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Urheberrecht: Das macht Facebook gegen illegale Piraterie

Christian Erxleben

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Illegal hochgeladene und verbreitete Bilder und Videos stellen für Facebook ein großes Problem dar. Um die Produzenten der hochwertigen Inhalte nicht zu verlieren, hat das soziale Netzwerk nun eine Technologie erworben. Diese erkennt Verstöße gegen das Urheberrecht automatisch.

Das illegale Hochladen und Verbreiten von urheberrechtlich geschützten Inhalten ist kein Kavaliersdelikt. Trotzdem werden auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram täglich Hunderte Bilder und Videos kommentiert, geliked und geteilt – und das obwohl sie zum Teil eindeutig gegen das Urheberrecht Dritter verstoßen.

Facebook und das Urheberrecht: zwei Perspektiven

Am schwersten haben es in diesen Fällen häufig die Produzenten der Inhalte. Fotografen und Regisseure können ihre Inhalte nur bedingt vor Vervielfältigung schützen. Hinzu kommt, dass es bei mehr als zwei Milliarden Facebook-Nutzern für einen einzelnen Menschen unmöglich ist, jeden Verstoß zu erkennen.

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Es obliegt also den Betreibern der Plattformen gegen die illegale Verbreitung von geistigen Eigentum vorzugehen. Mit dem „Rights Manager“ hat Facebook beispielsweise seit rund zwei Jahren eine Technologie im Einsatz, die Verstöße gegen das Urheberrecht aufdecken und die geteilten Inhalte automatisch entfernen soll.

Auch das Video-Netzwerk YouTube setzt auf eine derartige Technologie. Bei der Google-Tochter trägt sie den Namen „Content ID“. Diese ist technologisch bereits deutlich ausgefeilter als das Facebook-Pendent.

Nun könnte man sich berechtigterweise die Frage stellen, warum Facebook bislang nicht entschiedener gegen Video-Piraterie vorgegangen ist. Die Antwort darauf lautet: Weil Facebook von den illegalen und zugleich hochwertigen Inhalten profitiert.

Diese Videos – ob es nun ein Musikvideo oder ein Ausschnitt aus einem Film ist – sind bei Nutzern beliebt und haben hohe Interaktionsraten. Deswegen hat Facebook vor rund einem Jahr den geschädigten Urhebern der Inhalte den Vorschlag gemacht, dass sie an der Werbung, die während den illegalen Videos ausgespielt wird, mitverdienen.

Zuckerberg setzt auf Analyse-Spezialisten

Ob der Vorschlag nicht gut angekommen ist oder ob die Zahl der beanstandeten Videos zu groß geworden ist, um sie zu ignorieren, weiß vermutlich nur Facebook selbst.

Fakt ist, dass das soziale Netzwerk nun selbst in die Offensive geht. Dafür hat Mark Zuckerberg das Videoanalyse-Startup Source3 übernommen. Das teilten die Gründer des Unternehmens auf der eigenen Website stolz mit.

Source3 hat eine Technologie entwickelt, die darauf spezialisiert ist, Verstöße gegen geistiges Eigentum und Urheberrecht im Internet zu erkennen. Mit der Übernahme geht das ehemalige Start-up vollkommen in Facebook auf. Die Technologie wird integriert, ein Teil des Teams übernommen.

Durch diese Übernahme beruhigt Facebook mit Sicherheit auch einige Kooperationspartner. Schließlich arbeitet Facebook mit großen Film- und Musikproduzenten zusammen, um selbst Bewegtbildinhalte auf Hollywood-Niveau zu produzieren. Illegal verbreitete Videos könnten in diesem Arbeitsumfeld für Spannungen sorgen.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.