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Threads von Instagram: Brauchen wir wirklich noch einen Messenger?

Christian Erxleben
So sieht "Threads von Instagram" aus. (Foto: Instagram)

Seit einigen Tagen gibt es mit „Threads von Instagram“ einen neuen Messenger aus dem Facebook-Universum. Dabei lagert das Team von Mark Zuckerberg im Prinzip die Enge-Freunde-Liste in eine eigene App aus. Wer braucht das? Eine kommentierende Analyse.

Mark Zuckerberg hat es wieder einmal getan. Er hat eine Funktion aus einer seiner erfolgreichen App in eine eigene Anwendung ausgelagert. In diesem Fall geht es um die noch relativ neue Enge-Freunde-Liste aus dem Bilder-Netzwerk Instagram.

Ein Mini-Messenger-Instagram für die besten Freunde

Der Name – Threads von Instagram – gibt schon einen ersten Hinweis darauf, welches Ziel das soziale Netzwerk mit dem neuen Messenger verfolgt. Im Fokus der App liegt eindeutig die private Kommunikation mit dem engsten Freundeskreis.

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So bestimmst du schon bei der ersten Anmeldung aus der Liste deiner Instagram-Freunde all jene Kontakte, die in deinen exklusiven Freundeskreis aufgenommen werden sollen.

Wenn du bereits die Enge-Freunde-Funktion nutzt, findest du die dort ausgewählten Kontakte auch in „Threads von Instagram“ wieder. Selbstverständlich hast du die Option diese Liste zu bearbeiten.

Der Rest der App ist für Instagram-Nutzer eigentlich selbsterklärend. Es gibt direkt auf dem Startbildschirm einen Kamera-Modus. Über diesen nimmst du Fotos und Videos auf, die du mit deinen Freunden teilst.

Der größte Unterschied – und wohl die entscheidende Messenger-Komponente – ist der Status. Diese Funktion soll es dir ermöglichen, „wenn du gerade einmal keine Zeit hast, um ein Foto oder Video zu senden, kannst du deine Freunde auch mit einer Statusmeldung auf dem Laufenden halten.“ Ein Feature, das wir so bereits aus WhatsApp oder Slack kennen.

Wie kommen die Nutzer zu „Threads von Instagram“?

Grundsätzlich ist das Potenzial von „Threads von Instagram“ gigantisch. Schließlich verfügt die Mutter-Plattform weltweit über eine Milliarde monatlich aktive Nutzer. Die Frage ist jedoch, ob es Instagram gelingt, diese Nutzer zu konvertieren.

Und genau an dieser Stelle ist zumindest Skepsis angebracht. Schließlich gibt es bislang noch keine Integration von Threads von Instagram in der Mutter-App. Selbst einen Hinweis auf die neue Anwendung gab es noch nicht.

Das wiederum liegt womöglich daran, dass die App bislang – entgegen der eigentlichen Ankündigung – in Deutschland fast nur iOS-Nutzern zur Verfügung steht. Bei manchen Android-Nutzern hingegen fehlt die Anwendung im Play Store noch. Damit bleibt für den Moment ein Teil der potenziellen Nutzer außen vor.

„Threads von Instagram“: Private Kommunikation alleine genügt nicht

Der zweite Schwerpunkt von Threads ist der Aspekt der Privatsphäre. Doch genügt dieser wirklich, um die Nutzer zum Download einer eigenständigen App zu motivieren, die keine nennenswerten Vorteile bringt? Auch an dieser Stelle ist Skepsis angebracht.

Zumal bereits in den ersten Kommentaren in den App Stores zu sehen ist, dass Nutzer die mangelnde Privatsphäre kritisieren. Schließlich gehört auch „Threads von Instagram“ zum großen Facebook-Konzern – und der steht nun einmal nicht gerade dafür, sorgsam mit den Daten der eigenen Nutzer umzugehen.

Fazit

Letztendlich werden erst die nächsten Wochen und Monate zeigen, ob sich Threads in die Flop-Liste der ausgelagerten Facebook-Apps einsortiert oder ob womöglich ein ähnlicher Erfolg wie beim Facebook Messenger entsteht.

Letzteres gelingt jedoch nur, wenn das Bedürfnis nach Kommunikation mit den engsten Freunden in einer selbstständigen App bei sehr vielen Menschen vorhanden ist – und das lässt sich aktuell noch nicht abschätzen.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.