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Kein „Schwarzer Peter“ mehr: Facebook geht gegen Blackface und Antisemitismus vor

Blackface, Facebook
Facebook lässt keine Blackface-Fotos mehr zu, die beleidigende Absichten verfolgen. (Foto: Unsplash.com / konkarampelas)
geschrieben von Vivien Stellmach

Ist das schon zu viel des Guten oder genau das richtige Zeichen gegen Blackface? Facebook erlaubt fortan keine Fotos vom niederländischen Nikolaus-Helfer „Schwarzer Peter“ mehr im sozialen Netzwerk und auf Instagram. Der Konzern will antisemitische Stereotypen verbannen.

Fotos von weißen Menschen mit schwarzer Schminke im Gesicht sind auf Facebook und Instagram nicht mehr willkommen. Das Unternehmen möchte so gegen rassistische und antisemitische Stereotypen vorgehen, dabei erwischt es auch den niederländischen Nikolaus-Helfer „Schwarzer Peter“.

Ist das nun schon Diskriminierung oder genau das richtige Zeichen gegen Antisemitismus und Blackface? Immerhin geht es nüchtern betrachtet nur um Stereotypen mit schwarzer Schminke im Gesicht, dicken Lippen und Kraushaaren – warum sollten die gleich rassistisch sein?


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Das Problem ist, dass viele schwarze Menschen die Blackface-Stereotypen selbst als rassistisch wahrnehmen. Aus diesem Grund ist der „Schwarze Peter“ aus den Niederlanden auch sehr umstritten.

Blackface: Facebook geht gegen Antisemitismus vor

Laut der zuständigen Facebook-Managerin Monika Bickert hätten solche Inhalte auch „schon immer gegen den Geist unserer Regeln verstoßen“.

Das soziale Netzwerk erklärt: „Facebook findet es nicht hinnehmbar, dass Menschen sich durch bestimmte Beiträge diskriminiert und nicht sicher fühlen. Sinterklaas ist ein Fest für alle.“

Sinterklaas steht für den Nikolaus in den Niederlanden und Belgien. Wie bei uns Knecht Ruprecht sein Gehilfe ist, ist es in unseren Nachbarländern der „Schwarze Peter“.

Reaktionen aus dem Netz: Es hagelt Kritik

Ganz ohne Gegenwind kann Facebook das Verbot für Blackface aber wohl nicht durchsetzen. Aus dem Netz hagelt es nämlich auch Kritik. So berichtet der Nachrichtensender Ntv, dass Anhänger des „Schwarzen Peters“ sich in ihrer Meinungsfreiheit angegriffen fühlen.

Die neue Regelung darf man aber nicht nur schwarz und weiß sehen. Laut Bickert spiele nämlich auch der Kontext eine Rolle. Wenn jemand mit einem Blackface-Foto beispielsweise auf das Verhalten eines Politikers hinweisen möchte, solle es nicht verboten werden.

Facebook möchte wohl abwägen, ob Nutzer ein Blackface-Bild mit oder ohne beleidigende Absicht veröffentlichen.

Kann Facebook das Blackface-Verbot vernünftig umsetzen?

Die Frage ist: Gelingt es Facebook, das Blackface-Verbot auch so umzusetzen, dass sich weder Menschen rassistisch beleidigt noch in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt fühlen?

Wie genau das Unternehmen Blackface-Fotos prüfen will, ist nicht klar. Falls es Facebook gelingt, nur rassistisch angehauchte Inhalte zu verbannen, wäre das Blackface-Verbot jedenfalls ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung und Antisemitismus.


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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

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