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Facebook-Influencer trifft Marke: Wie Facebook die Agenturen aussticht

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Facebook vermittelt Influencer über eine eigene Plattform an Marken. (Foto: Screenshot / Brand Collabs Manager)
geschrieben von Christian Erxleben

Wie wichtig und gewinnbringend Influencer Marketing sein kann, hat Facebook längst erkannt. Deshalb bringt das soziale Netzwerk nun seinen Brand Collabs Manager nach Deutschland. Dieser verbindet Facebook-Influencer und Marken – ganz ohne den Mittelsmann Agentur.

Facebook ist zwar die mit Abstand größte digitale Plattform der Welt. Trotzdem gelingt es dem sozialen Netzwerk mit seinen mehr als 2,3 Milliarden Nutzern schon seit geraumer Zeit nicht mehr, Influencer anzulocken.

Die (jungen) digitalen Meinungsmacher sind heutzutage größtenteils auf Instagram und auf YouTube unterwegs. Vor allem die Video-Plattform YouTube ist Facebook-Chef Mark Zuckerberg dabei ein Dorn im Auge. Bei Instagram ist die Gefahr kleiner. Schließlich gehört das Netzwerk bereits zum Facebook-Universum.

Mit dem Brand Collabs Manager Facebook-Influencer anlocken

Deshalb stellt sich Facebook bereits seit geraumer Zeit die Frage, wie die eigene Plattform für digitale Meinungsmacher attraktiver werden könnte. Wie gelingt es, YouTuber in Facebook-Influencer umzuwandeln?

Der erste Schritt der Lösung dieses Problems steckt für Facebook im neuen Brand Collabs Manager. Dieser ist seit Mitte Februar nach dem Launch in den USA nun auch in Deutschland verfügbar. Dahinter verbirgt sich eine kostenlose Plattform, auf der sich Facebook-Influencer registrieren können.

Dort können die „Creator“ – so bezeichnet Facebook die Influencer – ein Profil anlegen, sich als Facebook-Influencer präsentieren und Werbe-Kooperationen aus der Vergangenheit vorstellen.

Die Vorteile für Unternehmen

Da der Brand Collabs Manager auf Werbungtreibende und Unternehmen ausgerichtet ist, gibt es selbstverständlich auch für jene einige Funktionen. So können interessierte Marketing-Manager beispielsweise über verschiedene Filter herausfinden, wie groß die Überschneidung der eigenen Zielgruppe mit der des Facebook-Influencers ist.

Ebenso können die Marken im Brand Collabs Manager für die Facebook-Influencer bereits ein Briefing und Kontaktdaten hinterlegen. Besonders praktisch: Wenn ein Unternehmen an einem Influencer interessiert ist, liefert Facebook zugleich Informationen zur Performance früherer Kampagnen.

Wo bleiben die Agenturen?

Sobald sich ein Facebook-Influencer und ein Unternehmen gefunden haben, ermöglicht Facebook den Austausch von E-Mail-Adressen. Anschließend verabschiedet sich Facebook aus der Kooperation. Eine finanzielle Beteiligung erhält das soziale Netzwerk nicht.

Trotzdem könnte diese Plattform – sofern sie erfolgreich ist – einen Einfluss auf die Influencer-Marketing-Branche haben. Denn letztendlich positioniert sich Facebook in diesem Fall als Vermittler. Das ist klassisch die Aufgabe von Influencer-Agenturen oder Influencer-Apps.

Da jedoch Facebook als kostenloser Mittelsmann auftritt, könnte es passieren, dass in einigen Fällen künftig die dazwischen geschalteten Agenturen aus dem Werbe-Zyklus fliegen. Damit sichert sich Facebook eine zentrale Rolle im aufstrebenden Influencer Marketing und hält andere Unternehmen klein.

Ebenso ist es vorstellbar, dass das Konzept des Brand Collabs Managers vom Facebook-Influencer ebenfalls auf die viel größere Schar der Instagram-Influencer ausgerollt wird. Das wäre ein wirklich harter Schlag für die Agentur-Szene.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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