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Das steckt hinter den mysteriösen QAnon-Gruppen und ihren Anhängern

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Der Anführer "Q" verfügt angeblich über streng geheime Informationen. (Foto: Unsplash.com / Alexander Andrews)
geschrieben von Christian Erxleben

„We are Q!“ Dieser Slogan prangt auf den T-Shirts und Schildern der Anhänger von QAnon. Insbesondere auf Facebook haben die Gruppen einen unfassbaren Zulauf. Doch was steckt eigentlich hinter dem mysteriösen Zusammenschluss – und ist er gefährlich?

Unser Alphabet hat insgesamt 26 Buchstaben und der 17. davon – also das Q – erlebt gerade in den USA einen ungeahnten Aufschwung. Aktuell ist er auf vielen T-Shirts, Plakaten, digitalen Plattformen und erstaunlich oft auch auf den Tribünen der Wahlkampfveranstaltungen von Donald Trump zu sehen.

Q steht für QAnon: Was bedeutet das?

Doch was versteckt sich hinter dem Buchstaben Q in diesem Zusammenhang? Die Antwort fällt kurz aus und lässt trotzdem viele Fragen offen. Konkret ist das Q das Erkennungssymbol der Anhänger der sogenannten QAnon-Bewegung.


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An deren Spitze steht mit dem Code-Namen „Q“ eine anonyme Person. Sie verfügt – so zumindest die eigene Aussage – über Zugänge zu sehr vertraulichen und streng geheimen Informationen der US-amerikanischen Regierung.

Da sich diese mysteriöse Person allerdings nicht zu erkennen gibt und folglich anonym bleibt, kommt zum „Q“ das Kürzel „Anon“ für anonym hinzu.

Woran glauben die Anhänger von QAnon?

Wie so oft im Fall derartiger Gruppierungen gibt es zahlreiche Ausprägungen. Dabei zeigt jedoch ein nicht zu verachtender Teil der Anhänger radikale, teils rechtsgerichtete und antisemitische Einstellungen.

Der Grundtenor ist jedoch folgender: US-Präsident Donald Trump kämpft gegen den sogenannten „Deep State“ – also eine geheime Regierung, die einer kriminellen Organisation unterliegt.

Zu deren Mitgliedern gehören angeblich zahlreiche US-amerikanische Politiker wie Barack Obama und Hillary Clinton. Hinzu kommen noch etliche Hollywood-Stars wie Tom Hanks und einflussreiche Milliardäre und Personen wie George Soros.

Sie alle praktizieren laut den QAnon-Anhängern unter anderem satanistische Rituale. Ein weiteres, angebliches Kernelement ist ein geheimer Kinderhandel und Sex-Ring, der von der geheimen Regierung betrieben wird.

Beweise für alle Behauptungen der QAnon-Bewegung gibt es natürlich nicht. Vielmehr berufen sie sich darauf, dass die politischen Gegner ja auch nicht das Gegenteil beweisen können. Deshalb sei ihre Annahme wahr.

Warum hat Facebook ein Problem mit QAnon?

Um sich zu organisieren und einer staatlichen Zerschlagung aus dem Weg zu gehen, organisieren sich die Anhänger von QAnon in anonymen, geheimen Facebook-Gruppen. Alleine die zehn größten Zusammenschlüsse kommen laut einer Untersuchung des sozialen Netzwerks auf über eine Million Mitglieder.

Eine der größten Gruppen mit über 200.000 Mitgliedern hat Facebook nun gelöscht. Als Grund nannte eine Sprecherin, dass innerhalb der Gruppe „die Grenzen zu Mobbing und Belästigung, Hassrede und falschen Informationen“ überschritten worden wären.

Auch die weiteren QAnon-Gruppen stehen unter Beobachtung. Aus internen Kreisen des sozialen Netzwerks erklingt zudem der Wunsch, noch entschlossener gegen jene Vereinigung vorzugehen.

Der Gedanke dahinter: Im Herbst 2020 steht die Wahl des US-amerikanischen Präsidenten bevor. Die Mitarbeiter sind besorgt darüber, dass Zusammenschlüsse wie QAnon erneut dafür sorgen, dass es zur massenhaften Verbreitung von Lügen und Manipulation kommt – zu Gunsten von Donald Trump.

Übrigens: Selbst der US-amerikanische Geheimdienst FBI kam bereits im Jahr 2019 zu dem Schluss, dass von QAnon eine „potenzielle Terrorismusgefahr im Inland“ ausgeht. Wenn also Mark Zuckerberg diese Botschaften ignoriert, muss er sich nicht wundern, wenn wieder einmal Kritik aufkommt.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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