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Audi e-tron Vison GT – von Virtuell zur Realität

geschrieben von Mark Kreuzer

Mittlerweile gibt es ja eigentlich keinen Autohersteller mehr, der nicht auch im Bereich der Elektromobilität ein oder mehrere Autos „in der Pipeline“ hat. Das gilt natürlich auch für Audi, die mit dem Audi e-tron einer der ersten Hersteller sind, die ein rein elektrisches und zudem reichweitenstarkes Auto tatsächlich auf die Straße bringen.

Bei Audi wählt man nun einen ungewöhnlichen Weg in der Fahrzeugentwicklung. Das Unternehmen bringt einen Rennwagen, der für das Computerspiel Gran Tourismo entwickelt wurde, auf die Formel-E Rennstrecken der Welt. Wobei … Rennwagen ist eigentlich der falsche Begriff für den e-tron Vision GT, Audi bezeichnet ihn als „Renntaxi“. Ein Ziel bei der Entwicklung des Wagens war es, Elektromobilität in ihrer extremsten Form für Kunden und Gäste im Rahmen der Formel E-Rennen erlebbar zu machen.

Entwicklungsgeschichte

Audi arbeitet seit knapp 20 Jahren mit den Entwicklern von Sony und Polyphony Digital – den Schöpfern von Gran Tourismo – zusammen. Die Spielreihe Gran Turismo ist eines der bekanntesten Rennspiele überhaupt und zeichnet sich schon immer durch eine gute Spielphysik und die realistischen Automodelle aus. Zum 15-jährigen Bestehen der Rennspiel-Reihe haben die Entwickler den Wettbewerb „Vision Gran Tourismo“ ausgerufen, für den zahlreiche Automobilhersteller virtuelle Rennautos entwickelt haben.

Dass solche Studien später im 1:1 Maßstab als Modell auf Messen oder Shows ausgestellt werden ist üblich. Audi hat aber nicht dabei aufgehört, „nur“ ein futuristisch aussehendes Concept Car zu präsentieren. Stattdessen hatte man den Anspruch, ein Fahrzeug zu entwickeln, dass tatsächlich auf der Rennstrecke fährt. Audi-Chefdesigner Marc Lichte sagt dazu:

Obwohl man bei dem Entwurf eines virtuellen Autos viel mehr Freiheiten hat und Dinge konzipieren kann, die in der Realität nur schwer umsetzbar sind, wollten wir dennoch kein rein fiktives Konzept auf die Räder stellen. Unser Ziel war ein voll funktionsfähiges Auto. Der Audi e-tron Vision Gran Turismo zeigt, dass Elektromobilität bei Audi sehr emotional ist. In diesem Auto stecken zahlreiche Elemente unserer neuen Designsprache, zum Beispiel der invertierte Singleframe in Wagenfarbe, der typisch für unsere neuen e-tron-Modelle sein wird.

Auf dem Bild seht ihr den legendären Audi 90 quattro, den aktuellen Audi e-tron FE04 aus der Formel-E und den e-tron Vision Grand Turismo. Als persönliche Anmerkung möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass der Vison GT bei mir für sein cooles Design aus Moderne und Retro die volle Punktzahl bekommt.

Bilder Audi e-tron Vison GT

Falls ihr das Video zu dem Artikel gesehen habt, wisst ihr, dass ich während des 24h-Rennen am Nürburgring die Gelegenheit hatte, den e-Tron Vision GT zumindest äußerlich genau in Augenschein zu nehmen. Mein Kollege Jonas hat ein paar sehr coole Bilder und Detailaufnahmen von dem Wagen vor Ort gemacht, die ich euch mal in der folgenden kleinen Galerie zusammengefasst habe.

Technische Daten e-tron Vision GT

Nicht nur von den Farben her erinnert der Wagen an den legendären Ur-quattro Audio 90. Wie es sich für einen Audi gehört hat der e-Tron Vision Gran Turismo einen permanenten Allradantrieb. Die drei (!) Elektromotoren – zwei für die Hinterachse und einer für die Vorderachse – haben zusammen eine Systemleistung von 600 kW (815 PS). Bei einem Leergewicht von 1.450kg gelingt so der Sprint von 0-100 km/h in unter 2,5s. Der Wagen ist bei 250 km/h elektronisch abgeriegelt.

Elektrogetriebener Motorsport?

Sicher ist der e-tron Vision Grand Turismo ein Konzeptfahrzeug. Aber wie eingangs schon erwähnt mit der Besonderheit, dass es in der Formel-E Saison 2018 bei allen europäischen E-Rennen und einigen anderen Events als Renntaxi zum Einsatz kommt. Am Steuer sitzen die ehemalige DTM-Pilotin Rahel Frey aus der Schweiz oder Le-Mans-Sieger Dindo Capello aus Italien.

Ich weiß ja nicht wie es euch geht. Aber wenn in der Zukunft alle Rennsportwagen so aussehen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es einen Platz für elektrischen Motorsport geben wird.

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Mark Kreuzer

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