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Studie untersucht YouTube-Nutzung – und wirft eine wichtige Frage auf

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Die YouTube-Nutzung wird offenbar stark von Kindern und entsprechenden Inhalten bestimmt. (Foto: Pixabay.com / Kaufdex)
geschrieben von Vivien Stellmach

Eine Studie hat gezeigt, dass YouTube-Videos von und mit Kindern viel mehr Aufrufe erhalten als andere Clips – und das, obwohl die Plattform eigentlich für Erwachsene gedacht ist. Was sagt das über die YouTube-Nutzung aus?

YouTube ist die erfolgreichste und beliebteste Video-Plattform und dafür sind offenbar vor allem Clips von und mit Kindern verantwortlich.

Das hat das Pew-Forschungszentrum, ein nicht-staatliches Meinungsforschungsinstitut aus dem US-amerikanischen Washington, in einer Studie herausgefunden. Demnach erhalten Clips von und mit Kindern nämlich deutlich mehr Aufrufe als andere Inhalte.


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YouTube-Nutzung: Fast 250.000 Videos werden in einer Woche hochgeladen

Für die Studie zur YouTube-Nutzung haben die Pew-Forscher in der ersten Januar-Woche 2019 über 43.000 YouTube-Kanäle untersucht, die mindestens 250.000 Abonnenten zählen. Dafür verwendeten sie eine Programmierschnittstelle.

Im untersuchten Zeitraum haben 56 Prozent der Kanäle mindestens einen Clip veröffentlicht. Insgesamt waren es über 243.000 Videos mit einer Gesamtlaufzeit von 48.000 Stunden – das sind fast eine Viertel Million Clips in gerade mal einer Woche.

Die Videos haben satte 14 Milliarden Klicks generiert. Wie groß und populär YouTube längst geworden ist, lässt sich an diesen Zahlen also gut ablesen.

Inhalte von und mit Kindern sind am erfolgreichsten

Dabei waren vor allem Videos erfolgreich, die sich entweder an Kinder unter 13 Jahren richteten oder in denen Kinder direkt zu sehen waren.

In der Studie richteten sich wenige englischsprachige Inhalte direkt an Kinder. Allerdings waren diese länger und erhielten mehr Aufrufe als Clips zu allgemeinen Themen.

Konkret waren das beispielsweise Clips mit Videospiel-Bezug – also unter anderem sogenannte Let’s Plays – in denen Kinder oder Erwachsene beliebte Spiele spielen und sich dabei selbst kommentieren. Besonders populär sind dabei natürlich angesagte Spiele wie Minecraft und Fortnite.

Clips, in denen Kinder zu sehen waren, wurden sogar dreimal häufiger angesehen als andere Videos.

YouTube ist keine Plattform für Kinder

Problematisch ist das Ergebnis deshalb, weil YouTube eigentlich nicht für Kinder gemacht ist. Darauf weist auch das Pew-Forschungszentrum hin. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte dies: „Wir haben immer deutlich gemacht, dass YouTube nie für Nutzer unter 13 Jahren gedacht war.“

Die Plattform hatte in der Vergangenheit immer wieder mit mangelndem Kinderschutz zu kämpfen. Sexualisierte Kindervideos seien viel zu leicht zugänglich.

Und wir müssen an dieser Stelle hoffentlich gar nicht erst darüber reden, dass schon deren Existenz ein Unding ist.

In den Medien hieß es immer wieder, dass YouTube es so auch pädophilen Nutzern einfach machen würde, zu kinderpornographischen Inhalten zu gelangen.

YouTube-Nutzung: Kinder-Inhalte gehören auf die Kids-Plattform

Das Wall Street Journal hatte im Juni 2019 berichtet, dass YouTube alle Inhalte von und mit Kindern auf YouTube Kids verschieben wolle – also auf die hauseigene Kinder-Plattform.

Die seit 2015 bestehende App (für iOS und Android) richtet sich an Kinder im Grundschulalter und Jugendliche unter 13 Jahren.

Allerdings steht die Plattform deshalb laut der US-amerikanischen Nachrichtenseite Bloomberg noch in der Kritik: Älteren Kindern sei das Portal oft zu kindlich. Deshalb besuchen sie lieber das normale YouTube.

Google, dem beide Video-Plattformen gehören, hat also noch viel Verbesserungsbedarf. Möglicherweise täte das Unternehmen gut daran, eine eigene App für Clips mit Videospiel-Inhalten zu entwickeln. Sie sind immerhin am beliebtesten.

Und durch eine konkrete Trennung würden die Kids von diesen Videos auch nicht so schnell auf andere Inhalte gelenkt werden, die nicht für sie bestimmt sind.

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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

1 Kommentar

  • Ich hatte in einem Fall Einsicht, wo denn bestimmte YouTube-Werbung ausgespielt und wo geklickt wurde. Fast alles Kinderkanäle – ganz und gar nicht die eingestellte Zielgruppe. Die „Klicks“ etc. sind Patschehändchen kleiner Kinder auf den Handys ihrer überforderten Eltern, die sich so etwas Ruhe erkauften.
    => Eltern, lasst das. Eure Kinder werden es euch langfristig danken.
    => YouTube: Ihr habt ein Problem. Fixt es, sonst springt jeder Werbekunde ab, der mal in die Details hineinguckt.

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