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Mama-Vlogs und Tik-Tok-Tänze: So machen Influencer für die US-Wahl mobil

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In ihrer Kolumne beschäftigt sich Marinela mit Entwicklungen in den USA.
geschrieben von Marinela Potor

Die USA sind eine der größten Tech-Nationen dieser Welt. Doch wie stehen eigentlich die Amerikaner selbst zu all dem? Welche Trends begeistern sie, welche gehen völlig an ihnen vorbei? Genau darüber berichtet Marinela Potor – direkt aus den USA im BASIC thinking US-Update. Diesmal war sie davon überrascht, mit welchen Mitteln Influencer auf Social Media für die US-Wahl mobil machen. 

Am 3. November 2020 wird in den USA der Präsident gewählt. Der Endspurt lässt sich kaum übersehen. Sei es, weil beinahe täglich Briefwahlunterlagen ins Haus flattern, TV-Duelle stattfinden oder die Menschen unzählige Kandidaten-Plakate in ihren Vorgärten aufgestellt haben.

Doch wie motiviert man Bürger während einer Pandemie zur Wahl? In diesem Jahr scheinen das vor allem Influencer in die Hand genommen zu haben.


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Mama-Vlogger für Biden

Eine davon ist Elle Walker. Walker ist eine YouTuberin mit über drei Millionen Followern. Normalerweise dreht sich auf ihrem Kanal, Whats Up Moms, alles um Elternthemen. Doch im Wahlkampf macht sie eine Ausnahme.

In einem Live-Chat unterhielt sie sich vor Kurzem mit dem demokratischen Kandidaten Joe Biden. Ein Thema dabei: alleinerziehende Eltern.

Auch die ehemalige Soldatin, Mutter von zwei Kindern und Beauty-Vloggerin Dulce Candy hat schon im Live-Chat mit Biden geplaudert und legt somit ihren zwei Millionen Followern nahe, bei der US-Wahl in diesem Jahr demokratisch zu wählen.

Weder Walker noch Candy sind offizieller Teil der Biden-Kampagne. Noch wurden sie für die Social-Media-Auftritte bezahlt, schreibt Recode. Sie sind schlicht und einfach Influencer, die ihre Plattformen und damit Millionen von Followern für politische Botschaften nutzen.

Das tun natürlich auch konservative Influencer. Doch besonders auffällig sind die Aufrufe aufseiten der demokratischen Influencer. Möglicherweise haben sie ein größeres Bedürfnis, den Kandidaten mit ihrer großen Reichweite zu unterstützen.

Schließlich verzeichnet der amtierende Präsident Donald Trump über 30 Millionen Follower auf Facebook und 85 Millionen Follower auf Twitter. Biden folgen dagegen lediglich neun Millionen Menschen auf Twitter und auf Facebook sind es nur drei Millionen Follower.

Es ist also denkbar, dass die demokratisch wählenden Influencer eher das Gefühl haben, dass sie Bidens Kampagne unterstützen müssen.

US-Wahl: Tanzen auf Tik Tok

Einen etwas anderen Ansatz wählen dagegen Tik-Tok-Influencer vor der US-Wahl. Ihnen geht es weniger darum, einen bestimmten Kandidaten zu unterstützen. Vielmehr wollen sie ihre Follower zum Wählen motivieren.

Aus gutem Grund. Seit Jahrzehnten liegt die Wahlbeteiligung in den USA um die 50 Prozent. Insbesondere junge Wähler der Generation Z lassen sich nur schwer dazu motivieren, zu den Wahlurnen zu gehen. Briefwahl war bis in diesem Jahr in den USA für viele kein großes Thema.

Nun spornen Tik-Tok-Influencer ihre Follower also mit kleinen Tänzchen zur Wahlbeteiligung an.

Ein Beispiel dafür ist Sean Ahern, ein 27-jähriger Anwalt aus Boston, der sich an der Drei-Musketiere-Challenge auf Tik Tok beteiligte, um seine Follower über die Möglichkeit der Briefwahl zu informieren.

Es fällt schwer, nicht zu schmunzeln, wenn Ahern sich zur Hintergrundmusik mit dem Text „shake that ass“ bewegt und dabei die Botschaft „Ask for a mail-in-ballot“ (beantrage Briefwahlunterlagen) eingeblendet wird. Doch es scheint zu funktionieren. Sein Briefwahl-Video hat über 25.000 Aufrufe.

Auch jüngere Creator rufen auf Tik Tok zur Wahlbeteiligung auf. Die 19-jährige Studentin Lillith Ashworth etwa postet immer wieder politischen Content.

Sie unterstützt ganz bewusst keine bestimmte politische Partei. Vielmehr ruft sie ihre Follower dazu auf, sich über politische Themen zu informieren und selbst aktiv zu werden. Zum Beispiel, indem sie wählen gehen.

Kann aus Interaktion Wahlbeteiligung werden?

Den Einfluss der jungen Tik-Tok-Influencer sollte man nicht unterschätzen. Lillith Ashworth hat 44.500 Follower und Ahern verzeichnet knapp 530.000 Follower.

Die Hoffnung dieser politisch motivierten Influencer ist, dass sie so insbesondere jungen – und oftmals politisch völlig desiniteressierten – US-Bürgern zeigen können, wie wichtig es ist, wählen zu gehen und was sie damit erreichen können.

Ob sich die Interaktionen, Likes und Follower-Zahlen letztlich in der Wahlbeteiligung niederschlagen, wird sich natürlich erst im November zeigen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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