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VW Car-Net Demo auf den Tiguan Tech Days 2016

geschrieben von Mark Kreuzer

Der nächste Tiguan kommt mit einer 2,0l Bi-Turbo Maschine mit 240PS und 500NM. Außerdem gibt erstmals eine interessante Neuerung mit dem neuen Tiguan im Bereich „Connected Car“, die es bis jetzt in ähnlicher Form nur für die elektrischen VW Modelle gab. Der neue Dienst heißt Security & Service und wird als dritte Säule – neben Guide & Inform und App-Connect – den VW Online-Dienst Car-Net um einige sehr schöne und vor allem nützliche Features erweitern. Insgesamt gibt es drei aufeinander aufbauende Pakete.

1. Notruf Service

Als Fahrer hat man die Möglichkeit, per Knopfdruck eine Notfallmeldung abzusetzen. Dabei werden die aktuellen Positionsdaten, die Fahrtrichtung und die Personenanzahl automatisch am die VW-Notrufzentralle übermittelt. Bei schweren Unfällen (wenn z.B. der Airbag- oder die Gurtstaffersensoren auslösen) wird der Notruf automatisch abgesetzt.

Dieses Paket ist also nur die absolute minimale Ausführung, die außer in Falle eines Unfalls, im Alltag eher wenig Mehrkomfort bringt.

2. Security & Service Basic

Dieses Paket beinhaltet zusätzlich noch eine automatische Unfallmeldung bei leichten Unfällen bzw. einen Pannenruf an. Als Fahrer hat man die Möglichkeit, per aufgebauter Sprechverbindung dem Volkswagen Call-Center direkt mitzuteilen was vorgefallen ist. Der Call-Center Agent kümmert sich um Hilfe. Besonders praktisch fand ich hier, dass wenn ihr mit eurem Auto zum Beispiel in Frankreich unterwegs seid, ihr trotzdem zu einem deutschen Operator durchgestellt werdet und das Call-Center als Relaisstation eure Daten in Landessprache an die entsprechende Stelle weiterleitet.

In diesem Paket gibt es außerdem noch zwei weitere Komfortfunktionen, die sinnvoll sein könnten. So kann man den Fahrzeugzustandsbericht über das Car-Net Portal abrufen und sehen, ob es Warn- oder Servicemeldungen gibt. Ein wenig komfortabler ist, dass man seine Werkstatt in den Stammdaten hinterlegen kann und diese einen dann aktiv mit einem Terminvorschlag zum nächsten Service melden kann.

VW Tiguan Tech Days (1)

3. Security & Plus

Jetzt kommen wir endlich zu dem wirklich spannenden Paket, das auch die im Video gezeigten Funktionen beinhaltet. Mit diesem Paket macht es Sinn, die 229 MB große  Car-Net App herunterzuladen. Denn jetzt habe ihr die Möglichkeit, eine Statistik euer Fahrdaten, wie z.B. den Verbrauch und zurückgelegte Strecke abzurufen. Die Parkposition des Autos wird beim Fahrtende übermittelt und kann über die App abgerufen werden. Falls ihr auch zu den Leuten gehört, die sich Fragen ob sie das Auto wirklich abgeschlossen haben: auch hierauf hat die App eine Antwort (inklusive der Anzeige ob alle Türen und Fester geschlossen sind).

Die Funktion, die mir am besten gefallen hat war aber die Möglichkeit, von einer im Auto eingebauten Alarmanlage eine Notification bei einem Einbruch zu erhalten.

Datenschutz

Als Besitzer kann man eine Art Geofencing für das Auto festlegen, also Gebiete die nicht befahren bzw. nicht verlassen werden dürfen. Auch die Einrichtung einer Benachrichtigung beim Überschreiten einer eingestellten Geschwindigkeit ist möglich.

Diese Funktionen haben das Potential bei Datenschützern Stirnrunzeln zu verursachen. Aus diesem Grund wird es bei Modellen, die mit dieser Funktion ausgestattet sind einen entsprechende nicht entfernbaren Hinweis im Auto geben.

Fazit VW Car – Net

Die Funktionen, die ich in München selber testen konnte haben mir gut gefallen. Persönlich finde ich die Lösungen rund um das Navigationsgerät im neuen Tiguan (und zukünftig dann auch in anderen Modellen) durchaus sinnvoll. Auf jeden Fall konnte man merken, dass VW schon von sich aus auf die Problematik des Datenschutzes aufmerksam geworden ist und im Voraus die Lösung daraufhin angepasst hat. Ähnliche Ansätze werden wir in Zukunft auch von anderen Herstellern sehen.

mittwald

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Über den Autor

Mark Kreuzer

8 Kommentare

  • Sorry aber ein Dreizeiler zum Datenschutz?
    Keine Erwähnung des Datenschutzes (und der absoluten Nutzlosigkeit des automatischen Notrufs) beim aufgezwungenen Basispaket? Das finde ich schwach.

    Allgemein ist gerade das Infotainment bei VW genau das was künstlich den Abstand zu Audi herstellt. Deren neues MMI im A4 ist wesentlich runder, schneller und schöner. (Ja hat auch Abstriche und das VW mit seinen Tasten unbestreitbare Vorteile) Schade drum.

    • Hey,
      naja was soll ich den mehr zu dem Datenschutz schreiben? Ich persönlich finde die Lösung mit dem Hinweis im Auto ausreichend.
      Bezüglich des Basispakets muss ich sagen, ich finde das alles andere als Nutzlos. Ich hoffe zwar nicht das ich jemals so eine Funktion im Auto brauche, aber ganz ehrlich wenn ich mal einen Autounfall haben sollte wünsche ich mir auf jeden Fall persönlich das der Notruf so schnell und so genau wie nur möglich benachrichtigt wird.

      • Nun der Hinweis alleine schützt nicht davor, dass personenbezogene Bewegungsprofile des Fahrzeugs erstellt werden können. Unter dem Deckmantel einer vorgeblichen Sicherheit. Man nenne mir doch bitte mal die Zahl der Verkehrstoten die hätten verhindert werden können durch ein solches automatisches Notrufsystem? Ich traue mich zu behaupten, dass einer im Jahr schon zu hoch angesetzt ist.

        Wie das mit der SIM funktioniert ist mir ohnehin schleierhaft, kann ich mein Notfallhandy ja nichtmal für Notrufe verwenden.
        Ebenso ist der Schritt über eine Zentrale absolut idiotisch – glauben die OEMs denn, dass in einer Rettungsleitstelle zum Spaß ausgebildete Rettungssanitäter sitzen? (Zudem muss die Zentrale erstmal die Nummer der zuständigen Leistelle rausbekommen, kommt dann dort nicht über die Notrufnummer sondern die Amtsnummer raus etc.)
        Und wer zahlt Fehlalarme/Unnötige Alarme?

        Hier stehen Nutzen und Missbrauchspotential in keinem Verhältnis. Vor allem weil ich (danke EU) nichtmal eine Deaktivierungsmöglichkeit habe wenn ich das nicht nutzen möchte.

        • Hi, ihr spekuliert leider ziemlich wild in der Gegend herum. Keiner muss
          Dienste nutzen, die er nicht nutzen will. Sie lassen sich einzeln deaktivieren
          – möchte man die Datenverbindung komplett abschalten erledigt das der VW
          Händler kostenlos. Wird der eCall Gesetzespunkt in der EU, ist diese Deaktivierung nur noch gegen Unterschrift des Kunden möglich. Aber sie ist möglich!

          Die zwischengeschaltete Notrufzentrale von VW hat für mich den
          ausschlaggebenden Vorteil! Denn wenn ihr im Urlaub einen Unfall habt oder einen Unfall seht, den ihr melden möchtet werdet ihr auf eurer Muttesprache bedient, die öffentliche Leitstelle macht das nicht! Bei Daimler und Audi läuft der Dienst auch schon ein paar Wochen und das sehr souverän. Die Agenten sind auf diesen Anwendungsfall speziell geschult.

          Was genau ist dir in Bezug zur SIM schleierhaft? Die SIM ist fest verbaut und
          baut die Sprachverbindung auf. Die verschickt dann online die Daten zur GPS
          Position und wieviele Personen im Fahrzeug sitzen. Nur so ist das
          Rettungspersonal optimal auf den Unfall vorbereitet.

          Das so ein Service von den Nutzern sorgfältig wie eine 112 Nummer angewendet wird liegt im gesunden Menschenverstand. Und Menschen ohne gesunden Menschenverstand möchte ich nicht im Straßenverkehr begegnen…

          • Das sind keine Spekulationen, eCall ist bereits EU Vorgabe (lustigerweise hat sich kein Mensch dafür interessiert…). Bei Opel und Ford deaktiviert sich da gar nichts und siehe ESP lässt es sich garantiert nicht immer und bei jedem deaktivieren.

            Die Agenten sind gar nicht geschult. Weder medizinisch, noch was Abläufe auf Leitstellen angeht. Ich hatte bisher weder in Italien noch in Spanien Probleme mein Anliegen auf Englisch weiterzugeben. Konnte es aber direkt tun ohne Zwischenschaltung. Zudem: Wie oft kommt es wirklich vor und verursacht einen Schaden?

            Was mir an der SIM Schleierhaft ist? Dass ich in Deutschland keine anonyme SIM haben kann und mir bei Nichtbenutzung vom Netzanbieter gekündigt wird.
            Vorbereitet ist das Personal schlechter, es geht schon genug Information zwischen Melder, Leitstelle und Rettungsmittel verloren. Jetzt kommt eine unqualifizierte Stelle hinzu, ohne Möglichkeit der Rückfrage für die Leitstelle. Das kann nur schlechter werden.
            GPS Ortung wäre auch für Leitstellen kein Problem würde man es denn dürfen.
            Ich sitze übrigens ab und an in solche lustigen blau blinkenden Autos von daher…

            Das funktioniert nur solange wie das System manuell funktioniert. Ford und Opel haben die EU Vorgabe bereits umgesetzt, dass das System Unfälle erkennen muss und automatisch einen Notruf absetzt.
            So wurde in den USA bereits eine Dame die UNfallflucht begangen hat ermittelt. Mag in diesem Einzelfall gut gewesen sein, zeigt aber das massive Missbrauchspotential ohne statistisch d.h. objektiv belegten Nutzen. Dazu gibt es an sich genügend harte Zahlen…
            Aber einfache Wahrscheinlichkeitsrechnung zeigt einem recht schnell wie unwahrscheinlich der Fall ist dass das System hilft, da muss schon viel zusammenkommen.

          • Der eCall wird erst 2018 umgesetzt und auch dann nur für neu typgeprüfte Fahrzeuge. Bis das flächendeckend kommt ist es noch ein weiter Weg. Ich war in der frühen Entwicklung der witzigen Bauteile seitens Lieferant verwickelt, die sich sehr wohl deaktivieren lassen. Ford verwendet nicht mal im Ansatz eCall Norm sondern sendet Notrufe nur über die SIM im Kundenhandy. Das bringt garnichts bei einem schweren Unfall, genau deswegen sind diese kleinen Boxen so wichtiger Bestandteil des sCalls.
            Die SIM-Karte im Fahrzeug kann nicht gekündigt werden, die ist fest verbaut und kann von der Rettungsleitstelle gezielt angerufen werden.
            Das Personal der „unqualifizierten Leitstelle“ ist auf allen Gebieten geschult, die ein professioneller Mitarbeiter einer öffentlichen Leitstelle erfüllt. Der Melder, den du meinst ist das Fahrzeug im Moment des Unfalls!
            Wenn du in dieser Branche arbeitest solltest du wissen wie wichtig ein schneller Notruf im Fall eines Unfalls ist. Mehr Echtzeit Meldung geht nicht…
            Zur Sprache: Mag sein, dass viele Länder eine gute Bildung im Schulalter in Englisch und weiteren Fremdsprachen bieten. Viele Fahrer sind aber bereits älter und kommen aus südeuropäischen Ländern wo das Schulsystem nicht so läuft wie bei uns. Beim Unfall möchte ich auch nicht unbedingt Englisch sprechen sondern wenn es geht auf Deutsch kommunizieren.

          • Nein die Wichtigkeit geht mir nicht ein, eher die schiere Zahl an Fehlalarmen…
            Die SIM muss aber einer Person zugeordnet sein zumindest in Deutschland. Ob das jetzt eCall Standard ist oder nicht ist mir egal, dass man durch Kappen von Kabeln oder umprogrammierung was deaktivieren kann ist mir auch klar.

            Ich bezweifle, dass sich jeder OEM ein Callcenter mit ausgebildetem Personal leistet. Welches dann erstmal die NUmmmer der zuständigen ILS rauskruscht und dort die Hälfte an Infos verloren geht…

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