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Irische Datenschützer leiten zwei Untersuchungen gegen Tik Tok ein

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Unsplash.com / Hello I'm Nik
geschrieben von Maria Gramsch

Die chinesische App Tik Tok ist besonders bei sehr jungen Nutzer:innen extrem beliebt. Doch nun hat die irische Data Protection Commission (DPC) gleich zwei Untersuchungen zum Datenschutz bei Tik Tok eingeleitet. Darum geht es.

Erst im Februar 2021 hat der europäische Verbraucherverband BEUC bei der EU-Kommission und dem Netzwerk nationaler Verbraucherschutzbehörden Beschwerde gegen die Tik Tok eingereicht. Die Begründung: Die chinesische Kurzvideo-App schütze die jüngsten Nutzer:innen nicht ausreichend.

Unzureichender Datenschutz bei Tik Tok: DPC ermittelt

Zu einem ähnlichen Schluss kommt wohl auch die irische Datenschutzbehörde. Denn die Data Protection Commission (DPC) hat gleich zwei Untersuchungen gegen die chinesische App angestoßen.

Die DPC ist die führende Datenschutzaufsichtsbehörde in der Europäischen Union. Ihr Fokus liegt deshalb natürlich besonders auf der Einhaltung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Im Juli 2021 hatte die niederländische Datenschutzbehörde ein Bußgeld in Höhe von 750.000 Euro gegen Tik Tok verhängt. Die App und ihre Betreiber hätten die Vertraulichkeit der persönlichen Daten von Kindern verletzt.

Nun könnte der chinesischen Kurzvideo-App die nächste Geldstrafe ins Haus stehen. Denn die irische DPC darf Geldstrafen von bis zu vier Prozent des weltweiten Umsatzes einer Firma verhängen.

Warum ermittelt die DPC gegen Tik Tok?

Die erste Untersuchung der DPC fokussiert sich auf den Umgang mit Minderjährigen. Die Datenschutzbehörde will untersuchen, ob Tik Tok personenbezogene Daten von Kindern und Jugendlichen „im Rahmen von Plattformeinstellungen“ verarbeitet hat.

Auch will die DPC die „Maßnahmen zur Altersverifizierung“ für Nutzer:innen unter 13 Jahren ins Visier nehmen.

Die zweite Untersuchung bezieht sich auf die Weitergabe von Kundeninformationen nach China. Es soll ermittelt werden, ob Tik-Tok-Mutter Bytedance bei der Übermittlung personenbezogener Daten in Länder außerhalb der EU dennoch das EU-Datenrecht einhält.

Das sagt Tik Tok zu den Vorwürfen

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, hat Tik Tok mitgeteilt, eng mit den Kontrolleur:innen zusammenarbeiten zu wollen. „Die Privatsphäre und Sicherheit der Tik-Tok-Community, insbesondere unserer jüngsten Mitglieder, hat für uns höchste Priorität“, heißt es aus dem Unternehmen.

Das Unternehmen habe zudem umfangreiche Richtlinien und Kontrollen zum Schutz von Nutzerdaten eingeführt. Bei der Datenübertragung aus Europa stütze sich Tik Tok auf genehmigte Methoden – zum Beispiel auf die sogenannten Standardvertragsklauseln.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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