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Bye, L.A.! Influencer in den USA haben keinen Bock mehr auf Großstadt

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geschrieben von Marinela Potor

Die USA sind eine der größten Tech-Nationen dieser Welt. Doch wie stehen eigentlich die Amerikaner selbst zu all dem? Welche Trends begeistern sie, welche gehen völlig an ihnen vorbei? Genau darüber berichtet Marinela Potor – direkt aus den USA im BASIC thinking US-Update. Diesmal: Warum Influencer, Tech-Firmen (und „normale“ Menschen) aus der Großstadt flüchten. 

Wer als Influencer etwas auf sich hält, lebt in den USA in Los Angeles. Auch Technologie-Unternehmen erhöhten bisher ihren Coolness-Faktor mit einer hippen Location in Kalifornien. Doch in den letzten Monaten hat eine Art Stadtflucht eingesetzt.

Goodbye, L.A.

Influencer verlassen scharenweise Los Angeles. Dabei gilt Hollywood doch auch für Influencer auf YouTube, Instagram oder Tik Tok als der Ort, an dem Stars und Sternchen groß werden.


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Was ist passiert?

So richtig angefangen hat es wohl im Winter 2020. Auf YouTube fanden sich plötzlich immer mehr Videos von Influencern, die ankündigten: Wir wollen weg aus Los Angeles.

YouTube-Größen wie Logan Paul oder auch Jaz Saini und Harjit Bhandal von Youtwotv sagen gerade „Goodbye, L.A.“ Sogar Kanye West ließ verlauten, dass er am liebsten dauerhaft in seine „bescheidene“ Ranch in Wyoming ziehen wolle.

Was sollen wir noch hier?

Auslöser ist Corona. Genauer genommen der Trend zum Remote Work, den das Virus ausgelöst hat. Denn insbesondere auf YouTube stellen viele Influencer nun fest: Sie müssen nicht zwangsweise in Los Angeles wohnen, um Videos zu produzieren und erfolgreich zu sein.

Gleichzeitig wohnen natürlich deshalb so viele Influencer in L.A., weil sie hier im Zentrum der Unterhaltungsindustrie die besten Kontakte knüpfen können. Insbesondere auf YouTube war es irgendwann „in“, gemeinsam mit anderen YouTubern in große Villen zu ziehen und den Alltag dort zu filmen.

Doch wenn man sich mit niemandem treffen kann, Partys nicht mehr stattfinden und somit effektiv kein Netzwerken mehr erfolgen kann, stellt sich natürlich die Frage: Was sollen wir hier?

Denn das Leben in Los Angeles ist auch sehr teuer.

Einige Influencer suchen sich darum neue Wohnorte. Manche zieht es an tropische Orte wie Puerto Rico, andere wiederum wollen in diesen Tagen nah bei ihren Familien sein. Die Großstadt-Flucht ist aber nicht nur auf Los Angeles und Influencer beschränkt.

Großstadt out, Garten in

Auch die Mitarbeiter größerer Technologie-Unternehmen aus Kalifornien wie Google, Facebook oder Twitter haben schon längst ihre Koffer gepackt.

Sie konnten die überfüllten, teuren und verkehrslastigen Metropolen wie San Francisco oder Los Angeles offenbar nicht schnell genug verlassen. Nun arbeiten sie im Home Office und leben im günstigen Georgia, im steuerfreien Florida oder im ruhigeren Seattle.

Der San Francisco Chronicle berichtet, dass zwischen März und November 2020 mehr als 80.000 Menschen San Francisco verlassen haben. Und nach Informationen von Sfciti haben viele großen Technologie-Unternehmen – von Airbnb über Pinterest bis Yelp – entweder ihre Büros dort geräumt oder verkleinert.

Auch hier haben die Corona-Pandemie und die damit verbundene Arbeit aus dem Home Office den Ausschlag gegeben.

Vor die Wahl gestellt, scheinen also viele Menschen nun Kalifornien den Rücken zu kehren. Der Hauptgrund sind die sehr hohen Lebenskosten in Städten wie Los Angeles und San Francisco.

Für einen Bruchteil des Geldes können Remote Worker nun in Städten wie Austin oder Atlanta die Vorteile einer Großstadt und schönes Wetter genießen.

Andere wiederum wünschen sich einfach mehr Natur und weniger Großstadt-Stress. In L.A. kann man dies sicherlich auch in den Hügeln von Beverley Hills finden, allerdings nicht unter einer Million US-Dollar.

Auch ist natürlich die Atmosphäre in L.A. selbst durch die Unterhaltungsindustrie stressiger und von mehr Konkurrenz geprägt. Viele haben darauf keine Lust mehr und wünschen sich kleinere, entspanntere Orte für sich und ihre Familien.

Und dann gibt es noch einen dritten, sehr offensichtlichen Grund für die Stadtflucht, die über Tech-Mitarbeiter und Influencer hinausgeht.

Großstädte in Pandemie-Zeiten nicht attraktiv

Die Infektions- und Todesraten in den großen Metropolen sind aufgrund der hohen Bevölkerungszahlen und der Bevölkerungsdichte viel höher. So zieht es auch immer mehr Menschen insgesamt von der Großstadt aufs Land oder zumindest in kleinere Städte mit mehr Platz.

Durch Corona sanken die Mietpreise in New York City und San Francisco teilweise um ein Drittel. Dies gilt sowohl für Bürogebäude als auch für privates Wohnen, weil die Nachfrage in beiden Bereichen stark zurückgegangen ist.

In Zeiten, in denen Abstand und Platz die größte Sicherheit bieten, wirken Städte mit Millionen von Einwohnern einfach nicht mehr attraktiv.

Was passiert nach Corona?

Die Frage ist natürlich, ob dieser Trend sich auch nach Corona weiter fortsetzt oder, ob dann Menschen wieder zurück in die Großstädte ziehen. Einige Influencer jedenfalls sind noch nicht bereit, die Großstadt zu verlassen.

YouTuber James Rath beispielsweise sagte dem Magazin The Verge:

Creators haben sich gut an die Welt der Remote-Arbeit angepasst. Doch ich glaube, es gibt das Verlangen nach Präsenz-Kollaborationen, sobald dies wieder sicher ist. Entweder kehren die Kreativen dann wieder zurück oder es kommen neue, die sich die gleichen Chancen erhoffen wie [andere] zuvor.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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