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So funktioniert der Tik-Tok-Algorithmus

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Die Reichweite von Videos auf Tik Tok wächst sprunghaft. (Foto: Unsplash.com / Kon Karampelas)
geschrieben von Philip Bolognesi

Mit der chinesischen Social-Video-App Tik Tok gibt es einen neuen leuchtenden Stern am Social-Media-Kosmos. Immer mehr Unternehmen entdecken das Potenzial des Netzwerks. Doch wie funktioniert der Tik-Tok-Algorithmus überhaupt? Das erklären wir dir.

Die Idee hinter Tik Tok ist eigentlich sehr simpel: Nutzer nehmen Videos von 15 Sekunden auf und versehen ihre Clips und Choreographien mit Musik und kleinen Effekten.

Dabei ist es so einfach und bereitet so viel Spaß, dass immer mehr neue Nutzer sich die App auf ihr Smartphone laden. Weltweit wurde die App 1,2 Milliarden Mal heruntergeladen. Damit rangiert die Video-App hinter WhatsApp und dem Facebook Messenger auf Platz drei der am häufigsten heruntergeladenen Apps.


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Doch wie funktioniert der Tik-Tok-Algorithmus und welche Indikatoren spielen eine wichtige Rolle dabei?

Um den Maschinenraum von Tik Tok zu verstehen, sollten wir uns vor Augen halten, wer sich hinter Tik Tok verbirgt – und zwar der in China ansässige Technologie-Konzern Bytedance.

Bekannt wurde dieser als führender Anbieter von Künstlicher Intelligenz, mit deren Hilfe Bytedance maschinell lernfähige Content-Plattformen betreibt. Die erworbenen Kompetenzen lässt Bytedance auch in Tik Tok fließen und zeigt damit, welche Wege auch andere Social-Media-Netzwerke einschlagen werden.

Der Tik-Tok-Algorithmus: So arbeitet das Empfehlungssystem

Nutzer der App kennen es: Wenn sich Tik Tok öffnet, präsentiert sich der „Für dich“-Feed. Dieser Video-Stream ist auf die Interessen des jeweiligen Nutzers individuell zugeschnitten und baut auf einem ausgeklügelten Empfehlungssystem auf.

Dabei gibt es drei essenzielle Faktoren, die den persönlichen Feed des Nutzers bestimmen.

1. User Interactions

Wie bei anderen Plattformen berechnet auch der Algorithmus von Tik Tok Likes und Shares mit ein. Ausschlaggebend ist dabei auch, welchen Accounts der Nutzer folgt sowie umgekehrt. Auch Kommentare sowie die Art des Posts – zum Beispiel eine Tanzeinlage zu einem Song – spielen dabei eine wichtige Rolle.

2. Videoinformationen

Verwendet ein Nutzer bestimmte Hashtags, Clip-Beschreibungen oder auch einzelne Sound-Effekte und Songs in seinem Video, lässt der Algorithmus diese Daten in seine Bewertung einfließen.

3. Gerät und Einstellungen

Auch wenn diese Informationen nicht entscheidend darüber sind, ob ein Post im „Für dich“-Feed angezeigt wird oder nicht, erfasst die App sie. Verwendete Sprache, aktueller Ort und auch der Smartphone-Typ entscheiden lediglich darüber, wie die App Inhalte an ihre Nutzer ausspielt.

Festhalten lässt sich also, dass der Tik-Tok-Algorithmus nicht so viel anders macht als die Pendants anderer Netzwerke und Plattformen. Das Schlüsselwort lautet auch in diesem Fall: Interaktionen.

Diese Faktoren strukturieren deinen „Für dich“-Feed

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Daten und Signale, die Tik Tok misst und in seinen Algorithmus einspeist. Dies hat die Plattform selbst bestätigt.

Schaut ein Nutzer einen Videoclip bis zum Ende, honoriert die Plattform dies natürlich positiv. Dabei bewertet der Tik-Tok-Algorithmus auch die Gewichtung einzelner Faktoren.

Im Vergleich ist es weniger wichtig, wenn der Creator sein Video im Land des Betrachters oder Nutzers hochlädt. Maßgeblicher für den Algorithmus ist stattdessen die Verweildauer des Nutzers.

Ruft ein Nutzer die App zum ersten Mal auf, stellt Tik Tok ihm verschiedene Kategorien wie Länder, Destinationen oder Mode vor, um seine persönlichen Vorlieben zu erfahren. So schafft es die Plattform anschließend, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit interessante Inhalte zu präsentieren.

Interagiert der Nutzer dann mit den ihm ausgespielten Posts, kann Tik Tok seine künftigen Empfehlungen darauf aufbauen und ihm noch bessere Inhalte ausspielen, die für ihn interessant sind. Der Feed entwickelt sich also sukzessive weiter.

Ebenso essenziell sind Suchanfragen für den Algorithmus. So ist es möglich, dass neue Kategorien und somit unbekannte Clips im „Für dich“-Feed erscheinen. Tik Tok ist bestrebt, Nutzern abwechslungsreiche Inhalte vorzustellen. Dabei kommt es nicht darauf an, wie hoch die Follower-Anzahl des Creators ist.

Wir können daher festhalten: An dieser Stelle agiert Tik Tok anders als Facebook, Twitter und Co. Auch für kleine Accounts ist es aufgrund dieses Systems schnell möglich, Reichweite aufzubauen.

Was Unternehmen beim Tik-Tok-Algorithmus beachten müssen

Wichtig ist es für Marken und Unternehmen, die Aktivität und das Engagement der Nutzer im Blick zu haben. Im Hinterkopf sollte verankert sein, dass Tik Tok jedes einzelne Video überprüft und individuell bewertet, ob der Content wirklich in den Feed des Nutzers und zu dessen Suchintention passt.

Tik Tok selbst gibt in seinen Insights Marken und Unternehmen weitreichende Tipps, um den eigenen Algorithmus bestmöglich entgegen zu kommen.

So sagt das Netzwerk, dass die Viralität eines Videos allein nicht ausreicht, um für eine entsprechend lange Zeit eine große Reichweite in der Tik-Tok-Community zu erzielen.

Stattdessen sollten sich Marken auf aktuelle Themen konzentrieren. Um die Aufmerksamkeit anzusprechen, sollten Creators aktuelle Trends aufgreifen und sich überlegen, wie es ihnen helfen kann, Interaktionen bei ihren Nutzern hervorzurufen.

Ebenso sollte der eigene Content stets so kreiert sein, dass er die Aufmerksamkeit der Nutzer dauerhaft hochhält – und zwar bis zum Ende des Clips.


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Über den Autor

Philip Bolognesi

Philip Bolognesi war von 2018 bis 2020 in der Redaktion von BASIC thinking tätig. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist zertifizierter Social-Media-Manager. Zuvor hat er als freiberuflicher Online-Redakteur für CrispyContent (Serviceplan Berlin) gearbeitet und mittelständische Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation beraten. Ihn trifft man häufig im Coworking-Space Hafven in Hannover.

1 Kommentar

  • Wenn man den Algorithmus versteht, dann versteht man in meinen Augen auch die Plattform und weiß viel besser wie man agieren muss.

    Danke für den Artikel.

    VG Roman

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