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16 Millionen Tik-Tok-Nutzer unter 14: Donald Trump und das Datenschutz-Problem

Vivien Stellmach
Tik Tok hat in den USA ein Datenschutz-Problem: Junge Nutzer müssen besser geschützt werden. (Foto: Unsplash.com / Aaron Weiss)

Das Aus für Tik Tok in den USA rückt immer näher – und das ist vielleicht genau richtig so. Von 49 Millionen täglichen Nutzern sind ein Drittel unter 14 Jahre alt – und die sind möglicherweise bislang nicht ausreichend geschützt. Ein Problem, das Donald Trump lösen muss.

Donald Trump macht ordentlich Dampf. Der US-Präsident hat eine Anordnung unterschrieben, die die Tik-Tok-Firma Bytedance dazu zwingt, eine Rückabwicklung der 2017 getätigten Akquisition der App Musically durchzuführen oder alle US-amerikanischen Daten zu vernichten.

Das Aus für Tik Tok in den USA rückt also immer näher – und das ist vielleicht genau richtig so. Mehrere Familien in den Vereinigten Staaten wollen die Kurzvideo-App immerhin schon vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Illinois verklagen, weil sie Tik Tok Datenklau von Kindern vorwerfen.

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Die Kläger vermuten nämlich, dass die App heimlich Gesichtserkennungsmerkmale von Kindern und ihren Aufenthaltsort ermittelt – und sie unbefugt an chinesische Server weitergeleitet hat.

Tik Tok in den USA: Werden die Nutzer immer jünger?

Einen festen Beweis dafür gibt es nicht. Vorsicht ist aber dennoch geboten. Denn wie die New York Times berichtet, sind von 49 Millionen täglich aktiven Tik-Tok-Nutzern schon ein Drittel unter 14 Jahre alt. Die Altersgrenze für die App liegt nur bei 13 Jahren.

Laut einem früheren Tik-Tok-Angestellten sollen auf der Plattform wochenlang sogar einmal Videos kursiert sein, in denen Jugendliche scheinbar noch jünger waren.

Wenn ein Unternehmen aus den USA also Tik Tok kauft, übernimmt es auch gleich Verantwortung für eine sehr sensible Zielgruppe. Die App ist bei jungen Menschen sehr beliebt und die Nutzer scheinen auch immer jünger zu werden.

Tik Tok unternimmt nicht genug für den Datenschutz

Die Information zu den unter 13-jährigen Nutzern lässt natürlich auch die Frage aufkommen, ob Tik Tok bislang genug für den Datenschutz der Jugendlichen unternommen hat.

In den USA besagt ein Gesetz namens Children’s Online Privacy Protection Act, dass Eltern zunächst ihre Zustimmung erteilen müssen, bevor Plattformen persönliche Daten von Kindern unter 13 Jahren sammeln dürfen.

Und offenbar brach Bytedance, das Unternehmen hinter Tik Tok, diese Regelung bereits. 2019 mussten die Betreiber von Tik Tok 5,7 Millionen US-Dollar an die US-amerikanische Bundesbehörde Federal Trade Commission zahlen, damit diese entsprechende Anschuldigungen fallen lies.

Tik Tok in den USA: Donald Trump muss Datenschutz-Problem lösen

Donald Trump muss das Datenschutz-Problem für Tik Tok in den USA also unbedingt lösen. Möglicherweise weiß der US-Präsident das besser als jeder andere und pocht deshalb auf sein Verbot.

So oder so bleibt Bytedance nicht mehr allzu viel Zeit, zu handeln. Die neue Anordnung schenkt dem Unternehmen 90 Tage Zeit für die Rückabwicklung des Kaufs. Trump stellte allerdings auch noch eine einmalige Verlängerung um weitere 30 Tage in Aussicht, wenn die Frist nicht reichen sollte.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.