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Facebook Marketing: Einsteiger-Tipps für deine erste Facebook Ad

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Im Interview gibt Florian Litterst Tipps für deine erste Facebook Ad und verrät dir, worauf du besonders achten musst.
geschrieben von Christian Erxleben

Die Wirkkraft von Facebook als Werbekanal wurde mannigfach bewiesen. Trotzdem herrscht bei vielen Unternehmen Unsicherheit in Bezug auf Facebook-Werbung. Wir haben Facebook-Experte Florian Litterst zum Interview getroffen und ihn nach seinen Tipps und Tricks für die erste Facebook Ad gefragt.

Zwei Milliarden monatlich aktive Nutzer hat Facebook weltweit. In Deutschland sind es 30 Millionen Menschen, die mindestens einmal im Monat auf der Plattform vorbeischauen.

Das bedeutet nicht nur, dass das soziale Netzwerk von Mark Zuckerberg die mit Abstand größte soziale Plattform ist, sondern auch, dass du über die Werbemöglichkeiten mehr als jeden Dritten Deutschen gezielt ansprechen kannst. Trotzdem scheuen sich noch viele Unternehmen davor, Geld in Facebook-Anzeigen zu stecken.

Um dir mehr Sicherheit beim Schalten deiner ersten Facebook Ad zu geben, haben wir uns mit Florian Litterst unterhalten. Er ist ein ausgewiesener Facebook-Marketing-Experte und Gründer des Social-Media-Advertising-Blogs Adsventure.de.

BASIC thinking: Florian, was sind deiner Erfahrung nach die größten Fehler von Einsteigern beim Facebook-Marketing?

Florian Litterst: Der größte Fehler in meinen Augen ist es, Facebook nicht als Werbekanal zu nutzen. Denn wie gesagt, Facebook ist aktuell wohl einer der effektivsten und spannendsten Kanäle im Online Marketing.

Egal, ob du im B2C oder B2B unterwegs bist, ob du deine Mobile App bewerben möchtest oder in einem angesagten Start-up arbeitest – Facebook bietet für so gut wie jeden Anwendungsfall interessante Vermarktungsmöglichkeiten.

Wer als Advertiser auf Facebooks Werbekosmos setzt, macht daher schon mal einiges richtig. Die dann entstehenden Fehler sind dabei so vielfältig, wie das Netzwerk an sich. Begonnen bei der Wahl des falschen Kampagnenziels im Werbeanzeigenmanager beziehungsweise Power Editor, die Ansprache einer unpassenden Zielgruppe, die Gestaltung uninteressanter, zu werblicher Anzeigen ohne Relevanz, bis hin zum fehlenden Conversiontracking – es kann so einiges schief gehen.

Werbung auf Facebook ist aber auch keine Rocket Science, man sollte sich vorab allerdings damit beschäftigen und nicht einfach mal drauf los klicken.

Wie kann ich diese Fehler bei meiner Facebook Ad vermeiden?

Als angehender Werbetreibender solltest du dich auf jeden Fall ein wenig mit den Möglichkeiten und Tools von Facebook beschäftigen. Dabei solltest du dir zunächst folgende Frage stellen: Was möchte ich überhaupt mit meinen Anzeigen erreichen? Abhängig davon sollte dann das entsprechende, am besten passende Kampagnenziel – zum Beispiel Traffic, Conversions – gewählt werden.

Bei der Wahl der Zielgruppe solltest du dich als Werbetreibender insbesondere mit den Möglichkeiten der Custom und Lookalike Audiences beschäftigen. Und zu den technischen Basics eines erfolgreichen Kampagnen-Setups gehört immer auch die Einrichtung des Faceboook Pixels beziehungsweise Conversiontrackings.

Bei der Anzeigengestaltung hilft es, sich folgende Frage zu stellen: Würde ich bei dieser Anzeige aufhören durch den Newsfeed zu scrollen?

Das richtige Ziel für deine Facebook Ad

Bei erfolgreichen Artikeln bietet mir Facebook automatisch die Option an, sie direkt aus dem Netzwerk heraus zu bewerben. Ist das sinnvoll?

Klare und kurze Antwort: Nein! Eine Kampagne sollte immer über den Werbeanzeigenmanager oder Power Editor erstellt werden, denn nur dort stehen alle Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Gut. Ich benutze also den Werbeanzeigenmanager und sehe mich konfrontiert mit einer Vielzahl an Werbeoptionen. Woher weiß ich, welche die richtige für mich ist?

Bevor du mit einer Kampagne startest, solltest du dir genau Gedanken darüber machen, wohin die Reise gehen soll. Und das passiert idealerweise schon bevor du den Werbeanzeigenmanager öffnest. Ich mache das gerne mit Stift und Papier. Möchtest du mehr Klicks auf deine Webseite, mehr Conversions – also beispielsweise Käufe in deinem Online-Shop – oder mehr Aufrufe eines Videos erhalten?

Sobald du dir über deine Zielsetzung im Klaren bist, wählst du im Werbeanzeigenmanager dann den dafür passenden Kampagnentypen aus. Die hier gewählte Zielsetzung ist der wohl wichtigste Erfolgsfaktor einer Kampagne, denn sie hat Einfluss auf viele Faktoren wie zum Beispiel Anzeigenformat und Auslieferung deiner Anzeigen.

Bildergalerie: So sieht die Facebook-Zentrale in Hamburg aus

So bringt dir deine Facebook Ad zu neue, wertvolle Fans

Gerade kleine Seiten möchten zu Beginn einfach nur wachsen. Auf welches Werbeziel sollte ich dabei setzen? Likes? Interaktionen?

In meinen Augen sollten Facebook-Kampagnen im Jahr 2017 in erster Linie auf übergeordnete Unternehmensziele einzahlen. Ich würde daher weder auf Likes, noch auf Interaktionen setzen und stattdessen mehr Traffic, Newsletter-Anmeldungen oder Abverkäufe mit Hilfe einer Facebook Ad generieren.

In Facebook-Foren liest man häufig von Like-Kampagnen, die nur arabische Fans gebracht haben. Wie vermeide ich, dass das passiert?

Einer der häufigsten Gründe dafür, dass diese sogenannten „Fake-Likes“ entstehen ist, dass der Werbungtreibende nicht mit dem Werbeanzeigenmanager oder dem Power Editor arbeitet, sondern den bereits angesprochenen „Beitrag bewerben“-Button unterhalb eines Postings nutzt.

Um dieses Problem zu vermeiden, sollte also immer der Werbeanzeigenmanager oder Power Editor genutzt werden. Und dort sollten die Zielgruppeneinstellungen folgendermaßen vorgenommen werden, um diese „Fake-Likes“ zu vermeiden oder maximal zu reduzieren: Als Standort „Personen, die in diesem Ort leben“ + als Sprache „Deutsch“ + Ausschluss von „Expats“ aus deinen Zielgruppen + Targeting von spezifischen Interessen oder Custom beziehungsweise Lookalike Audiences.

Der Budgetplan für deine Facebook Ad

Jetzt wissen wir also, welche Einstellungen ich treffen muss, um passende Fans zu gewinnen. Nun stellt sich noch die Budgetfrage. Ist es besser mein Geld über einen längeren Zeitraum zu streuen oder sollte ich lieber auf eine kurze, finanzstarke Kampagne setzen?

Das lässt sich leider nicht pauschal beantworten und kommt auf deine Zielsetzung an. Grundsätzlich ist es so, dass der Algorithmus der hinter deinen Facebook Anzeigen steckt einige Zeit und Signale braucht, bis er richtig warm gelaufen ist und die besten Ergebnisse erzielt – daher ist es in den meisten Fällen empfehlenswert auf längere Zeiträume zu setzen.

Oftmals fällt es schwer, die Preise von Facebook einzuschätzen. Was ist deiner Erfahrung nach ein guter Preis für einen Fan im Tech-Bereich?

Auch diese Frage muss ich beantworten wie ein Jurist: Es kommt darauf an. Wichtiger als möglichst günstige Fans, Likes oder Klicks zu generieren ist doch, die richtigen Personen zu erreichen, oder? Denn was bringt dir der günstigste Fan, wenn dieser später nicht mit deinen Inhalten interagiert oder sich nicht für deine Themen interessiert?

Um allerdings hier eine ganz grobe Hausnummer aus dem Bauch raus zu nennen: Alles unter 50 Cent pro Fan, sollte durchaus machbar sein.

Florian, vielen Dank für das Interview.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit 2017 Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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