Technologie

Warum sich Mobile Payment in manchen Ländern einfach nicht durchsetzt

Mobile Payment, Smartphone
Mobile Payment hat es in einigen Ländern sehr schwer – und das hat seine Gründe. (Foto: Pexels.com / rawpixel.com)
geschrieben von Christian Erxleben

Was das Mobile Payment angeht, gehört Deutschland definitiv nicht zu den Vorreitern. Doch auch in den technisch aufgeschlossenen USA kann sich die Technologie einfach nicht durchsetzen – und dafür gibt es einige nachvollziehbare Gründe.

Die Deutschen lieben ihr Bargeld. Das ist nicht nur ein Klischee, sondern tatsächlich ein belegter Fakt. Denn die zahlreichen Untersuchungen zu dieser Thematik kommen noch immer zu diesem Ergebnis – unabhängig davon, wie stark die Digitalisierung voranschreitet.

Das führt dann im Alltag dazu, dass wir in vielen Geschäften oder Restaurants erst ab einem bestimmten Betrag mit Karte zahlen können. An Mobile Payment wollen wir an dieser Stelle noch nicht einmal denken.


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Mobile Payment in den USA irrelevant

Doch zumindest in der letzten Kategorie stehen die deutschen Nutzer und Händler nicht alleine dar. So ergab eine aktuelle Untersuchung der Management-Beratung Bain, dass in den USA weniger als zehn Prozent der Nutzer auf die Möglichkeiten des Mobile Payment zurückgreifen.

Zum Vergleich: In China und Indien liegen die Raten bei jeweils über 80 Prozent. An der Smartphone-Verbreitung liegt die verhaltene Nutzung derweil nicht. Diese ist sowohl in den USA als auch in Deutschland mittlerweile ebenfalls sehr hoch. Doch woran scheitert es dann?

Mangelnde Alternativen treiben Mobile Payment voran

Einer der größten Gründe ist, dass es sowohl in Deutschland als auch in den USA zahlreiche simple Alternativen zum Mobile Payment gibt. Währenddessen war und ist es in China, Indien und anderen Ländern mit Mobile-Fokus so, dass das Bargeld häufig die einzige Alternative war.

Dabei gibt es selbstverständlich sowohl aus staatlicher als auch privater Perspektive viele Nachteile. Denn wer läuft gerne mit massig Bargeld herum? Außerdem lassen sich bei einer Bezahlung in Cash viel leichter die Steuern umgehen, ohne dass es die Behörden merken.

Wenn jedoch in Ländern und Geschäften – und das ist in den USA durchaus der Fall – EC- und Kreditkarten akzeptiert werden, gibt es zunächst einmal keinen Grund, die Methode zu wechseln.

Denn im Zweifelsfall ist es schneller, den Betrag kontaktlos mit der Kreditkarte zu zahlen. Bis wir unser Smartphone herausgeholt, uns via Face-ID oder Fingerabdruck identifiziert, die entsprechende App geöffnet und an den Scanner gehalten haben, vergeht auch einiges an Zeit.

Akzeptanz bei Händlern und Vorteile für Kunden

Mobile Payment ist also nicht immer die schnellste Bezahl-Funktion. Das ist für uns Nutzer, die wir von Natur aus faul sind, schon einmal ein Grund, bestehende Systeme weiterhin zu nutzen.

Hinzu kommt, dass zahlreiche bereits etablierte Payment-Methoden mit Cashback- oder anderen Bonus-Programmen arbeiten. Das heißt: Die Nutzer werden für ihre Aktivitäten zusätzlich belohnt. Dieser Anreiz fehlt bei den mobilen Zahl-Methoden häufig noch komplett.

Zuletzt gelingt es nur den wenigsten Mobile-Payment-Anbietern, in der Masse die Händler für sich zu gewinnen. Denn letztlich ist es nicht nur entscheidend, ob ein Nutzer eine Bezahl-Methode nutzt, sondern ob er sie in seinem Geschäft überhaupt anwenden kann.

Für die Betreiber von Geschäften bedeutet Mobile Payment jedoch oftmals auch ein finanzielles Investment in neue Hardware. Diese nicht unbedingt niedrigen Kosten vermeiden die meisten Händler jedoch so lange, wie die angebotenen Methoden – vom Bargeld bis zum kontaktlosen Zahlen mit Kreditkarte – ausreichen.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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