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„Unfollow“-Funktion: Warum Twitter will, dass du weniger Menschen folgst

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Twitter testete Ende August sowie Anfang September eine neue "Unfollow"-Funktion. (Foto: pixabay.com / LoboStudioHamburg)
geschrieben von Philip Bolognesi

„Hier muss ich endlich einmal aufräumen!“ Viele Twitter-Nutzer sehen oft den Wald vor lauter Bäumen nicht, wenn sie ihren eigenen, oft unübersichtlichen Twitter-Feed genauer betrachten. Das will Twitter ändern und mit einem „Unfollow“-Feature Abhilfe schaffen.

Dass Twitter kein relevantes Netzwerk (mehr) ist, haben in den letzten Jahren mehr oder minder bekannte Größen schon häufiger im Netz prognostiziert. Die Gründe dafür sind vielseitig.

Und dass sich dort nur „Politiker, Journalisten und Psychopathen“ aufhalten, analysierte die Staatsministerin für Digitales Dorothee Bär in einem Interview etwas überspitzt. Ob allerdings sie selbst in der Timeline eines jeden Nutzers auftauchen soll, sei mal dahingestellt.

Ziemlich offensichtlich ist allerdings die zunehmende Unüberschaubarkeit des eigenen Twitter-Feeds. Denn Millionen User weltweit verbreiten über den Mikroblogging-Dienst täglich tausende Tweets.

Laut Statistik sind es ungefähr 8.000 Tweets pro Sekunde. User könnten nun aber bald wieder ausschließlich vor allem für sie informative und wichtige Beiträge sehen. Dafür will Twitter mit einer „Unfollow“-Vorschlägen sorgen.

Twitter macht es Usern einfach

Das Unternehmen aus San Francisco hat jüngst ein solches „Unfollow“-Feature getestet.

„Wir wissen, dass die Leute eine relevante Twitter-Timeline wünschen. Einen Ausweg, dies zu tun, besteht darin, Accounts zu entfolgen, mit denen sie sich nicht regelmäßig auseinandersetzen“, heißt es in einer Erklärung des Kurznachrichtendienstes gegenüber dem US-amerikanischen Magazin The Verge.

Twitter will seinen Nutzern nun die nervige Arbeit abnehmen, händisch diese Accounts rauszusuchen. Deshalb rollte das Unternehmen einen zeitlich und auf wenige User beschränkten „Unfollow“-Test aus.

Twitter-Ziel der „Unfollow“-Funktion: Timeline soll relevanter werden

Wer regelmäßig Twitter nutzt, kennt die „Folgen“-Vorschläge – wohl oder übel – bestens: Twitter empfiehlt aktiv bestimmte Profile und Personen, die du abonnieren kannst. Algorithmen machen es möglich. Recht häufig tummeln sich dort jedoch auch irrelevante oder auch gesponserte Twitter-Accounts.

Die „Unfollow“-Vorschläge hingegen sollen Nutzern nur personalisierte Accounts nahelegen, bei denen das Entfolgen den Informationsgehalt der eigenen Timeline optimiert. Wann und ob genau die Entfolgen-Funktion global implementiert wird, teilte der Mikroblogging-Dienst nicht mit.

Relevanz oder Priorisierung: Was sind die Auswahlkriterien?

Spannend wird es sein, zu beobachten, ob die Twitter-Gemeinde auch in der Breite diese neue Funktion für sich in Anspruch nimmt. Jeglicher (auch indirekte) Eingriff kann besonders von misstrauischen Usern als Meinungsmache gewertet werden.

Die Frage wird künftig sein: Spielt nur die Relevanz der Tweets beziehungsweise die Interaktionen eine Rolle bei der Bewertung? Oder gibt es eine intransparente, datengestützte Bewertung der Profile, deren Grundlage unklar bleibt?

Diese Frage muss Twitter in Zukunft selbst plausibel und vor allem transparent beantworten, um nicht User zu verscheuchen.

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Über den Autor

Philip Bolognesi

Philip Bolognesi arbeitet seit Anfang September in der Redaktion von BASIC thinking. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist zertifizierter Social-Media-Manager. Zuvor hat er als freiberuflicher Online-Redakteur für CrispyContent (Serviceplan Berlin) gearbeitet und mittelständische Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation beraten. Ihn trifft man häufig im Coworking-Space Hafven in Hannover. Er ist begeisterter Tischtennisspieler, Fitness-Fan, Typ-1-Diabetiker und permanent auf der Suche nach interessanten Themen aus den Bereichen Social Media, Marketing und Ernährung.

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