Google, Google-Logo, Google News, digitale Inhalte, Verlagsinhalte

Google bezahlt erstmals deutsche Publisher für digitale Inhalte

Christian Erxleben
Google schafft ein neues Nachrichtenformat in Deutschland und bezahlt erstmals Verlage. (Foto: Unsplash.com / Mitchell Luo)

Es klingt für deutsche Publisher wohl zunächst einmal erstaunlich: Google hat jetzt offiziell erklärt, erstmals für digitale Inhalte von Publishern zu bezahlen. Sie sollen Teil eines neuen Nachrichtenformats werden. Dabei gibt es noch einige offene Fragen.

Das Verhältnis zwischen Google und der deutschen Verlagsbranche ist mehr als angeschlagen. Das haben zahlreiche Konflikte in den letzten Jahren immer wieder untermauert.

Zuletzt war es während der Überarbeitung der europäischen Urheberrechtsreform zu heftigen Diskussionen gekommen. Dabei fordern vor allem die großen deutschen Verlage – zum Teil entgegen der Ansicht der kleinen und mittleren Publisher – oftmals eine Bezahlung von Google für die Verwendung von Überschriften, Texten und Co.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Google schafft neues Nachrichtenformat und lizenziert

Bislang hatte Google alle Forderungen nach Bezahlung weitestgehend abgewehrt. Schließlich bietet die Suchmaschine mit der Google-Suche und den speziellen Formaten Google News und Discover auch essenzielle Plattformen für Publisher.

Sollte Google sich dazu entschließen, diese Dienste einzustellen, haben vor allem die großen Publisher mit massiven Reichweiten-Verlusten zu kämpfen. Welche Konsequenzen das hat, haben spanische Verleger vor einigen Jahren bereits erfahren, als die spanische Version von Google News kurzzeitig eingestellt worden ist.

Deswegen ist die jüngste Initiative von Google in Deutschland, Australien und Brasilien auch durchaus überraschend. So teilt der Konzern in einem Blog-Beitrag mit, dass „wir von Verlagen Lizenzen über qualitativ hochwertige Inhalte für ein neues Nachrichtenformat erwerben, das später in diesem Jahr veröffentlicht wird.“

Zu den ersten deutschen Partnern zählen der Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Zeit, die Rheinische Post und der Tagesspiegel. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Eine Aufstockung ist geplant.

Was ist genau geplant?

Zu eben jener Frage halten sich alle Beteiligten derzeit noch äußerst bedeckt.

Google selbst spricht von mehr „Sichtbarkeit“ für digitale Inhalte und einem „verbesserten Storytelling-Erlebnis“. Außerdem soll auch Geld „für den kostenlosen Zugriff von Nutzern auf kostenpflichtige Artikel auf den Websites einzelner Verlage“ fließen.

Wie das Geschäftsmodell dabei konkret aussieht, ist unklar. Auch andere Fragen sind zum jetzigen Zeitpunkt ungeklärt:

  • Wie viel Geld bezahlt Google für digitale Inhalte?
  • Wie sieht das Publishing-Format in Google News und Discover aus?
  • Welche Inhalte erwarten den Leser – Text, Bild, Video?
  • Werden diese exklusiven Inhalte von Google bevorzugt?

All diese und noch zahlreiche weitere Punkte sind offen. Doch vor allem die letzte Frage dürfte insbesondere kleine Verlagshäuser und digitale Publisher beschäftigen.

Schließlich haben sie es im Kampf mit den großen Redaktionen sowieso schon schwerer. Falls es dann noch zu einer Bevorzugung kommt, könnte es vielerorts zu Problemen kommen.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

Auch interessant:

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Social Media Manager (m/w/d)
Paul Reber GmbH + Co KG in Bad Reichenhall
Junior Social Media Manager (m/w/d)
ORTHOMOL pharmazeutische Vertriebs GmbH in Langenfeld
Online Marketing Manager (m/w/d)
EUROBAUSTOFF Handelsgesellschaft mbH ... in Bad Nauheim
Werkstudent/in Online Marketing (m/w/d)
Sorglos GbR in Köln
Praktikant Mediendesign und Social Media (d/m...
Mercedes-Benz Tech Innovation in Stuttgart
Digital Content & Innovation Manager (alle*)
Hausärztinnen- und Hausärzteverband Bad... in Stuttgart
Praktikant Mediendesign und Social Media (d/m...
Mercedes-Benz Tech Innovation in Ulm
Senior-Marketing-Manager/in Schwerpunkt Kommu...
KEM Flow Measurement GmbH in Bad Kötzting
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.