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Materialistisch und realitätsfern: Influencer verlieren gegen klassische Bewertungen

Stephanie Kowalski
Influencer haben ein Glaubwürdigkeitsproblem. (Foto: Pixabay.com / wilkernet)

Influencer gelten in Deutschland nicht als vertrauenswürdig. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Software-Unternehmens Bazaarvoice. Der Großteil der Befragten bevorzugt die Bewertungen anderer Kunden. Woran liegt das?

An der Studie des Software-Unternehmens Bazaarvoice haben über 4.000 Konsumenten in Europa teilgenommen. 1.000 davon stammen aus Deutschland.

71 Prozent der deutschen Befragten schenken Produkt- und Marken-Bewertungen großes Vertrauen. Meinungen und Empfehlungen von Journalisten oder Social-Media-Influencern schneiden schlechter ab.

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Gleichzeitig gibt jeder Zweite an, mehr Zeit mit den Inhalten von Social-Media-Stars zu verbringen. Mehr als die Hälfte der Deutschen konsumiert mehr Social-Media-Inhalte als noch vor einem Jahr. Die Gründe dafür sind vielseitig.

Das größte Problem der Influencer: Glaubwürdigkeit

Der Großteil der Befragten interagiert mit seinen Social-Media-Lieblingen. Trotzdem treffen 80 Prozent ihre Kaufentscheidung, ohne die Beiträge von Journalisten oder digitalen Meinungsmachern zu berücksichtigen.

So scheint die Wirkungskraft vieler Social-Media-Plattformen abgenommen zu haben. Für die Befragten haben die Inhalte von Influencer-Accounts deutlich an Glaubwürdigkeit verloren.

Lediglich acht Prozent der internetaffinen Millenials halten Facebook für eine authentische Plattform. Für sieben Prozent ist Snapchat glaubwürdig. An Twitter glauben sechs Prozent.

Aber Influencer könnten ihre Authentizität wiederherstellen. 43 Prozent der Studienteilnehmer erachten die Einführung von strengeren Regeln für reichweitenstarke Accounts – beispielsweise für die Kennzeichnung von Werbung – für sinnvoll.

Bewertungen: Eine Frage des Alters

Die Studie belegt, dass es auch Unterschiede zwischen den Altersgruppen gibt. Jede Generation nimmt die sozialen Netzwerke anders wahr. Für 27 Prozent der Befragten über 55 Jahre ist Facebook eine zuverlässige Informationsquelle. Die junge Generation bevorzugt dagegen YouTube und Video-Inhalte.

Die meisten Studienteilnehmer konsumieren zwar mehr Inhalte. Das macht sie aber nicht unbedingt zufriedener. Entweder werden die selben Posts zu oft angezeigt oder die angezeigten Inhalte haben an Relevanz verloren.

Dass Influencer gezielt leicht zu beeindruckende Nutzer ansprechen, ist einer der Gründe für die Verärgerung. 55 Prozent der Befragten empfinden die digitalen Meinungsmacher als zu materialistisch. 61 Prozent bezeichnen sie als fernab vom realen Leben.

Die Lösung aller Probleme: Qualitativ hochwertige Inhalte

Wenig überraschend ist der Lösungsansatz, den die Studienmacher präsentieren. So ist der Einsatz von qualitativ hochwertigem Content im Influencer Marketing ein Muss.

Auch an der Erwartungshaltung deutscher Konsumenten kann man den Wunsch nach besseren und neuen Inhalten erkennen. 39 Prozent wünschen sich von ihren Lieblings-Influencern jeden Tag neuen Content.

Das Berufsbild Influencer wird dabei nach wie vor unterschätzt. Jeder dritte Millenial betrachtet die Tätigkeit als Vollzeit-Job. Nur zehn Prozent der 55-jährigen Studienteilnehmer sind der gleichen Ansicht.

Nur mit qualitativ hochwertigen Inhalten können Influencer ihre Zielgruppe bei der Stange halten. Ob dieser Content auch die Glaubwürdigkeit eines Social-Media-Stars verbessern kann, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Denn auch hier ist keiner wie der andere.

Was haltet ihr von den Studienergebnissen? Ist das Influencer-Dasein ein Vollzeit-Job? Kann ein Meinungsmacher mit guten Inhalten mehr Glaubwürdigkeit erzeugen?

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Stephanie Kowalski ist Bloggerin und unterstützt als freiberufliche PRlerin kleine und mittelständische Unternehmen bei ihrer Kommunikation. In ihrem Blog Online PR Guide erklärt sie, wie man mithilfe bewährter PR-Strategien und moderner Online-Kanäle erfolgreich digital kommuniziert.