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Wer ist hier wirklich der Böse: Apple oder Fortnite?

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Die Entwicklungsfirma hinter Fortnite, Epic Games, fordert Spieler unter dem Hashtag #FreeFortnite zur Rebellion gegen Apple auf. (Foto: Screenshot / Epic Games)
geschrieben von Vivien Stellmach

Apple hat Fortnite wegen unerlaubten In-App-Verkäufen aus dem App Store geworfen. Die Firma hinter dem beliebten Online-Spiel – Epic Games – war allerdings gut vorbereitet: Sie hat nämlich bereits Klage eingereicht. Aber wer ist hier wirklich der Böse: Apple oder Fortnite?

Da hat Epic Games aber wohl einen sehr gut vorbereiteten Schachzug gemacht: Das Unternehmen hinter Fortnite hat neue Funktionen eingeführt, mit denen Spieler das In-App-Kaufsystem von Apple umgehen und Inhalte somit günstiger erwerben können.

Diese Funktionen verstoßen gegen die Richtlinien des App Stores – und ganz offensichtlich war das Epic Games mehr als bewusst.


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Das Unternehmen hat nämlich blitzschnell reagiert, als Apple Fortnite aufgrund der unerlaubten In-App-Verkäufe aus dem App Store geworfen hat. Epic Games wartete nämlich scheinbar nur darauf, Apple eine 60 Seiten lange Klage um die Ohren zu hauen.

Apple vs. Fortnite: Epic Games wagt eine Revolution

Konkret geht es darum, dass Apple bei In-App-Käufen 30 Prozent Provision einstreicht. Die Höhe der Abgabe steht schon länger in der Kritik – vor allem auch deshalb, weil Entwickler keine Möglichkeit haben, alternative Bezahlwege anzubieten.

Der Musik-Streaming-Dienst Spotify hatte deshalb schon einmal Beschwerde bei der europäischen Wettbewerbskommission eingereicht.

Nun wagt Epic Games eine Revolution: Die Entwickler-Studios rufen Spieler unter dem Hashtag #FreeFortnite dazu auf, sich bei Apple über den Rauswurf aus dem App Store zu beschweren. Damit will das Unternehmen offenbar auch grundsätzlich gegen die Apple-Provision bei In-App-Käufen protestieren.

Apple verweist auf die App-Store-Regeln

Apple lässt sich davon natürlich erstmal nicht beeindrucken – und verweist darauf, dass Epic Games nun einmal gegen die App-Store-Regeln verstoßen hat.

Die Regeln „gelten gleichermaßen für Entwickler und dienen dazu, den Store sicher für unsere Nutzer zu halten“, heißt es dazu von Apple. Das Unternehmen aus Cupertino befürchte, Epic habe die neuen Funktionen mit Absicht eingeführt, um die Regeln zu verletzen.

Zudem sollen die Regelungen auch nur dazu dienen, Kunden vor Betrug zu schützen. Apple muss natürlich etwas in diese Richtung sagen, um die Provision von 30 Prozent irgendwie zu rechtfertigen. Aber wer ist denn jetzt der Böse in dieser Sache: Apple oder Fortnite?

Wer ist hier wirklich der Böse: Apple oder Fortnite?

Darüber lässt sich natürlich sehr gut streiten. Wir können Apple dafür kritisieren, bei jedem In-App-Kauf so einen hohen Geldanteil selbst zu kassieren.

Allerdings scheint Epic Games die Aktion rund um #FreeFortnite auch gezielt vorbereitet und durchgeführt zu haben. Die Firma hat die Regeln verletzt – das ist Fakt. Deshalb darf sie sich eigentlich auch nicht beschweren, aus dem App Store geflogen zu sein. Genau das scheint das Unternehmen ja beabsichtigt zu haben.

Der Clevere scheint in diesem Fall also erst einmal Epic Games zu sein – gerade weil sich die Firma mit ihrer Klage auch schon im Vorfeld sehr gut auf Apples Rauswurf vorbereitet hatte.

Die Frage ist nun, ob Epic mit seiner Aktion #FreeFortnite wirklich etwas bewirken kann oder der Schuss nach hinten losgeht. Wenn neue Versionen von Fortnite nicht mehr über Apples Mobilgeräte verfügbar ist, brechen der Firma natürlich jede Menge Spieler weg.

Es muss also zwingend eine Lösung her. Wer von beiden Unternehmen letztendlich als Gewinner hervorgeht, können wir zum jetzigen Zeitpunkt aber erstmal nur abwarten.


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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

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