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BMW i8 – das Hybrid Cabrio der Zukunft

geschrieben von Mark Kreuzer

Ähnlich wie bei Smartphones haben auch Autohersteller ein Flaggschiff-Produkt im Angebot. Diese Produkte legen fest, was heute Stand der Technik ist. Der BMW i8 ist, was auf den ersten Blick vielleicht verwundert, kein Flaggschiff-Auto, sondern etwas noch etwas viel außergewöhnlicheres.
Auf Einladung von BMW hatten wir die Möglichkeit, den i8 für einen Tag auf Mallorca Probe zu fahren und kennenzulernen.

Geschichte BMW i8

Bevor ich auf das Fahrerlebnis von dem Cabrio zu sprechen komme, möchte ich einen ganz kurzen Exkurs in die Geschichte des i8 mit euch machen.

Zum ersten mal auf den Wagen aufmerksam geworden bin ich 2011 durch die „BMW Vision Efficent Dynamics“-Studie, die eine sehr prominente Rolle in dem Film „Mission Impossible 4 – Phantom Protokoll“ neben Tom Cruise hatte. Schon bei der Vorstellung des Konzept-Fahrzeugs hat BMW angekündigt, dass dem Konzept ein Serienfahrzeug folgen soll. Im Juni 2014 wurden dann die ersten Wagen ausgeliefert.

Über meinen damaligen BMW-Händler hatte ich die Möglichkeit, den BMW i8 damals für einen halben Tag Probe zu fahren. Zwei Besonderheiten sind mir aus 2014 besonders in Erinnerung geblieben: Das Design des i8 war sehr nah an dem Konzept-Fahrzeug und ist damals wie heute nur mit dem Wort futuristisch zu beschreiben.

Technische Daten BMW i8 – Spürbarer Fortschritt in der Batterietechnik

BMW eDrive Technologie mit Hybrid-Synchronmotor
Spitzenleistung: 105 kW/143 PS, max. Drehmoment: 250 Nm
Dreizylinder-Ottomotor mit BMW TwinPower Turbo Technologie
Hubraum: 1 499 cm³, Leistung: 170 kW/231 PS
max. Drehmoment: 320 Nm, Hybrid-spezifischer Allradantrieb
Beschleunigung [0 – 100 km/h]: 4,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Stromverbrauch kombiniert: 14,5 kWh/100 km
Kraftstoffverbrauch kombiniert: 2,0 l/100 km
CO2-Emissionen kombiniert: 46 g/km, elektrische Reichweite: 53 km

Beim i8 handelt es sich um einen Hybrid. Der Verbrennungsmotor wirkt auf die Hinterräder und der Elektromotor auf die Vorderräder. Interessant ist, dass man am i8 auch sehr schön sehen kann, wie sich die Batterie-Technologie für Fahrzeuge in den letzten Jahren weiterentwickelt hat. Die Größe des mittig im Unterboden angeordneten Hochvoltspeichers ist gleichgeblieben, aber die Kapazität hat sich um 60 % gesteigert, statt 20 Ah besitzt er nun 34 Ah. Damit konnte auch die Leistung des ansonsten gleich gebliebenen Elektromotors um 9 kW/12 PS auf 105 kW/143 gesteigert werden. Damit hat sich die elektronische Reichweite des i8-Roadsters auf 53 km erhöht.

Sportwagen-Puristen tun sich ja eher schwer mit Elektromotoren im Auto. Aber der Hybridantrieb im BMW i8 macht Spaß. Die 250 Nm Drehmoment der Elektromotoren stehen anders als beim Verbrennungsmotor jederzeit zur Verfügung. Egal, wann man auf das Gaspedal (darf man das überhaupt noch so nennen?) drückt, der Wagen reagiert umgehend. Die Beschleunigung von 0-100 km/h ist in 4,6 Sekunden erledigt.

Weitere, in meinen Augen sehr sinnvolle Änderungen sind die angepassten Fahrmodi. Der von BMW bekannte Fahrerlebnisschalter hat nun eine eDrive-Taste spendiert bekommen. Damit besitzt der i8 nun 5 verschiedene Fahrmodi: COMFORT, SPORT und ECO-Pro sowie E-COMFORT und E-ECO-Pro. Im Standardfahrt-Programm fährt der i8 bis zu einer Geschwindigkeit von 105 km/h rein elektrisch. Drückt man eDrive, surrt er bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h rein elektrisch über die Straße.

Surren ist übrigens auch ein schönes Stichwort. Der BMW i8 ist eins der wenigen Fahrzeuge, bei dem der Soundgenerator, der ein simuliertes Fahrgeräusch emittiert, damit der Wagen auch bei niedrigen Geschwindigkeiten von der Umwelt wahrnehmbar ist, ein-/ausgeschaltet werden kann. Wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass jemand den Sound ausschalten möchte. Wenn der i8 rein elektrisch an einem vorbeirollt, erinnert das Geräusch ein wenig an das Raumschiff Enterprise. Der Effekt wird natürlich durch das Design noch weiter unterstrichen.

Design BMW i8 Roadster – ein Raumschiff für die Straße

Das Design des i8 Roadsters als progressiv zu beschreiben, ist in meinen Augen eine Untertreibung. Die BMW Pressemitteilung beschreibt das Design wie folgt:

Proportionen, Linienführung und Flächengestaltung kennzeichnen sowohl das BMW i8 Coupé als auch den BMW i8 Roadster als Sportwagen einer neuen Generation. Die glatte Fronthaube, sichtbare Aerodynamik-Maßnahmen, kurze Überhänge, ein langer Radstand, große Spurweiten und die gestreckte Dachlinie signalisieren Dynamik, Leichtigkeit und Effizienz. Dabei setzt sich das BMW i8 Coupé als extrem sportlicher 2+2-Sitzer in Szene. Der BMW i8 Roadster verkörpert die Freiheit des Offenfahrens zu zweit.

Ich finde das ist eine gute erste Näherung zum Design des Wagens. Das Design des i8 ist so außergewöhnlich, wie es sonst eigentlich nur Supersportwagen/Hypercars sind, ohne dabei pöbelhaft zu wirken. Möglich ist dies vor allem durch die Fahrgastzelle aus CFK (Carbon). Diese bietet den Designern die hohen Freiheitssgrade bei der Gestaltung.

Mein Lieblingsdesignelement sind dabei die LED-Heckleuchten, die vom Fahrtwind umströmt werden.

BMW i8: Vom Coupe zum Cabrio – ein langer Weg

Den Gedanken, einen i8 Roadster zu bauen, gibt es schon sehr lange. Aber anders als man vielleicht denkt, ist es nicht unbedingt einfach, aus einem Coupe ein Cabrio zu machen. Während der Entwicklung des Roadsters wurde man bei BMW mit einigen Herausforderungen konfrontiert.

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Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das Coupe als Roadster aussieht und sich verhält, hat man bei BMW erstmal einfach einen Wagen genommen und das Dach herausgeschnitten. Der große Vorteil dieser doch recht brutal wirkenden Methode war, dass man so quasi schon von Start der Entwicklung ein echtes Gefühl für den Wagen als Cabrio bekommen hat.

Bei den Probefahrten wurde man dann doch mit verschiedenen unerwarteten Problemen konfrontiert. So haben Testfahrer zum Beispiel festgestellt, dass bei der Fahrt ein Ohr wärmer wurde als das andere. Diese und andere Anekdoten habe ich in dem Live-Video vom Event mal näher betrachtet:

BMW i8 – Serienfahrzeug mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker

Natürlich konnte für die Konstruktion des Roadster weitestgehend auf Bauteile aus dem Coupe zurückgegriffen werden. Dies gilt selbstverständlich nicht für das Verdeck. Das elektrisch (und nahezu geräuschlose) Verdeck des i8 ist zurzeit das einzige, welches das Dach vertikal im Auto verstaut. Dies gelingt über eine Z-Faltung.

Aber als ob das noch nicht Weltneuheit genug wäre, ist der BMW i8 Roadster außerdem das weltweit erste Serien-Fahrzeug, in welchem Bauteile verbaut werden, die aus dem 3D-Drucker kommen. Das Bauteil, welches auch Teil der Dachmechanik war, sollte erst aus Kunststoff gefertigt werden, es hat sich aber herausgestellt, dass dies auf lange Dauer nicht fest genug wäre. Also hat man begonnen, das Stück als Aluminium-Teil aus dem 3D-Drucker zu fertigen. Der Vorteil ist, dass man so eine geometrische Form wählen konnte, welche topologisch optimiert ist und sich nicht in einem herkömmlichen Gießverfahren herstellen ließe.

BMW i8 Innenraum – alles im Griff mit BMW Connected Plus

Im Innenraum ist die Zeit ein wenig stehen geblieben. Dieser ist BMW-typisch aufgeräumt und gut organisiert. Wer schon mal BMW gefahren ist, findet sich hier sofort zurecht. Dies ist einerseits sicherlich gut, da man sich nicht umgewöhnen muss, ist aber auf der anderen Seite in meinen Augen leider auch eine verschenkte Chance. Ich hätte mir im Innenraum mehr digitale Touchdisplays anstelle von analogen Knöpfen und Schaltern gewünscht.

Der BMW i8 hat das BMW Connected System verbaut. Dies haben wir ja bereits ausführlich für euch getestet und nach dem Update zum BMW Connected Plus fährt der Wagen auch auf der Datenautobahn auf der Überholspur. Das System zeichnet sich durch die einfache Bedienung und die nahtlose Integration verschiedener Dienste aus.

Aufgefallen ist mir, dass das verbaute Touchdisplay in der Mitte ein wenig klein ist. Das erschwert die Bedienung per Touch leider unnötig. Auch war ich ein wenig enttäuscht, dass die Gestensteuerung, wie sie zum Beispiel im 5er oder 7er verbaut wird, nicht im i8 integriert wurde. Natürlich hat der Wagen den iDrive Drehdrücksteller in der Mitte und die Bedienung hierüber ist wie gewohnt über jeden Zweifel erhaben.

Es steht also fest, dass ich gerade auf sehr hohem Niveau meckere: Aber ein Wagen, der von außen so aussieht, als könnte er ohne Problem im Shuttle-Bay des Raumschiff Enterprise stehen, sollte auch im Innenraum diesen Anspruch erfüllen.

Fahrverhalten BMW i8 Roadster– Warum baut eigentlich niemand sonst ein Hybrid Cabrio?

Der BMW Marken Slogan lautet: Freude am Fahren und der i8 ist dessen Manifestierung. Selten hatte ich so viel Freude beim Fahren eines Autos wie beim i8. Das galt schon 2014 für das Coupe, aber der Roadster ist noch mal eine ganz andere Liga.

Die Lautlosigkeit des Elektromotors in Kombination mit einem offenem Dach ist eine so unglaublich tolle Kombination, dass ich mich frage, warum kein anderer Hersteller dies anbietet. Beim Fahren mit offenem Dach ist man ja an sich schon deutlich verbundener mit der Umwelt als im normalen Auto. Wenn man jetzt noch einen Antrieb dazu bringt, der bis 120 km/h rein elektrisch fahren kann, bekommt das Erlebnis Cabrio fahren eine komplett neue Dimension.

Während meiner 6h-Rundfahrt auf Mallorca habe ich es immer wieder etappenweise genossen, die Musikanlage zu stoppen und nur den Geräuschen der Umgebung zuzuhören. Auffällig dabei war auch, wie sich mein Fahrstil daraufhin angepasst hat. In diesen Phasen habe ich immer bewusst versucht, möglichst effizient zu fahren und kaum zu glauben: Manchmal sogar absichtlich langsam, damit keine Reifengeräusche das Vergnügen mindern. Unterstützt wird die effiziente Fahrweise übrigens auch durch das Navigationssystem. Bei aktivierter Streckenführung analysiert es eure Route und kann vorausschauend Passagen erkennen, welche optimal für das rein elektrische Fahren sind. In diesen Passagen wird dann auch der unnötige Start des 3-Zylinder Verbrennermotors bewusst unterdrückt. Dabei ist dieser immer nur einen Kickdown weit entfernt.

Fahrdynamik ist auch ein wichtiges Element des i8. Bei zügiger Fahrt schaltet sich der Verbrennermotor regelmäßig dazu. Schaltet ihr in den Sport-Modus, bleibt dieser sogar dauerhaft an. Im Sport-Modus arbeiten der Benzin- und der Elektromotor Hand in Hand und entlocken euch als Fahrer regelmäßig ein entzücktes Lächeln. Die so gemeinschaftlich erzeugte Systemleistung beträgt 374 PS. Auf meiner Route durch Mallorca hatte ich sehr viel Spaß, die Dynamik und Leistung des i8 fürs Erklimmen des Berges zu nutzen und nach dem Passieren des Gipfels rein elektrisch den Berg runter zu gleiten. Ach ja und mir ist natürlich klar, dass der Motorensound des 3-Zylinders durch Soundengineering aufgebohrt wurde. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie egal mir das ist. Der kernige Sound des Wagens bei sportlicher Fahrweise klingt zu keinem Zeitpunkt gekünstelt und verstärkt das emotionale Erlebnis beim Fahren.

Der BMW i8 Roadster hat das Tor in eine Welt aufgestoßen, von der ich gar nicht glauben konnte, dass sie existiert. Nicht nur, das er als PHEV-Hybrid-Fahrzeug eins der zeitgemäß besten Antriebskonzepte hat, sondern er demonstriert eindrucksvoller als jeder anderen Hybrid, den ich bis jetzt gefahren habe, dass Elektromobilität sehr viel Spaß machen kann.

Die Zukunft ist jetzt – BMW i8

Der BMW i8 Roadster ist kein Flagschifffahrzeug sondern ein Technologieträger. Er hat die Messlatte für Hybridfahrzeuge ein ganzes Stück höher gelegt.

Neben dem Fahrgefühl bei offenem Dach wird mir auch die Wirkung des Wagens auf die Öffentlichkeit in Erinnerung bleiben. Mein Gefühl ist, dass egal wo ich mit dem Wagen aufgekreuzt bin, dieser immer extrem positiv aufgenommen wurde. Nicht nur weil er so futuristisch aussieht, sondern vor allem, weil er anders als alle andere vergleichbaren stylischen Autos kein Getöse veranstaltet, sondern fast lautlos daher kommt.

Hier sind mal ein paar der Bilder die ich auf Mallorca gemacht habe in einer Instagram-Galerie.

Ich bin mir auch sicher, dass das Ende der Fahnenstage mit dem BMW i8 damit noch nicht erreicht ist. Aber bis die nächste Generation vorgestellt wird, finde ich den Slogan für den i8 absolut passend: Die Zukunft ist jetzt.

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Mark Kreuzer

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