Wirtschaft

So viel Geld verdienen die ARD-Chefs im Jahr

ARD-Chefs, ARD, Tom Buhrow, GEZ, Rundfunk
Tom Buhrow verdient von allen ARD-Chefs das meiste Geld. (Foto: Screenshot / YouTube)
geschrieben von Vivien Stellmach

Wie viel Geld verdienen eigentlich die ARD-Chefs im Jahr? Das Erste hat nun öffentlich gemacht, wie hoch die Spitzengehälter im Rundfunk sind. Redakteure und Auszubildende verdienen vergleichsweise wenig. Sollten die Gehälter angepasst werden? Ein Meinungsbeitrag.

Die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so heißt es von der ARD, basieren auf Tarifverträgen, die mit Gewerkschaften geschlossen werden.

Diese Tarifverträge beschreiben, wie die verschiedenen Tätigkeiten und Berufsbilder bewertet werden. ARD-Chefs verdienen natürlich grundsätzlich mehr als Mitarbeiter in unteren Klassen, weil sie auch mehr Verantwortung tragen. Aber wie hoch ist der Gehaltsunterschied wirklich?


Neue Stellenangebote

Social Media Manager (w/m/d)
Porta Service & Beratungs GmbH & Co. KG in Porta Westfalica
Sales Specialist for HEBREW (m/f/d) Social Media – HOMEOFFICE
Concentrix Global Services GmbH in Berlin
Social Media Manager (m/w/d)
Lidl Stiftung & Co. KG in Neckarsulm

Alle Stellenanzeigen


Das wollen wir uns in diesem Artikel einmal genauer ansehen. Werfen wir einen Blick auf die Einkünfte der verschiedenen Berufsgruppen, fällt schnell auf, dass Redakteure und Co. mehr verdienen als in der freien Wirtschaft. Im internen Vergleich mit höher gestellten Positionen erscheint das Einkommen dennoch niedrig.

ARD-Chefs: So viel verdienen die Intendanten

Der WDR-Intendant und derzeitige ARD-Vorsitzende Tom Buhrow steht mit einem Jahresgehalt von 395.000 Euro zum Beispiel an der Spitze.

Hinter ihm positionieren sich BR-Intendant Ulrich Wilhelm mit 388.000 Euro, der mittlerweile pensionierte NDR-Intendant Lutz Marmor mit 365.000 Euro und SWR-Intendant Kai Gniffke mit 343.000 Euro.

Unter der Marke von 300.000 Euro bewegen sich HR-Intendant Manfred Krupp mit 286.000 Euro, MDR-Intendantin Karola Wille mit 275.000 Euro, RBB-Intendantin Patricia Schlesinger mit 261.000 Euro, Radio-Bremen-Intendantin Yvette Gerner mit 270.000 Euro und SR-Intendant Thomas Kleist mit 245.000 Euro.

Das ist im Vergleich zum normalen Durchschnittsgehalt eines deutschen Arbeitnehmers natürlich eine Menge Geld – um nicht zu sagen sehr viel mehr Geld.

Ist es da nicht ein wenig unfair, dass wir von unserem vergleichsweise geringen Einkommen auch noch einen monatlichen Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro zahlen müssen, um das große Gehalt von ARD-Chefs zu finanzieren?

Im nächsten Jahr soll der Rundfunkbeitrag übrigens noch auf 18,36 Euro steigen.

Verdienen Redakteure und Co. verglichen mit ARD-Chefs zu wenig?

Laut einsehbarer Liste verdienen Redakteure monatlich zwischen 3.681 und 10.728 Euro. Kamera-Mitarbeiter kommen auf 2.886 bis 8.605 Euro und Grafiker erhalten 2.886 bis 8.028 Euro.

Dabei leisten gerade Redakteure und Co. elementare Arbeit für die Berichterstattung. Ohne sie würden die Öffentlich-Rechtlichen keine Inhalte senden können. Sollte das Geld also nicht vielleicht gleichmäßiger verteilt werden?

Diese Moralfrage stellt sich natürlich nicht nur beim Rundfunk. Aber die Einkommensliste bietet uns einen schönen Anlass, einmal darüber nachzudenken, wofür unser Rundfunkbeitrag eigentlich verwendet wird und wie groß die Gehaltslücke zwischen den verschiedenen Positionen ist.

Traurig ist auch: Während ARD-Chefs im finanziellen Überfluss leben, erhalten Auszubildende im ersten bis dritten Jahr nur 764 bis 1.207 Euro. Programm-Volontäre kommen mit 1.634 bis 2.278 Euro noch etwas besser weg.

Und trotzdem: Wäre es nicht fair, dass sie bei einer offensichtlich finanziell gut aufgestellten Branche mehr verdienen?

Wir sollten das Geld besser verteilen

In einer perfekten Welt würden sie das. In einer perfekten Welt würden wir das Geld aber auch grundsätzlich besser verteilen. Es würde keine Hungerlöhne auf der einen und Überbezahlungen auf der anderen Seite geben.

An diesem kapitalistischen Problem kann möglicherweise die Corona-Pandemie etwas ändern. Wenn wir tiefer in die Wirtschaftskrise rutschen, muss früher oder später irgendetwas passieren.

Aktuell ist das nur Wunschdenken, aber vielleicht wachen wir eines Tages doch noch in einer faireren Welt ohne Geldgier und extremen Kapitalismus auf.


LinkedIn-Guide gratis!

Melde dich für unser wöchentliches BT kompakt an und erhalte als Dank unseren großen LinkedIn-Guide kostenlos dazu!

Auch interessant:


Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

2 Kommentare

Kommentieren