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WhatsApp-Alternativen unter der Lupe: Was kann Threema?

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Der sichere Messenger Threema ist eine starke Alternative zu WhatsApp. (Foto: Pixabay.com / LoboStudioHamburg)
geschrieben von Vivien Stellmach

Die meisten von uns nutzen WhatsApp, um im Alltag mit Freunden, Familie und vielleicht auch Kollegen zu kommunizieren. Aber es gibt auch sichere und bessere Messenger auf dem Markt. Diese wollen wir in einer Serie einmal näher vorstellen. Heute: Threema.

Threema, ein unabhängiges Unternehmen aus der Schweiz, hat 2012 den gleichnamigen Kurznachrichten-Dienst veröffentlicht. Das Besondere am Messenger: Er legt seinen Schwerpunkt vollkommen auf Schutz und Privatsphäre.

Anders als WhatsApp erfüllt der Messenger die gesetzlichen Datenschutz-Anforderungen. Threema bietet dabei den gleichen Funktionsumfang wie WhatsApp und noch mehr. Wir können chatten, telefonieren und sogar Umfragen erstellen.


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Das macht den Messenger sehr beliebt: Aktuell nutzen laut Statista schon ungefähr fünf Millionen Menschen die Anwendung. Nach eigenen Angaben ist er auch der meistverkaufte sichere Kurznachrichten-Dienst der Welt.

Die Anwendung ist nicht kostenfrei erhältlich. Wir zahlen im App-Store 3,49 Euro und im Google-Play-Store 2,99 Euro. Aus diesen App-Käufen finanziert sich Threema eigenständig. Deshalb ist der Messenger auch komplett werbefrei – und das soll laut eigenen Angaben auch so bleiben.

Threema: Der anonyme Kurznachrichten-Dienst

Der Messenger verdankt seinen Namen seiner hohen Sicherheit. Dieser ist nämlich vom englischen Begriff der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abgeleitet, mit der alle Nachrichten, Gruppenchats, Medien, Dateien, Sprachanrufe und Statusmeldungen verschlüsselt sind.

Aus „End-to-End Encrypting Messaging Application“ – was abgekürzt EEEMA heißt – wurde schließlich Threema.

Anders als beim großen Konkurrenten WhatsApp muss man bei Threema keine Handynummer oder E-Mail-Adresse angeben. Stattdessen generiert man beim Einrichten der App eine zufällige Identifikationsnummer (ID). Mit dieser kann man ganz anonym kommunizieren.

Ein weiterer Pluspunkt von Threema gegenüber WhatsApp ist, dass keine Datenspur entsteht, wenn wir den Messenger verwenden. Gruppen und Kontaktlisten werden direkt auf unserem Smartphone verwaltet – nicht wie bei WhatsApp auf einem Server.

Selbst Nachrichten werden nach ihrer Zustellung sofort gelöscht, damit möglichst keine Metadaten entstehen. All das macht Threema zu einem anonymen Kurznachrichten-Dienst.

Kontakte und ihre Vertrauensstufe

Aber wie lässt sich diese Anonymität mit Sicherheit gleichsetzen? Threema hat diese Herausforderung in der eigenen Kontaktliste gemeistert. Hinter jedem unserer Kontakte sehen wir nämlich Punkte, die die Vertrauensstufe eines Nutzers angeben. Das funktioniert nach dem Ampelsystem.

Wenn ein Kontakt einen roten Punkt erhält, hat die App durch den optionalen Abgleich einer Handynummer oder E-Mail-Adresse keinen passenden Kontakt im Adressbuch gefunden. Das kann daran liegen, dass hinter dem Nutzer vielleicht nicht wirklich die Person steckt, die man hinter seiner ID vermutet.

Zwei gelbe Punkte bedeuten, dass Telefonnummer oder E-Mail-Adresse eines Kontakts schon im eigenen Adressbuch gespeichert ist.

Damit ein Kontakt im eigenen Adressbuch drei grüne Punkte erhält, muss man dessen QR-Code beziehungsweise Schlüssel-Fingerabdruck mit dem eigenen Smartphone scannen. Das stellt logischerweise sicher, dass man die andere Person auch persönlich kennt.

In puncto Sicherheit hat Threema also ganz klar die Nase weit vor WhatsApp.

Threema für Smartphones, Tablets und mehr

Für Android und iOS funktioniert der Messenger nicht nur auf dem Smartphone und einer Smart Watch beziehungsweise Apple Watch, sondern auch auf einem Tablet und iPad. Und er ist auch mit Android Auto kompatibel, nicht aber mit Apples Car Play.

Wer ein Blackberry hat, kann die Anwendung sogar auf dem Kindle benutzen. Der Kurznachrichten-Dienst ist also auf mehreren Geräten einsetzbar. Das soll für WhatsApp bald auch funktionieren. Threema ist dem großen Konkurrenten hier aber ebenfalls klar einen Schritt voraus.

Threema Work, Threema Gateway und Threema Education

Und die Gründer haben auch eine Alternative für die Kommunikation mit Arbeitskollegen in petto: Threema Work basiert auf dem normalen Messenger und bietet dementsprechend auch die selben sicheren Funktionen inklusive abhörsicheren Anrufen. Die App ist kostenfrei für iOS und Android erhältlich, die Nutzung allerdings nur kostenpflichtig möglich.

Es gibt drei verschiedene Preispläne: Wer Threema Work erstmal testen will, kann das mit der Trial-Version 60 Tage lang auf 15 Geräten kostenfrei tun. Wer sich danach für einen Kauf entscheidet, zahlt die Business-Variante pro Gerät monatlich 1,40 Schweizer Franken. Empfohlen wird sie „Unternehmen mit geringen Ansprüchen an Individualisierung, Administration und Automatisierung“. Die teurere Enterprise-Version für Firmen mit „hohen Ansprüchen“ kostet monatlich 1,90 Schweizer Franken pro Gerät.

Für Nutzer, die hauptsächlich privat kommunizieren, lohnt sich der einmalige Kauf der normalen Threema-App also mehr als die Nutzung von Threema Work, für das man letztendlich eben regelmäßig zahlen muss.

Mit Threema Gateway lassen sich Nachrichten in bestehende Software-Anwendungen integrieren. Firmen können also Textnachrichten bis 3.500 Zeichen und Dateien bis 50 Megabyte verschlüsselt über ihre eigene Software versenden und empfangen.

Der Versand einer Nachricht kostet dabei 20 Schweizer Rappen beziehungsweise 18 Cent. Wer eine Datei verschicken will, zahlt 40 Schweizer Rappen oder 36 Cent.

Seit April 2019 gibt es zudem Threema Education– einen Messenger für Bildungseinrichtungen. Dieser ist basierend auf Threema Work auf schulische Bedürfnisse zugeschnitten.

Er kann von Verantwortlichen einer Schule zentral administriert und konfiguriert werden. Das garantiert maximale Sicherheit.

Eine starke Alternative zu WhatsApp

Es sieht stark danach aus, als wäre Threema eine echte Alternative zu WhatsApp. Und das ist der Schweizer Kurznachrichten-Dienst auch. Es gibt nur eine Hürde zu überwinden: Natürlich sollten auf den Threema-Zug auch möglichst viele Kontakte aufspringen, damit sich die Nutzung lohnt.

Denn hierzulande ist der Messenger zwar schon sehr bekannt. Aber dadurch, dass die Anwendung kostenpflichtig ist, dürfte der Wechsel eines ganzen Freundeskreises tendenziell nicht so schnell vonstatten gehen wie bei einer kostenfreien App.

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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

14 Kommentare

  • Hallo Vivien!

    Erstmal Danke für Deinen Artikel! Ich wusste bisher nicht, wofür die Abkürzung „Threema“ eigentlich steht.
    Ich nutze Threema parallel zu Telegram, WhatsApp habe ich bereits abgeschafft aus wohl bekannten Datenschutzgründen. Meine Frage wäre ob Du vorhast, auch Telegram etwas ausführlicher zu beleuchten? Das wäre prima!

  • Auf mehreren Geräten gleichzeitig lässt sich Threema nicht nutzen.. es kann immer nur ein Gerät pro ID aktiv sein. Durch die anonyme Anmeldung ist es auf Geräten ohne eigene Mobilnummer trotzdem deutlich komfortabler bei der Einrichtung / Verwendung.

    Was Threema und WhatsApp bzgl. der Verschlüsselung auf technischer Ebene unterscheidet, hätte man auch noch detaillierter erklären können.. 😉
    Zumal auch WhatsApp mittlerweile ein Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Protokoll für den Nachrichtenaustausch verwendet. Trotzdem hat Threema verschiedene Vorteile, zB beim Speicherort der privaten Schlüssel.

    https://threema.ch/de/faq/crypto_differences

  • Vivien lobt in Ihrem Artikel den Messenger Threema in himmlische Höhen. Bedingt stimme ich ihr zu. Threema ist für mich seit 6 Monaten der einzige Messenger. Was fehlt ist der „gelesen“ Status im Gruppen Chat. Vielleicht kann Vivien bei Threema hierzu mal nachfragen. Meine Anfragen diesbezüglich laufen ins Leere. Mit dieser Funktion käme Threema vollends auf 150%

  • Ja, das ist komisch mit dem Bezahlen für die App. Ich nutze Threema schon seit Jahren.
    Allerdings sind die meisten immer noch bei WhatsApp.
    Obwohl einige richtig viel Geld in Handy Spiele oder sonst was versenken sind die 2€ für Threema nicht drin.
    Mich würde es mal interessieren warum das so ist?
    Ist das ein typisch deutsches Problem?
    Würde Threema kostenlos sein, wette ich würde es WhatsApp den Rang ablaufen.

    • Hi Alex,

      ich bin voll bei dir. Vermutlich denken viele Leute einfach nicht darüber nach und setzen andere Prioritäten. Warum es schwerer fällt, zwei Euro für eine App als beispielsweise für ein Bier auszugeben, liegt wohl daran, dass wir die digitale Hürde irgendwie für groß halten.

      Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass da plötzlich Geld von unserem Konto abgebucht wird und wir nicht bar zahlen können, wobei das bei Handyspielen etc. ja genauso ist.

      Das Phänomen habe ich bei mir jedenfalls auch schon beobachtet. Warum das so ist, muss wohl letztendlich jeder für sich selbst beantworten.

      Liebe Grüße
      Vivien

  • Telegram ist leider auch nicht sicherer als WhatsApp. Dazu gibt es schon einige Artikel. Die geringste Hürde bietet sicherlich ginlo, da es erstmal kostenlos ist.

  • Hallo Vivien,
    vielen Dank für den kurzen und verständlichen Beitrag über Threema.
    Da bereits in den Stores schlechte Bewertungen für Threema Work abgegeben wurden, würde ich Sie bitten, wenn Sie den kleinen Zusatz schreiben würden, dass lediglich die App Threema Work kostenlos ist, die Nutzung aber nur mit einer kostenpflichtigen ID möglich ist. Die App lässt sich anders nicht aktivieren und nutzen, wenn man nicht hierfür monatlich/jährlich zahlt, um eine ID zu erhalten.

    Das würde sicher einige private Anwender aufklären und zeigen, dass der einmalige(!) Kauf der Threema App für sie passender wäre statt die kostenlose Threema Work App und der ID mit laufender(!) Zahlung.

    Viele Grüße

  • Guten Abend,
    Der Artikel ist nett geschrieben, unterschlägt leider einen der wichtigsten Punkte.
    WhatsApp bietet die Möglichkeit der Videotelefonie- Threema hingegen „nur“ Sprachanrufe.
    Von einem nahezu identischen Umfang kann daher m.E. Nicht die Rede sein.
    Damit vereint WhatsApp die Appledienste iMessages und FaceTime (die den sagenumwobene Appel Kosmos mit am prägnantesten auszeichnen) und macht sie auch allen Android Nutzern auf eine Art „zugänglich“.

    • Hi Hannes,

      vielen Dank zunächst einmal für deinen Kommentar! Ob nun Sprachanrufe und Video-Telefonie nahezu identisch sind, liegt wohl im Auge des Betrachters. Ich persönlich empfinde es als gleichwertig. Aber das ist denke ich eine persönliche Entscheidung eines jeden.

      Liebe Grüße
      Christian

  • Hallo,
    ich nutze Threema schon von Anfang an und bin super zufrieden damit. Es ist genau an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst und das, was für mich wichtig ist, kann ich entnehmen und alles andere, was mich nicht interessiert und auch nichts angeht eben nicht.
    Ein verschlüsselter Messenger, wo man wie beispielsweise bei Telegram erstmal einen neuen verschlüsselten Chat mit der betreffenden Person öffnen muss, da der Chat, in dem man sich standardmäßig befindet nicht verschlüsselt ist.
    ??? Was soll denn dieser Quatsch und warum muss man es unnötig kompliziert gestalten???
    Dafür fehlt mir das Verständnis.
    Bei Threema kann ich sehen, ob meine Nachricht übermittelt wurde, also auf betreffenden Gerät eingegangen ist und wann die gelesen wurde. Genau das reicht ja auch aus. Weder interessiert mich, wann jemand zuletzt online war, noch geht das abdersrum jemanden bei mir etwas an.

    Ich kann Threema nur allen enpfehlen, eine super App, ohne die ich nicht mehr auskommen möchte.
    Die knapp 3 €vor 5-6 Jahren, stehen in keiner Relation zu dem Messenger und würde ich sogar nochmal ausgeben.
    Natürlich entscheidet jeder selbst, wofür er sein Geld ausgibt, das möchte ich auch gar nicht bewerten.
    DANKE AN DAS Threema Team und bitte hört nie damit auf, zu machen, was euch soviel Spaß macht.

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