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Amazon zahlt mickrige 10 Euro für deinen Browserverlauf

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Der Amazon Assistant soll den Browserverlauf von Kunden durchleuchten . (Foto: Pixabay.com / HutchRock)
geschrieben von Vivien Stellmach

Amazon macht seinen Kunden ein unmoralisches Angebot. Wer den Amazon Assistant installiert und dem Versandriesen seinen Browserverlauf offenlegt, erhält dafür mickrige zehn Euro. Kennen wir die perfide Total-Spionage nicht schon von Facebook?

Über die App Facebook Research sammelte Facebook monatelang Daten von Nutzern im Alter zwischen 13 und 35 Jahren. Dafür stand der Social-Media-Riese heftig in der Kritik – vor allem, weil er intransparent mit den Daten der minderjährigen Nutzer umgegangen war.

Daraufhin entwickelte Facebook die neue App Facebook Study, mit der fortan nur noch Erwachsene ausgeforscht werden sollen. Doch wer die Anwendung installiert, erhält gerade einmal 20 US-Dollar als Gegenleistung.


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Jetzt will Amazon Assistant deine Daten

Amazon ist nun ebenfalls auf den perfiden Spionage-Zug aufgesprungen – und zwar mithilfe von Amazon Assistant. US-amerikanische und europäische Prime-Kunden sollen die Browser-Erweiterung installieren und dem Versandriesen ihren Internet-Verlauf offenlegen.

Wer am Prime Day in den USA für mindestens 50 US-Dollar eingekauft hat, erhält dann einen Einkaufsgutschein über zehn US-Dollar. Das ist noch weniger als bei Facebook und nicht mehr als ein sehr mickriges Taschengeld.

Und auch in Deutschland bietet Amazon diesen Deal an. Wer sich bis zum 21. Juli die Browser-Erweiterung von Amazon installiert, erhält zehn Euro Rabatt auf den nächsten Einkauf mit einem Bestellwert von mindestens 25 Euro.

Amazon forscht sieben Millionen Kunden aus

Amazon möchte die Daten vermutlich verwenden, um Marketing-Produkte und individuelle Werbung zu verbessern. So erhält der Konzern nicht nur alle Informationen, die bereits aus den Amazon-Einkäufen der Kunden hervorgehen, sondern auch alle restlichen Daten.

Aber die sollten dem milliardenschweren Unternehmen wirklich mehr wert sein. Gegenüber der internationale Nachrichtenagentur Reuters sagte ein Amazon-Sprecher, dass bereits sieben Millionen Kunden den Amazon Assistant benutzen würden.

Und deren Privatsphäre will Amazon laut eigener Aussage auch respektieren. „Das Vertrauen der Kunden ist von größter Bedeutung“, heißt es im Artikel von Reuters.

Nutzer können offenbar einzelne Funktionen im Assistant abstellen. Dann soll Amazon nur Daten tracken können, wenn man die Funktion auch aktiv verwendet.

Das Datensammeln mit dem Amazon Assistant soll zudem nur auf Websites erfolgen, „für die wir möglicherweise passende Produkt- oder Serviceempfehlungen haben“. Welche das sein könnten, sagt das Unternehmen aber nicht.

Amazon Assistant ist nicht die einzige Tracking-Technologie

Auf der eigenen Homepage nutzt Amazon auch schon länger Tracking-Pixel, um das Verhalten der Nutzer zu beobachten. Damit wertet der Konzern die Interessen seiner Kunden bereits aus. Mit Amazon Assistant soll das aber noch umfangreicher geschehen.

Und wie wir wissen, zeichnet Amazons Sprachassistentin Alexa Gespräche auf. Dadurch kann das Unternehmen ebenfalls Informationen über uns sammeln und seine Produkt-Palette optimieren.

Ein wirklich gutes Gefühl hinterlässt das Spionage-Thema dabei nicht. Schließlich muss man nicht unbedingt etwas zu verbergen haben, um seine Privatsphäre schützen zu wollen.

Tools wie der Amazon Assistant sind natürlich freiwillig und grundsätzlich sind Produktoptimierung und individuelle Werbung auch gut und wichtig. Aber wir wissen nicht, wann und wie genau Amazon seine Kunden verfolgt. Spionage ohne unsere Zustimmung ist und wäre einfach ein Unding.

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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

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