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Die Lehren aus Facebooks gescheitertem Explore Feed

Christian Erxleben
Facebook stellt den Explore Feed ein. (Foto: Pixabay.com / TheDigitalArtist)

Der Test mit zwei getrennten Newsfeeds von Facebook ist gescheitert. In den betroffenen Ländern wird in den nächsten Wochen wieder der einheitliche Feed den Explore Feed ersetzen. Was bedeutet das Scheitern des Experiments für Facebook und Medien?

Ein Aufschrei hallte Ende Oktober 2017 durch die digitale Gemeinde: Facebook spaltet seinen Newsfeed auf. Im gewohnten Feed tauchen nur noch Meldungen von Familie und Freunden auf. Im neu geschaffenen Explore Feed werden alle Beiträge von gelikten Seiten, Medien und Marken verschoben.

Die Testmärkte, die Facebook für seine neue Newsfeed-Logik auserkoren hatte, waren die Slowakei, Serbien, Sri Lanka, Bolivien, Kambodscha und Guatemala.

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Es dauerte nicht lange und Journalisten aus den entsprechenden Ländern meldeten sich und berichteten von massiven Reichweiteneinbrüchen aufgrund der Trennung. Die Panik – auch in Deutschland – wuchs.

Facebook beendet Test mit Explore Feed

In seiner vollen Form wurde der Explore Feed („Entdecker-Feed“) hierzulande nie ausgerollt. Er findet sich lediglich in der Menü-Leiste innerhalb der Facebook-App.

Seit dem 1. März 2018 können sich alle aufgeregten Social-Media-Verantwortlichen in Deutschland endgültig beruhigen. Sie werden den Explore Feed in dieser Form nie zu sehen bekommen.

Der Newsfeed-Beauftragte von Facebook, Adam Mosseri, teilte in einem Blog-Post mit, dass das Experiment „Explore Feed“ eingestellt wird. Die Nutzer hätten deutlich gemacht, dass sie

  1. keine zwei verschiedenen Feeds wünschen,
  2. wenig begeistert von den Posts waren, die ihnen ausgespielt worden sind, und
  3. im normalen Newsfeed trotzdem nicht mehr Nachrichten von Freunden gesehen hätten als zuvor.

Außerdem wurde der unangekündigte Roll-out, der Nutzer als auch Seitenbetreiber überraschte, offenbar so heftig kritisiert, dass Facebook seine Methoden zur Markteinführung von neuen Produkten nochmals überarbeiten möchte.

Die Konsequenzen des Experiments

Welche Lehren lassen sich im Nachgang aus dem gescheiterten Facebook-Experiment ziehen?

Für Facebook sind die Konsequenzen relativ deutlich. Die eigenen Nutzer sind Gewohnheitstiere. Sie mögen keine Veränderungen und lassen sich nicht alles gefallen.

Erstaunlicherweise gab es von Facebook keine offiziellen Nutzungszahlen zum Explore Feed – für ein zahlengetriebenes Unternehmen wie Facebook eher ungewöhnlich. Das Schweigen legt den Rückschluss nahe, dass die Ergebnisse nicht sonderlich beeindruckend waren.

Anstelle dessen versucht das Team von Mark Zuckerberg seine Nutzer mit dem Umbau des „normalen“ Newsfeeds glücklicher zu machen.

Die ersten Veränderungen im Algorithmus, die im Januar und Februar angekündigt worden sind, sind bereits sichtbar. Für Medienhäuser bedeutet der gescheiterte Explore Feed deshalb auch, dass es in Zukunft auf Facebook keinen eigenen Platz für sie geben wird.

Sie müssen sich im Newsfeed gegen Nachrichten von Freunden und bezahlte Anzeigen durchsetzen. Das geht nur, wie Facebook stets betont, wenn es ihnen gelingt, „wertvolle soziale Interaktionen“ zu schaffen.

Diese Reaktionen der Nutzer dürfen jedoch nicht erzwungen werden – zum Beispiel durch Aufrufe zum Interagieren. Wer auf Facebook auch in Zukunft erfolgreich unterwegs sein möchte, muss auf das achten, was schon immer galt: Schaffe Inhalte, die deine Fans zum Diskutieren anregen, ohne sie oder den Algorithmus dabei zu verarschen.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.