Unterhaltung

Netflix und Gaming: Was plant der Streaming-Riese denn jetzt?

Netflix, Gaming, Streaming
Erste Gehversuche mit dem Game zum Netflix-Original „Stranger Things“. (Foto: Screenshot / YouTube)
geschrieben von André Gabriel

Was tun, wenn sich der eigene Garten mehr und mehr füllt? Richtig, Köpper in den benachbarten Pool. Netflix hat das Streaming als Big Business salonfähig gemacht und inzwischen ist der Markt nahezu überfüllt – mit steigender Tendenz. Um sich weiter abzugrenzen, liebäugelt der Dienst jetzt mit einer anderen boomenden Sparte: Gaming.

Netflix und Gaming? Ganz neu ist das nicht, doch Gehversuche wie sympathisch verpixelte „Stranger Things“-Videospiele lassen den Streaming-Anbieter bestenfalls in die Gaming-Welt reinschnuppern.

Angesichts der geschäftlichen Historie und dem aktuellen Stand von Netflix kann dem Klopfen an der Gaming-Tür aber schnell ein Hereinplatzen folgen. Je nachdem, welche Strategie das Unternehmen verfolgt.


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Netflix: Gaming-Offensive geplant?

Die Unterhaltungsbranche adaptiert sich gern gegenseitig: Filme werden zu Videospielen und umgekehrt. Ein gutes Beispiel für den zweiten Fall ist die Netflix-Adaption des Games „The Witcher“ hin zu einer erfolgreichen Serie. Das pulsierende Geschäft ist noch lange nicht durchgespielt.

Doch scheinbar genügt es Netflix nicht, Games in Popcorn-Entertainment umzuwandeln. Einem Bericht von The Information zufolge sucht Netflix nach Führungskräften aus der Spieleindustrie. Das klingt schon eher nach Markterweiterung als nach Spielerei.

Eine klare Bestätigung liegt nicht vor, doch im Gespräch mit Polygon untermauerte Netflix zumindest die Offenheit gegenüber interaktiver Unterhaltung, denn die Abonnent:innen „genießen es auch, direkter mit den Geschichten, die sie lieben, in Kontakt zu treten.“

Logische Entwicklung?

Netflix ist wandelbar. Das hat der vielfach marktführende Streaming-Dienst oft bewiesen. Filme und Serien – ob Klassiker oder neue Eigenproduktionen – bilden längst die stabile Basis. Darüber baut der Anbieter weitere Entertainment-Ebenen bis hin zu Reality-TV-Shows.

Wird Gaming die Beletage im Netflix-Wolkenkratzer oder landet die Idee im verstaubten Keller? Aus beobachtender Sicht ist das vermeintliche Vorhaben durchaus spannend.

Ob die etablierten Player der Gaming-Branche deshalb zittern, ist hingegen fraglich. Zudem stellt sich die Frage nach der Zielgruppe, denn es benötigt einiges, um leidenschaftliche Gamer aus einem gleichermaßen übersättigten Bereich anzulocken.

Netflix und „Gaming“

Noch ist Netflix ein kleiner Gaming-Fisch. Und das ist durchaus erfrischend. Vielleicht entscheidet sich der Anbieter daher für eine Zwischenlösung und versteht Gaming im eigenen Kontext allgemein oder zunächst nur artverwandt.

Ein Format wie „Black Mirror: Bandersnatch“ hat den Mittelweg schon geebnet: eine Mischung aus Film oder Serie und spieletypischer Interaktivität durch plotbestimmende Entscheidungen.

Dass hier etwas im Busch ist, scheint eindeutig. Fraglich ist aber, ob es sich um eine strategisch geplante Expansion mit Blick auf die Endgegner:innen oder um eine levelbasierte Annäherung handelt.

Die Suche nach einer Netflix-Gaming-Führungskraft, die inzwischen auch von der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt wurde, deutet auf weitergehende Gedanken hin, als lediglich ein Videospiel-Gimmick für Promozwecke zu entwickeln.

Netflix-Spiele im Bundle

Die Spekulationen gehen noch weiter, denn es heißt, dass Netflix eine Art Gaming-Bundle launchen möchte. Das erinnert wiederum an Apple Arcade, wodurch ein Nischenmarkt zwischen Streaming und Gaming entsteht. Ein solcher Wettbewerb würde auch Sinn ergeben.

Interessant: Bereits im Jahr 2019 nannte Netflix das Fortnite-Angebot als große Konkurrenz um die Zeit, die Nutzer:innen vor dem Bildschirm verbringen. Dahingehend stand der Battle-Royale-Shooter im Quartalsbericht von Netflix weit oben.

Eine fixe Idee ist die angepeilte Gaming-Offensive von Netflix also ebenso wenig wie ein ernster Schritt ins globale Gaming-Business.

Vielmehr scheint der Anbieter eine Platzierung in einer sinnvollen Nische zu fokussieren – alles natürlich als Teil des Aufstiegs hin zu einem Netflix-Multiversum.

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Über den Autor

André Gabriel

André Gabriel schreibt seit Januar 2021 für BASIC thinking. Als freier Autor und Lektor arbeitet er mit verschiedenen Magazinen, Unternehmen und Privatpersonen zusammen. So entstehen journalistische Artikel, Ratgeber, Rezensionen und andere Texte – spezialisiert auf Entertainment, Digitalisierung, Freizeit und Ernährung. Nach dem Germanistik-Studium begann er als Online-Redakteur und entwickelte sich vor der Selbständigkeit zum Head of Content.

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