Technologie

Warum Apple One den Abo-Markt nachhaltig verändert

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Apple hat auf seinem September-Event 2020 das neue Abo-Modell Apple One vorgestellt. (Screenshot: YouTube).
geschrieben von Vivien Stellmach

Apple hat auf seinem Event im September 2020 nicht nur zwei neue iPads und Apple Watches vorgestellt, sondern auch ein neues Abo-Modell. Apple One soll ein Paket aus mehreren Diensten schnüren – und könnte damit den Abo-Markt nachhaltig verändern.

Das Apple-Event im September 2020 ist Geschichte. Apple hat auf der Konferenz zunächst zwei neue iPads vorgestellt, von denen zum einen das normale iPad 7 durch das iPad 8 ersetzt wird.

Das Gerät kommt mit einem A12-Bionic-Prozessor, der laut eigenen Angaben 40 Prozent schneller arbeiten soll. In dem einfachen iPad steckt auch erstmalig eine Neural Engine, die Muster in der Nutzung analysiert und aus Erfahrungen selbstständig lernt.


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Das iPad 8 ist ab dem 18. September 2020 verfügbar und ab 369,40 Euro erhältlich.

Zum anderen hat Apple auch noch das neue iPad Air 4 vorgestellt. Es sieht optisch viel mehr nach dem iPad Pro aus und punktet mit einem 10,9 Zoll großen Retina-Display. Zudem verfügt das Gerät über einen USB-C-Anschluss und Touch ID.

Der Home Button dazu sitzt nun am oberen Gehäuserand statt unterhalb des Displays. Und statt des A12-Bionic arbeitet das iPad Air 4 mit einem A14-Prozessor und einer Neural Engine mit 16 Kernen. Damit dürfte das iPad Air 4 vermutlich leistungsstärker als das aktuelle iPad Pro sein.

Das iPad Air 4 kommt im Oktober 2020 zu einem Preis ab 632,60 Euro auf den Markt. Beide Geräte sind mit dem neuen Betriebssystem iPadOS 14 ausgestattet, das bald für alle Nutzer zum kostenlosen Download bereitsteht.

Die neuen Smartwatches: Apple Watch Series 6 und Apple Watch SE

Außerdem hat Apple gleich zwei neue Smartwatches vorgestellt: Die Series 6 der Apple Watch und das günstige Einsteigermodell Apple Watch SE. Am Design der Uhr verändert sich dabei nichts. Die Series 6 kommt wahlweise aber mit einem neuen roten oder blauen Aluminium-Gehäuse.

Viel interessanter ist, dass die Series 6 jetzt die Sauerstoffsättigung des Blutes messen kann. Sie ist dazu mit einem neuen Sensor ausgestattet, der rotes und infrarotes Licht nutzt. Die Messung dauert 15 Sekunden und soll bei Inaktivität auch im Hintergrund laufen können.

Die neuen Smartwatches bringen noch eine Reihe weiterer Funktionen mit sich. Apple stellt sie auf seiner Website genauer vor.

Wir wollen uns jetzt jedoch auf eine andere Neuerung konzentrieren: Apple hat nämlich auch ein neues Abo-Modell vorgestellt, das den Markt nachhaltig verändern könnte.

Apple One: Apple schnürt ein Abo-Paket aus mehreren Diensten

Es heißt Apple One und soll in Deutschland den Musik-Streaming-Dienst Apple Music, den Video-on-Demand-Dienst Apple TV Plus, die Spiele-Plattform Apple Arcade sowie iCloud bündeln. Das Abo-Paket kommt im Herbst 2020. Ein genaues Datum nannte das Unternehmen noch nicht.

Apple One soll dann in zwei verschiedenen Modellen für Einzelpersonen und Familien verfügbar sein. Erstere enthält die Dienste Music, TV Plus und Arcade sowie 50 Gigabyte iCloud-Speicherplatz für 14,95 Euro pro Monat. Das macht eine Ersparnis von sechs Euro pro Monat für Nutzer, die alle vier Dienste abonniert haben.

Das Familien-Modell enthält dieselben Dienste und 200 Gigabyte iCloud-Speicherplatz für 19,95 Euro pro Monat. Dieses Abo-Bundle lässt sich dann auch mit bis zu fünf weiteren Personen teilen.

Apple One Premier kommt unter anderem in den USA

In den USA sowie in Kanada, Australien und Großbritannien bietet Apple zudem noch Apple One Premier an. In diesem Modell liegt noch die Magazin-Flat „Apple News Plus“ sowie Apples neuer Fitness-Dienst „Apple Fitness Plus“ bei. Der iCloud-Speicherplatz ist mit zwei Terabyte ebenfalls größer.

Premier kostet rund 30 US-Dollar pro Monat. In Deutschland wird es die Variante aber zunächst einmal nicht geben. Schließlich sind sowohl Apple News Plus als auch Apple Fitness Plus bislang nur in einigen englischsprachigen Regionen verfügbar.

Um Nutzer vom neuen Modell zu überzeugen, will Apple auch einen Gratis-Monat für alle Dienste im Paket anbieten, die Nutzer noch nicht abonniert haben. Auch soll Apple One jederzeit änder- und kündbar sein.

Kann Apple One den Abo-Markt nachhaltig verändern?

Der Vorteil von Apple One ist nicht nur der günstigere Preis, sondern auch, dass Nutzer auf allen Geräten Zugriff auf jeden abonnierten Service haben. Allerdings gibt es bei Apple wie immer einen Haken für Nutzer: Das Abo-Bundle richtet sich speziell an Apple-Nutzer.

Das Familien-Abo lässt sich zum Beispiel nicht flexibel mit Android-Nutzern teilen. Apple besteht so gesehen also darauf, auch Neukunden zu gewinnen. Das Modell an sich könnte den Abo-Markt aber nachhaltig verändern.

Stellen wir uns nur einmal vor, es würde beispielsweise Spotify und Netflix einem günstigen Abo-Modell geben. Wenn die beliebtesten Streaming-Dienste für Musik und Serien und Filme sich zusammenschließen würden, würden sicher viele Nutzer ein entsprechendes Bundle kaufen.

Möglicherweise ergeben sich in Zukunft entsprechende Kooperationen – vorausgesetzt, die entsprechenden Unternehmen sind bereit, miteinander zu arbeiten.

Apple, bitte gib uns noch mehr Freiheiten!

Apple muss diese Hürde natürlich nicht überwinden. Das Unternehmen hat einfach alle hauseigenen Dienste in einem Bundle vereint. Wünschenswert wäre allerdings noch die Freiheit, sich ein Bundle selbst zusammenzustellen.

Denn sicher gibt es Nutzer, die beispielsweise Music und TV Plus nutzen, aber überhaupt nichts mit dem Spiele-Dienst Arcade anfangen können. Für sie wäre ein entsprechend dünneres Paket ideal.

Allerdings verfolgt Apple mit dem vorgeschriebenen Bundle sicher die Absicht, Nutzer auch auf den Geschmack von Diensten zu bringen, die sie bislang nicht beachtet haben.

Wir dürfen also abwarten, ob das Unternehmen noch mehrere Varianten einführt oder es vorerst bei dem Einzelpersonen- und Familien-Bundle für alle Dienste bleibt.


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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

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