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Kleine Revolution bei Facebook: Pre Rolls nicht mehr verbannt

Christian Erxleben
Bricht Facebook den Pre-Roll-Ban? (Foto: Pixabay.com / 27707)

Pre Rolls können Conversion-Killer sein und das Kundenerlebnis deutlich trüben. Deswegen verzichtete Facebook bislang auf dieses Werbeformat. Nun jedoch scheint das soziale Netzwerk erstmals mit vorgeschalteten Werbe-Clips zu experimentieren. Nur ein kleiner Test oder ein Experiment mit Auswirkungen?

„Wir brauchen keine Pre Rolls, weil unser Geschäftsmodell nicht darauf aufbaut, dass du zu Facebook kommst und einen bestimmten Inhalt konsumierst. Du kommst, um durch deinen Feed zu scrollen.“ Diese Aussage traf Mark Zuckerberg in einem Telefonat mit Investoren im Juli 2017.

Seit der Telefonkonferenz sind gut vier Monate vergangen, in denen der Facebook-Chef seine Einstellung offenbar geändert hat. Zumindest berichtet das Portal Adage unter Berufung auf interne Quellen – Facebook wollte die Aussagen nicht kommentieren –, dass die ablehnende Haltung gegenüber Pre Rolls zumindest stückweise aufgelockert wurde.

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Zufriedenere Watch-Nutzer dank Pre Rolls?

Konkret soll es den informierten Quellen zu Folge um einen Test bei Facebook Watch gehen. Das im Sommer gestartete Projekt soll eine Konkurrenz für YouTube, Netflix und Co. werden. Im Mittelpunkt stehen bei Watch Serien, Talkshows und andere professionell erstellte Inhalte.

Schon dieser Schritt war eine erste Abkehr vom klassischen Facebook-Konzept mit kurzen, knackigen Viral-Videos, die auch ohne Ton funktionieren. Um das Projekt zu etablieren, hat Facebook Milliarden in Technik, Partnerschaften und Produktion investiert – bislang mit mäßigem Erfolg.

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Bislang finanziert sich Facebook Watch über sogenannte Mid Rolls. Das sind Anzeigen, die das Video in der Mitte unterbrechen. Sie sind vergleichbar mit dem Werbeblock aus dem klassischen Fernsehen.

Dieses Anzeigenformat soll den Aussagen der Informanten zu Folge jedoch nicht vollständig zufriedenstellend funktionieren. Die Content-Ersteller beklagen, dass die Mid Roll womöglich nicht ausgespielt wird, wenn Nutzer vorher abspringen. Damit entgehen ihnen Werbeeinnahmen. Die Nutzer empfinden die Anzeigen teilweise als störend.

Mehr Akzeptanz für Pre Rolls

Die Lösung für beide Probleme sollen nun offensichtlich Pre Rolls sein. Diese sollen eine weniger abschreckende Wirkung entfalten als auf anderen Plattformen, weil es sich bei Facebook Watch um Longterm-Content handelt. Dafür – so der Gedanke – ist der Nutzer bereit, eine vorgeschaltete Anzeige zu akzeptieren.

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Da Facebook die Informationen noch nicht offiziell bestätigt hat, sind alle Aussagen derzeit Gedankenspiele. Wenn der Test jedoch offiziell startet, wird Facebook sehr genau evaluieren, wie das Anzeigenformat beim Nutzer ankommt. Daraus wiederum lassen sich womöglich Rückschlüsse auf einen weiteren Roll-out schließen.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.