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Twitter Fleets werden am 3. August 2021 eingestellt

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Die Twitter Fleets sollen neuen Nutzern die Angst nehmen, Beiträge zu posten. (Foto: Unsplash.com / freestocks)
geschrieben von Maria Gramsch

Alle lieben Stories – so zumindest die Annahme. Doch bei den Nutzer:innen von Twitter ist das offensichtlich nicht der Fall. Kein Wunder also, dass der Kurznachrichtendienst seinen Stories-Klon Fleets nach nicht mal einem Jahr wieder einstampft.

Nicht noch ein Stories-Format

Erst Mitte November 2020 hat Twitter seine Fleets eingeführt. Nun muss der Stories-Klon schon wieder von der Plattform weichen. Denn am 3. August 2021 ist offiziell Schluss. Twitter zieht den Stecker wegen zu geringer Nutzungszahlen.

Fleets soll übersetzt so viel wie „fleeting Tweets“ – also flüchtige Tweets – heißen. Wie bei allen anderen Stories-Formaten der sozialen Netzwerke verschwinden auch die Fleets bei Twitter nach nur 24 Stunden wieder.

Im Vergleich zur Konkurrenz war Twitter mit seinem Stories-Klon ziemlich spät dran. Nachdem die Funktion bei Snapchat durch die Decke ging, war Instagram bereits im Jahr 2016 auf den Stories-Zug aufgesprungen. Seither kleckert das Format von einem Netzwerk ins nächste und landete schlussendlich also auch bei Twitter.

Idee der Twitter Fleets scheitert

Mit seinen Fleets wollte Twitter zurückhaltende Nutzer:innen animieren und einen Raum für flüchtige Gedanken schaffen. Wobei sich hier schon die Frage stellt: Ist nicht Twitter schon genau das – also ein Ort, an dem Menschen flüchtige Gedanken posten?

Twitter Produkt-Chef Ilya Brown schreibt in einem Blog-Beitrag: „Wir hatten gehofft, dass sich mit Fleets mehr Menschen wohlfühlen, wenn sie der Unterhaltung bei Twitter beitreten.“

Das sei jedoch nicht der Fall gewesen, da hauptsächlich Nutzer:innen Fleets gepostet haben, die sowieso schon viel tweeten. Neue Nutzer:innen hätten sich durch das neue Format kaum mehr an Twitter beteiligt.

Spaces bleibt prominent platziert

Doch die Ansicht der Fleets soll nicht komplett verschwinden. „Der obere Bereich der Timeline ist weiterhin ein guter Ort, um hervorzuheben, was gerade passiert“, schreibt Brown weiter.

Hier soll sich auch künftig der Clubhouse-Klon Spaces tummeln. Nutzer:innen sehen also weiterhin direkt, wer gerade ein Live-Audio hostet oder sich darin befindet.

Twitter will Professionals vorantreiben

Doch nicht nur Nutzer:innen, die sich nicht genug bei Twitter einbringen, stehen bei dem Kurznachrichtendienst im Fokus. Auch Unternehmen und Influencer möchte Twitter stärker an sich binden.

Dabei soll Twitter for Professionals helfen. Das Programm soll professionellen Nutzer:innen bei Markenaufbau und Gewinnoptimierung helfen.

Seit Anfang des Jahres befindet sich Twitter for Professionals in der Testphase. Unter anderem Nutzer:innen in den USA können darauf zugreifen. Ausgewählten Accounts erscheint ein Pop-up mit einem Link.

Klickt man auf den enthaltenen Link erscheint das „Twitter für Professionelle“ mit dem Hinweis: „Erhalte Zugriff auf Tools, die es dir erleichtern, eine Verbindung zu deiner Zielgruppe zu knüpfen, deine Marke aufzubauen und deinen Gewinn zu erhöhen.“

Monetarisierung für Inhalte

Ähnlich wie beispielsweise auch bei Instagram musst du dann eine Kategorie auswählen. Hier stehen Begriffe wie Politiker:in, Luftfahrt oder Bildung zur Verfügung.

Viel weiter kommt man aktuell bei Twitter for Professionals noch nicht. Auch ein Datum für den Roll-out ist noch nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass Twitter mit dem neuen Programm vor allem die Monetarisierung der Inhalte seiner Nutzer:innen vorantreiben will.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

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