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China verbietet „unmännliche“ Darstellungen in Videospielen

Videospiele, Gaming
Unsplash / Fredrick Tendong
geschrieben von Marinela Potor

Um eine „Verweichlichung“ der Gesellschaft zu verhindern, will China Videospiele weiter einschränken. In einer neuen Verordnung, ordnete die Staatsführung an, unter anderem „unmännliche“ Darstellungen verbieten zu wollen.

China hat es auf Videospiele abgesehen

China meint es ernst mit einer strikteren Regulierung von Videospielen im Land. In einem Treffen am Mittwochabend zwischen der Öffentlichkeitsabteilung der Kommunistischen Partei Chinas und der Gaming-Regulierungsbehörde NPPA ging es um die konkrete Umsetzung der neuen Einschränkungen für Minderjährige bei Videospielen.

Demnach dürfen Jugendliche und Kinder nicht mehr als drei Stunden pro Woche zocken. Jetzt kommen neue Auflagen hinzu. Demnach will China in Videospielen unter anderem „unmännliche“ Darstellungen verbieten.


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Das berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Konkret fordert China, dass Videospielhersteller „obszöne und gewalttätige Inhalte entfernen, genauso wie diejenigen, die ungesunde Tendenzen hervorbringen, wie etwa Geldanbetung und Unmännlichkeit“.

„Verweichlichung“ der Gesellschaft verhindern

Die Kommunistische Partei Chinas befürchtet offenbar eine „Verweichlichung“ ihrer Gesellschaft. Die Darstellung von männlichen Geschlechterrollen, die nicht dem altmodischen Bild eines Mannes entsprechen, sind ihr daher ein Dorn im Auge.

Erst vor einigen Tagen kündigte die Regierung an, „ungesunde“ sowie „unmännliche“ Inhalte aus Fernsehsendungen entfernen zu wollen. Zudem sollten sich die Menschen von „vulgären Influencern“ fernhalten. Expert:innen vermuten, dass es vor allem die ältere, konservative Riege der Partei ist, die sich an androgynen Geschlechterrollen stört.

Eine weitere Sorge scheint das Suchtpotenzial von Videospielen zu sein. So wurden Videospielhersteller dazu angehalten, künftig die Regeln der Spiele sowie das süchtig machende Design zu ändern. Besonders interessant: Die Hersteller sollten zudem ihr Profitstreben einstellen.

Auslöser für die neuen Einschränkungen beim Gaming scheint eine Publikation des Economic Information Daily aus August zu sein, wie die South China Morning Post berichtet. Der Artikel bezeichnete Videospiele als „spirituelles Opium“, das den Jugendlichen im Land schade. Der Artikel benannte explizit Videospiel-Gigant Tencent als Ursache des Problems.

Aktienkurs bricht ein

Für Videospielhersteller wie Tencent und Netease sind die neuen Einschränkungen darum ein weiterer Schlag. Der Aktienkurs der Unternehmen brach direkt nach der Meldung ein.

Dabei gilt China als der weltweit größte Markt für die Gaming-Industrie. Chinas neueste Regulierungen gegen Videospiele trifft die Branche damit besonders hart.

Gleichzeitig scheint die Zulassung neuer Videospiele im Land derzeit ausgesetzt zu sein. China veröffentlicht in der Regel am Ende des Monats eine Liste von etwa 80 bis 100 Neuzulassungen. Die Liste von August steht aber derzeit noch aus. Es ist nicht das erste Mal, dass China Videospiele im eigenen Land blockiert.

Bereits 2018 blockierte China die Zulassung von neuen Videospielen neun Monate lang.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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