Marketing Social Media

Conversion Lift: Facebook muss den nächsten Messfehler eingestehen

Facebook, Conversion Lift, Werbeanzeigen
Der nächste Messfehler bei Facebook findet sich in Conversion Lift. (Foto: Unsplash.com / willfrancis)
geschrieben von Vivien Stellmach

Facebook entschuldigt sich bei Werbungtreibenden – mal wieder. Der Konzern soll mit seinem Feature Conversion Lift ein Jahr lang falsche Daten ausgespielt haben. Schuld daran war ein technischer Fehler. Einige Unternehmen erhalten als Ausgleich nun Werbegutscheine.

Der Conversion Lift hilft Werbungtreibenden zu sehen, wie ihre Werbeanzeigen auf Facebook, Instagram und im Audience Network zu aufeinander aufbauendem Umsatz und Conversions beigetragen haben.

Die Funktion erlaubt es, die kausalen Zusammenhänge der eigenen Marketing-Maßnahmen zu erkennen. Doch nun ist herausgekommen, dass Facebook dabei ein Jahr lang falsche Daten ausgespielt hat.


Neue Stellenangebote

Social Media Marketing Manager (m/w/d)
sitegeist media solutions GmbH in Hamburg-Winterhude
Praktikant Social Media (m/w/d)
Snipes SE in Köln
Online Marketing & Social Media Manager (m/w/d)
Melitta Group Management GmbH & Co. KG in Minden

Alle Stellenanzeigen


Wie funktioniert Conversion Lift?

Normalerweise vergleicht die Funktion die Handlungen echter Nutzer in randomisierten Test- und Kontrollgruppen und misst zusätzlichen Umsatz online, offline oder in mobilen Apps, den Werber durch Anzeigen auf Facebook, Instagram und im Audience Network generiert haben.

Conversion Lift nutzt dabei die Datenquellen, die du auf Facebook bereits für Messungen und Optimierungen verwendest. Dazu gehört das Facebook-Pixel für Online-Handlungen, das Facebook-SDK für In-App-Veranstaltungen und der Facebook-Offline-Events-Manager für Offline-Handlungen.

Messfehler bei Conversion Lift: Was ist passiert?

Facebook-Mitarbeiter haben nun ein technisches Problem entdeckt, während sie Verbesserungen an Conversion Lift vorgenommen haben. Durch einen Code-Fehler habe Conversion Lift die Anzahl der Conversions ein Jahr lang fehlerhaft gezählt.

Diese Kennzahl ist für die Berechnung des Werts wichtig. Auf ihrer Basis wird berechnet, wie groß der Unterschied in der Conversion Rate zwischen Personen ist, die eine Anzeige gesehen beziehungsweise nicht gesehen haben.

Während wir Verbesserungen an unseren Messprodukten vorgenommen haben, haben wir ein technisches Problem entdeckt, das einige Conversion Lift-Tests beeinflusst hat“, sagt ein Facebook-Sprecher.

„Wir haben dies inzwischen behoben und befinden uns mit Werbetreibenden, deren Tests betroffen waren, im Austausch.“

Wer ist vom Messfehler „bedeutsam betroffen“?

Unternehmen, die Conversion Lift nutzen, sind von dem Messfehler betroffen. Facebook gibt allerdings keine transparenten Informationen dazu heraus, wie schwer der Fehler bei welchen Werbungtreibenden wiegt.

Der Konzern vergibt als Wiedergutmachung Werbegutscheine, die Werber bis zum 31. März 2021 nutzen müssen. Diese erhalten allerdings nur „bedeutsam betroffene“ Unternehmen.

Welche Kriterien Werber erfüllen müssen, um unter diese Kategorie zu fallen, erklärt Facebook nicht. Das Unternehmen habe dazu auch keine Rücksprache mit den Werbungtreibenden geführt.

Kritiker bemängeln Facebooks Vorgehen. Der Konzern könne auf diese Weise nicht wissen, wie stark Werber vom Code-Fehler betroffen seien. Dazu müsse Facebook die Werbestrategie des jeweiligen Unternehmens kennen.

Facebook hatte schon früher Probleme mit fehlerhaften Daten

Facebook geht weder transparent noch nachvollziehbar mit dem Messfehler um. Es ist auch nicht das erste Mal, dass der Konzern mit technischen Messfehlern kämpft.

Im Oktober 2019 bauschte Facebook die Wiedergabezeit von Werbevideos um bis zu 900 Prozent auf. Schuld daran war ebenfalls ein Fehler bei Messungen.

Und im Mai 2017 hatte das Unternehmen Ad Impressions falsch abgerechnet. Damals hatte das soziale Netzwerk für Link-Klicks auf Video Carousel Ads über die mobile Website Gebühren für Interaktionen in Rechnung gestellt, die nicht stattgefunden haben – und das Geld anschließend zurückgezahlt.

Und auch Ende 2016 musste der Konzern mehrfach teilweise große Fehler innerhalb der eigenen Metriken einräumen.

Auch interessant:

Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

Kommentieren