass Hacker sich Zugriff auf empfindliche Informationen wie Passwörter verschaffen können. Doch nicht nur Daten, die wir auf dem Laptop haben, auch Informationen, die wir per E-mail schicken oder eben in der Cloud ruht, ist nicht vor einem potentiellen Hackerangrif sicher. Das kann ein Virus oder ein Trojaner im E-mail Anhang sein oder ein korrumpiertes Anti-Virus-Porgramm Update. So wirklich sicher kann eigentlich kaum mehr einer sein vor solchen Attacken. Deswegen gibt es natürlich keine 100 prozentige Sicherheit, aber mit einigen Methoden könnt ihr es den Hackern immerhin so schwer machen, dass sie das Interesse verlieren.

Der Schlüssel zu euren Daten

Empfindliche Dateien auf eurem Computer könnt ihr mithilfe von Verschlüsselungsprogrammen absichern. Das gilt auch für E-mails, die vertrauliche Informationen enthalten. Egal, ob ihr hierbei symmetrische oder asymmetrische Verschlüsselung benutzt, achtet darauf, dass eure Passwörter nicht allzu offensichtlich sind. Absoluter Geheimtipp: Die Namen eurer Haustiere oder Kinder sowie das eigene Geburtsdatum sind nicht die besten Passwörter.

VPN-Server

Gerade als digitale Nomaden benutzt ihr wahrscheinlich sehr oft öffentliche WLAN-Netzwerke und in den seltensten Fällen euer persönlich konfiguriertes Heimnetz. Genau diese öffentlichen Netzwerke sind aber auch viel anfälliger für Hackerangriffe, da im Prinzip jeder, der mit einem Laptop im Café neben euch sitzt, ein potentieller Hacker sein kann, der durch das gemeinsame Netzwerk sehr viel leichter an eure privaten Informationen wie Kreditkartennummer oder Passwörter herankommen kann. Das könnt ihr sehr gut mit VPN-Servern umgehen. Die guten VPN-Anbieter wie Hidemyass, Hotspotshield oder Hide Me sind zwar nicht komplett gratis, aber für die Sicherheit der Daten und die eigene innere Ruhe ist es das Geld sicher wert!

Ich bin sicher, damit habe ich nur an der Spitze des Datenschutz-Eisbergs gekratzt. Daher würde mich interessieren, wie ihr eigentlich eure Daten schützt? Habt ihr besondere Schutzmaßnahmen auf Reisen? Was waren eure schlimmsten Datenverluste und welche Fehler würdet ihr nie wieder begehen, wenn es um eure Daten geht? Ich freue mich schon auf eure Kommentare!

Bis nächste Woche, dann wieder aus irgendeinem Winkel der Welt,

Eure Marinela

P.S.: Kennst du schon unser neues Online-Magazin für digitale Nomaden, Reisende, Webworker und Querdenker? Nein? Dann aber schnell!


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor hat als klassische Radiojournalistin angefangen, und ist dann unklassisch (und nicht ganz freiwillig) zur digitalen Nomadin geworden. Seit 3 Jahren reist sie um die Welt und schreibt zu politischen, sozialen und digitalen Themen.

8 Kommentare

  • Es gibt eine Handvoll Notebooks für den Businessbereich, die mit guten Sicherheitsfeatures ausgestattet sind. Dazu gehören für mich der Fingerabdrucksensor, auch ein Smartcard-Reader und die dazu noch die richtige Software.

    • Ich vermute mal, dass diese Notebooks mit diesen Features dafür auch nicht so ganz billig sind?
      Aber klar, wenn da hochsensible Daten drauf sind, ist es das wahrscheinlich wert.

    • Ich auch 🙁
      VPN-Server sind hierbei aber eine gute Lösung. Wie gesagt, die kosten etwas, dafür musst du dir dann aber auch nicht mehr so viele Sorgen um deine Daten machen.

  • Hallo,

    ein super Artikel! Datensicherheit wird ein immer wichtigeres Thema, leider ist man, wie du bereits erwähnt hast, nie 100% sicher.
    Trotzdem sollte man es potenziellen Dieben oder Hackern so schwer wie möglich machen!
    Die von dir vorgestellten Methoden halte ich dabei für einen guten Anfang, grade für Leute die nicht so viel Ahnung von Technik haben.
    Ich freue mich auf weitere Artikel.

    Grüße Philipp

Kommentieren