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Etabliert Twitter 2017 das Streaming von Live-Sport?

Philipp Ostsieker

2016 war das Jahr, in dem Twitter die Grenzen seiner Aktivitäten im Live Streaming von Sport neu definiert hat. Seit seiner Gründung ist Twitter das Netzwerk, das sich konsequent auf Echtzeit-Kommunikation spezialisiert hat.

Es ist kurz, fokussiert und es erlaubt Konversationen mit den Sichtweisen von Personen, die man nie zuvor getroffen hat. Aufgrund dessen spricht Twitter in besonderem Maße Sportfans an. Bis jetzt waren die Aktivitäten des Mikroblogging-Dienstes ambitioniert. Mittlerweile wirken sie äußerst umfangreich und konsequent.

Im letzten Jahr versuchte sich Twitter an Live-Übertragungen, pickte sich einzelne Rechte für die NFL, NBA, MLB und sogar die Premier League heraus. Nicht immer ging es um Live-Übertragungen, bei einigen ging es zunächst darum, Highlights auf den jeweiligen Twitter Accounts der Rechteinhaber zu veröffentlichen. In jedem Fall war 2016 das Jahr, in dem Twitter mit den Themen Sport und Video in die Offensive gegangen ist – und das noch unabhängig von der von Periscope getriebenen “Go Live”-Initiative.

Sportübertragungen und Twitter passen sehr gut zueinander. Fans können schon längst via Twitter Login das Gespräch mit Freunden und Experten suchen. Warum also nicht auch an diesem Ort das Spiel schauen?

Die NFL als Treiber für Live Streaming auf Twitter

Die NFL war 2016 die vermutlich aktivste Sportliga auf Twitter. Positiven Schlagzeilen rund um das erfolgreiche Streaming von Thursday Night Football (auch wenn dieses Format für die NFL selbst noch nicht erfolgreich gewesen ist) stand die negative Berichterstattung aufgrund der Social-Media-Regeländerungen seitens der NFL beim Thema Highlight-GIFs gegenüber.

Zuletzt wurde vermeldet, dass die NFL plant, einige Partien live in China mittels des sozialen Netzwerks Weibo zu streamen – was einen weiteren Treiber für Social Streaming darstellt.

Bedarf nach Livestreaming von Sportevents

Das alles zeigt, dass Twitters Werbung um den Live-Sport lebendig ist. Immer mehr Fans weltweit wollen Sport via Livestream schauen. Zudem scheinen viele unter ihnen während eines Spiels Social Media nutzen zu wollen – sei es nun um sich auszutauschen oder um Statistiken und Analysen zu checken. Und, ganz entscheidend, Twitter erlaubt es den Teams auf ihre eigene Art und Weise mit Nutzern weltweit auf genau der Plattform zu interagieren, auf der sie auch das Spiel verfolgen.

Falls 2017 das Jahr ist, in dem wir mehr Sport als jemals zuvor streamen sollten, wird es vielleicht auch das Jahr sein, in dem Twitter und seine Wettbewerber beim Live Streaming uns zeigen, dass ihr Ansatz im Vergleich zu anderen Übertragungsarten sehr komfortabel ist. Und komfortabel muss es sein – spätestens nachdem Twitter und Sina Weibo das Thema Live Streaming auf ein weltweites Level gehoben haben werden.

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Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.