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Tesla Bot: Elon Musk plant Roboter, damit du nur noch arbeiten musst, wenn du Lust hast

Tesla Bot, Tesla AI Day 2021
Screenshot / YouTube
geschrieben von Marinela Potor

Wenn es nach Elon Musk geht, müssen wir bald nur noch dann arbeiten, wenn wir wirklich Lust haben. Dazu will er bis 2022 einen intelligenten Tesla Bot entwickeln. Dieser soll auf demselben System basieren wie der Autopilot in den Tesla-Fahrzeugen. 

Freundlich soll er sein. Befehle ausführen. Und uns langweilige und gefährliche Arbeiten abnehmen. So stellt sich Elon Musk den Tesla Bot vor, den er am vergangenen Wochenende auf dem Tesla AI Day präsentierte.

Eigentlich ging es auf dem dreistündigen AI Day von Tesla schwerpunktmäßig um Teslas Autopiloten und um das Projekt „Dojo“, mit dem Tesla einen „superschnellen“ Trainingscomputer für komplexere, neuronale Netzwerkmodelle ermöglichen möchte.


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Doch am Ende der Veranstaltung übernahm Tesla-Chef Elon Musk selbst kurz die Bühne, um sein neuestes Projekt vorzustellen, den Tesla Bot. Für Musk ist die Entwicklung eines Roboters der logische nächste Schritt für Tesla.

Von Robotern auf Rädern zum Tesla Bot

Tesla ist das „größte Robotics-Unternehmen der Welt“, behauptete Musk. Denn im Prinzip entwickele man mit den teilautonomen Elektrofahrzeugen bei Tesla „Roboter auf Rädern“.

Das KI-basierte Autopilot-System der Fahrzeuge in menschliche Form zu bringen, sei daher nur folgerichtig, sagte Musik.

So soll der Tesla Bot entsprechend mit dem Autopilot-System ausgestattet sein. Dazu gehören unter anderem acht Kameras und der Full-Self-Driving-Computer, den Autofahrende bereits aus den Tesla-Fahrzeugen kennen.

Das können wir vom Tesla Bot erwarten

Der Tesla Bot wird also im Prinzip das Autopilot-System in menschlicher Gestalt sein. Elon Musk zeigte bereits, wie man sich den Tesla Bot künftig konkret vorstellen kann.

Der Roboter soll etwa 1,72 Meter groß sein, rund 57 Kilogramm wiegen und bis zu 68 Kilo heben können. Besonders schnell wird der Bot allerdings nicht. Seine Höchstgeschwindigkeit will Musk auf acht Kilometer pro Stunde begrenzen, damit man den Roboter notfalls „überwältigen“ kann, wie Musk witzelte.

Das „Gesicht“ soll zudem ein informativer Bildschirm sein. Der Tesla Bot soll in erster Linie freundlich sein, versicherte Musk und Menschen dabei helfen, langweilige, repetitive oder auch gefährliche Aufgaben zu übernehmen.

Die Einsatzfelder können entsprechend vielfältig sein und von der Industrie bis zum privaten Haushaltsroboter reichen.

Die Herausforderung dabei sei, so Musk, den Roboter so zu gestalten, dass er sämtliche Befehle verstehen könne, ohne dass man diese Satz für Satz programmieren müsse.

Sprich: Wenn jemand seinem Tesla Bot sagt, er solle Milch im Supermarkt kaufen, muss dies genauso beim Bot ankommen wie der Befehl: „Kaufe Brötchen beim Bäcker“ oder „baue diese Schraube in diese Maschine ein!“

Arbeiten wird freiwillig

Doch Elon Musk scheint keine Zweifel daran zu haben, dass das möglich ist. Er versprach: „Ich glaube, das kriegen wir hin.“ Und zwar schon bis zum kommenden Jahr. 2022 werde man einen Prototyp präsentieren.

Doch die Vision von Elon Musk reicht über einen simplen Hilfsroboter hinaus. Langfristig sieht Musk, dass Roboter uns Menschen bei der Arbeit komplett ersetzen könnten. Wir müssten entsprechend nur noch dann arbeiten, wenn wir wirklich Lust dazu hätten. Arbeit könnte gänzlich freiwillig werden, glaubt Musk.

Entsprechend unterstütze er ein bedingungsloses Grundeinkommen. Denn Musk glaubt: Roboter wie der Tesla Bot haben nahezu grenzenloses Potenzial für die Wirtschaft.

Will Tesla nur ablenken?

Der Tesla Bot klingt gut, doch wie realistisch sind diese Versprechen? Angesichts der großen Probleme, die Tesla derzeit mit dem Autopiloten hat, sowohl technisch als auch rechtlich, darf man als Verbraucher:in durchaus Bedenken haben, dass der Autopilot in menschlicher Form reibungslos funktioniert.

Hinzu kommt, dass der Zeitplan mehr als ehrgeizig klingt. Robotics-Spezialisten wie Boston Dynamics, die sehr viel Jahre und noch mehr Geld in Roboter-Projekte wie etwa den Polizeihund Digidog oder einen Pflege-Bot gesteckt haben, sind noch weit von einem derart smarten Bot entfernt, wie Musk ihn für kommendes Jahr verspricht.

Einige vermuten daher, dass der Tesla Bot Kritiker und Skeptiker nur von den aktuellen Problemen rund um den Tesla-Autopiloten ablenken soll.

Ein gänzlich leeres Versprechen ist der Tesla-Roboter aber vermutlich dennoch nicht. Denn wer Elon Musk kennt, der weiß, dass er 2022 einen Bot präsentieren wird. Doch wird das der voll funktionsfähige Bot sein, den er auf dem Tesla AI Day angekündigt hat? Fraglich!

Wie es schon bei seinem „Hyperloop“-Projekt der Fall war, werden wir wahrscheinlich im kommenden Jahr eher eine erste (Mini-)Stufe auf dem Weg zum Tesla-Roboter sehen. Doch wer weiß, Elon Musk war auch schon mehr als einmal für eine Überraschung gut.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

6 Kommentare

  • „Dieser soll auf demselben System basieren wie der Autopilot in den Tesla-Fahrzeugen.“ – dann werden wir alle sterben. Der Autopilot macht es ja schon vor.

    • Blödsinn. Der Autopilot baut weniger Unfälle als ein Mensch. Dass er trotzdem welche baut, ist nur so schlimm, weil es halt eine Maschine ist. Er hat aber auch schon Leben gerettet.

      • Menschen sind, gemessen an der tödlichen Unfallzahl, eigentlich sehr gute Autofahrer:innen, vor allem in chaotischen Verkehrssituationen. Dennoch scheinen die meisten tödlichen Autopilot-Unfälle bei Tesla auf menschliches Versagen zurückzugehen, weil die Fahrer:innen die Bezeichnung „Autopilot“ als „selbstfahrend“ missverstehen, wobei es sich nur um ein sehr fortgeschrittenes Assistenzsystem handelt. Das heißt aber natürlich nicht, dass er langfristig nicht verbessert werden kann und auch schon in aktuellen Situationen umsichtiger reagiert hat als so manche Person hinterm Steuer.

      • Nur dass der Autopilot kein Autopilot ist, sondern ein Assistenzsystem dass als Autopilot vermarktet wird. Und dahin richtet sich auch meine Kritik.
        Ich bin der festen Überzeugung dass Computer bessere Autofahrer als Menschen sind, nur glaube ich nicht dass Musk das so wie dargestellt umsetzen wird, sondern einfach die Fakten etwas frisiert. Das ist ein roter Faden der sich durch so manche seiner Spielereien zieht. Manchmal sterben halt auch Menschen.

  • Dass es irgendwann so kommen wird, daran habe ich schon lange keine Zweifel mehr. Es muss auch so sein, denn seinen Lebensunterhalt mit Arbeit zu verdienen, wird bereits jetzt immer schwieriger. Trotzdem scheint der Musk langsam wirklich eine gehörige Portion Größenwahn entwickelt zu haben, wenn er glaubt, er könne eine solche KI mit seiner Firma im Alleingang erschaffen, und das auch noch in so kurzer Zeit.

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