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Facebook führt ein eigenes Nachrichtenangebot ein – und zahlt Millionen

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Die Facebook-Nachrichten sollen im Herbst 2019 in den USA anlaufen. (Foto: Pexels.com / freestocks.org)
geschrieben von Vivien Stellmach

Facebook will im Herbst 2019 einen eigenen Bereich für Nachrichten einführen – und dafür mehrere Millionen US-Dollar pro Jahr ausgeben. Doch inwieweit können Facebook-Nachrichten das weltweit größte soziale Netzwerk wirklich bereichern? Ein Überblick.

Dem Wall Street Journal zufolge, will Facebook einigen Verlagen drei Jahre lang bis zu drei Millionen US-Dollar pro Jahr anbieten, um deren Schlagzeilen und Auszüge aus Artikeln in einem eigenen Bereich zu veröffentlichen.

Dazu sollen zunächst die US-amerikanischen Medien Washington Post, Bloomberg, Dow Jones und ABC News zählen. Die Facebook-Nachrichten sind also erstmal für die Vereinigten Staaten geplant. Ob Facebook damit später auch weltweit an den Start gehen will, ist bislang unklar.

Facebook-Nachrichten in den USA: Der News Tab kommt

Das Projekt nimmt auch schon Formen an: In den USA arbeitet Facebook gerade am sogenannten News Tab. Das soziale Netzwerk möchte Verlagen dabei auch die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, wie ihre Artikel im Nachrichtenbereich dargestellt werden.

Demnach können beispielsweise nur Schlagzeilen und Vorschau-Texte angezeigt werden, die wiederum auf die eigentliche Nachrichtenseite verweisen. Ein Artikel kann aber auch vollständig in den Facebook-Nachrichten angezeigt werden – das liegt ganz bei den Verlagen selbst.

Facebook steht in der Kritik

Die neuen Facebook-Nachrichten könnten eine Reaktion auf die vorangegangene Kritik vieler Medien sein. In den vergangenen Jahren war die Sichtbarkeit von Nachrichten-Beiträgen immer weiter gesunken, weil Facebook Beiträge von Familie, Freunden und Bekannten bevorzugte.

Die Idee mit den Nachrichten ist allerdings nicht neu: 2015 gab es schon die „Instant Articles“, mit denen Verlage ohne Gegenleistung komplette Artikel bei Facebook veröffentlichen konnten.

Sie bemerkten jedoch, dass sie die Inhalte über die Optionen des sozialen Netzwerks nicht ausreichend vermarkten und monetarisieren konnten – und zogen sich deshalb wieder zurück.

Was hat Facebook von eigenen Nachrichten?

Die Frage lautet nun: Was ist ein eigenes Nachrichtenangebot im weltweit größten sozialen Netzwerk wirklich wert? Verlage wollen, dass ihre Inhalte verbreitet werden. Sie profitieren an der Platzierung innerhalb von Suchmaschinen und Netzwerken. Aber wie sieht es mit Facebook aus?

Natürlich möchte Facebook, dass Nutzer möglichst viel Zeit im Netzwerk verbringen. Der Gedanke hinter den Facebook-Nachrichten könnte also auch sein, dass sie die Plattform nicht mehr verlassen müssen, um Nachrichten zu lesen.

Im April hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Gespräch mit Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des deutschen Medienkonzerns Springer, zudem angekündigt, dass er „hochwertige und vertrauenswürdige News“ publizieren will.

Zuckerberg scheint aber keine eigenen Journalisten einstellen zu wollen. Die Zusammenarbeit mit Verlagen, die hochwertige Nachrichten für das Netzwerk bereitstellen, ist demnach offenbar die einfachere und lukrativere Variante.

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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

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