Wirtschaft

Intelligente Menschen setzen auf die unangenehme Stille – du auch?

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Auch du solltest in Gesprächen des Öfteren eine Pause einlegen. (Foto: Pexels.com / Sound On)
geschrieben von Christian Erxleben

Viele Menschen mögen es nicht, wenn in einem Gespräch plötzlich eine Pause eintritt. Dabei sind bewusste Gesprächspausen sogar eine effiziente Technik, um bessere Entscheidungen zu treffen. Wir erklären dir, warum die unangenehme Stille so effektiv ist.

Erinnerst du dich an Dates, in denen es für einige Sekunden plötzlich ganz still war? Derartige Situationen behalten die meisten von uns eher negativ im Kopf. Wenn nicht gesprochen wird, gibt es keine Themen mehr. Das muss also ein schlechtes Zeichen sein.

Deshalb versuchen viele Menschen diese unangenehme Stille zu durchbrechen, indem sie eine belanglose Frage stellen. Dabei ist Ruhe einerseits kein schlechtes Zeichen und andererseits hilft dir ein Moment des Nachdenkens enorm, um bessere und fundierte Antworten zu formulieren.


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Das Konzept der „Akward Silence“

Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass insbesondere intelligente Menschen auf die Technik der Akward Silence – zu Deutsch: unangenehme Stille – setzen.

Was bedeutet das? Bevor beispielsweise Amazon-Gründer Jeff Bezos, Tesla-CEO Elon Musk oder Apple-Chef Tim Cook auf eine Frage antworten, schweigen sie zunächst zwischen zehn und 30 Sekunden.

Dabei geht es ihnen nicht darum, den Gesprächspartner warten zu lassen. Vielmehr nehmen sich diese drei prominenten Vertreter – und auch alle anderen Anwender dieser Technik – die Zeit, ihre Gedanken zu sortieren und eine schlagkräftige Antwort zu formulieren.

Warum die unangenehme Stille so hilfreich ist

Denn durch die Digitalisierung unserer Kommunikation wird Schnelligkeit zu einem Faktor, der bei vielen Menschen und Arbeitnehmern Stress und Druck auslöst. Wir haben das Gefühl, E-Mails innerhalb weniger Minuten und Slack-Nachrichten im Idealfall sofort zu beantworten.

Wenn wir jedoch auf eingehende Nachrichten unverzüglich antworten, reagieren wir lediglich. Oder anders ausgedrückt: Unsere Emotionen überwiegen bei der Formulierung der Antwort. Die gedankliche Balance fehlt, weil es sich sozusagen um eine Kurzschlussreaktion handelt.

Die unangenehme Stille hilft uns dabei, uns wieder mehr Zeit zum Nachdenken zu nehmen. Wir können keine Fakten analysieren und Umweltfaktoren einbeziehen, wenn wir sofort antworten.

Tatsächlich reichen unserem Gehirn für diese Prozesse schon zehn oder 20 Sekunden. Das heißt: Indem wir unsere Antwort überlegt formulieren, gelingt es uns, besser zu kommunizieren.

Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass wir mit unüberlegten Antworten im Prinzip sogar mehr Zeit verschwenden. Denn wenn wir schnell antworten, stützen wir uns häufig auf Floskeln und Ungenauigkeiten. Das wiederum erfordert dann Nachfragen, was das Gespräch de facto verlängert.

Fazit: Lerne die Stille wertzuschätzen

Indem du dir einen Moment der Ruhe vor einer Antwort gönnst, bringst du Emotionen und Gedanken auf eine Ebene.

Du pausierst deine Umgebung und sorgst durch dein Schweigen ebenfalls für Ruhe im Raum. Außerdem erhöhst du den Fokus und stärkst dein Selbstbewusstsein. Schließlich übernimmst du durch die Pause auch die Führung in deinem Gespräch.

Achte also darauf, dass du dir insbesondere in den wichtigen Situationen auch Momente der Ruhe und des Nachdenkens gönnst.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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