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Roku startet in Deutschland: Was bringt der Streaming-Anbieter mit?

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Screenshot / YouTube
geschrieben von André Gabriel

„Happy Streaming“ hat sich Roku auf die Fahne geschrieben. Ob der Claim auch in Deutschland zieht, zeigt die Zukunft. Derzeit ist der Markteintritt von Roku in Deutschland für Dezember 2021 geplant. Wir verraten dir, wie sich Roku von Amazon, Netflix und Co. abhebt. 

Mit dem in den USA renommierten Streaming-Gerätebauer Roku expandiert der größte Konkurrent von Amazon, Google und Apple nach Deutschland. Doch Roku setzt hierzulande zunächst auf ein beschränktes Angebot.

Was will Roku in Deutschland?

Roku möchte in Deutschland die hauseigene Hardware einführen und bestmöglich etablieren. Damit können Nutzer:innen auf die Inhalte verschiedener Streaming-Anbieter zugreifen.

Während Roku in anderen Ländern auch unternehmensfremde TV-Devices mit dem eigenen Betriebssystem ausstattet, bietet der Anbieter im deutschen Markt vorerst nur die Sticks und Set-Top-Boxen an.

Arthur van Rest, ein für die Internationalisierung zuständiger Manager bei Roku, sieht Streaming in Deutschland laut Horizont auf dem besten Weg zum Marktführer im Bereich der TV-Unterhaltung. „Der Start in Deutschland ist ein wichtiger nächster Schritt in unserer internationalen Expansion“, sagt van Rest.

Keine eigenen Roku-Inhalte

Dabei fokussiert sich Roku auch auf deutsche Dienste. Neben den globalen Playern wie Netflix und Co. peilt der Anbieter die Integration lokaler Inhalte von Sky Ticket, Seven.One Entertainment, zu dem ProSiebenSat.1 gehört, und TV Now an. Hausinterne Inhalte sind zunächst nicht inkludiert.

Es heißt, dass die Geräte von Roku in Deutschland schon zum Weihnachtsgeschäft 2021 erhältlich sein werden. Amazon, Telekom, Apple und Google kommen bei dieser Nachricht wohl kaum in besinnliche Stimmung.

Wie sieht der Markt für Streaming-Hardware in Deutschland aus?

Der deutsche Streaming-Gerätemarkt ist hart umkämpft – und gespickt mit renommierten Namen. Amazon offeriert den Fire-TV-Stick und von der Telekom gibt es den Stick Marke „Magenta TV“. Beliebt ist auch der Chromecast von Google, während Apple mit einer eigenen TV-Box punkten möchte.

Müssen die genannten Konzerne zittern oder ist die geplante Expansion von Roku nach Deutschland ein aussichtsloses Unterfangen? Schwer zu sagen, doch die Tendenz blickt mutig in Richtung der ersten Hypothese, denn Roku ist als TV-Stick-Pionier und US-Marktführer bestens gewappnet.

Wobei das Vorhaben noch einen Haken zu haben scheint. Die Geräte decken nur rund 17,5 Prozent des Gesamtumsatzes ab – das meiste Geld verdient Roku durch Lizenzen, Werbung und Beteilungen an Abonnement-Verkäufen.

Da viele Haushalte ihre Streaming-Dienste direkt über die Oberfläche eines Smart-TVs abrufen, ist die Anschaffung weiterer Geräte nicht allzu attraktiv. Eine geschäftliche Ausweitung kurz nach dem Markteintritt scheint demnach logisch – und zwar hin zu den lukrativen Lizenzen, wenn Roku die eigene Software an TV-Hersteller verkauft.

Roku startet in Deutschland

In der Regel stehen die Streaming-Dienste wie Netflix, Disney Plus und Amazon Prime Video im Vordergrund. Entsprechend spannend ist der Wettbewerb im Bereich nützlicher Streaming-Hardware. Dass Roku eine Chance in Deutschland hat, steht außer Frage.

Der Anbieter gibt sich selbstbewusst: „Unser Ziel ist es, die TV-Streaming-Plattform zu sein, die das TV-Ökosystem auf der ganzen Welt miteinander verbindet“, heißt es auf der Website. Daran arbeitet Roku seit rund 13 Jahren, als der erste TV-Stick auf den Markt kam.

Inzwischen vertrauen Millionen Nutzer:innen im amerikanischen und europäischen Raum auf die Lösungen von Roku. Nur Deutschland stand bislang nicht auf der Expansionsliste.

Was zeichnet Roku aus?

Im Jahr 2002 gründet der in England geborene und in Amerika lebende Anthony Wood das Unternehmen Roku. Der schon erwähnte Durchbruch erfolgt etwa sechs Jahre später – in enger Kooperation mit Netflix.

Roku bezeichnet sich im Vergleich zu anderen Streaming-Hardware-Anbietern als neutraler, weil die eigenen Inhalte angeblich nicht priorisiert werden.

Vergangenes Jahr setzte das börsennotierte Unternehmen rund 1,8 Milliarden US-Dollar um. Laut eigenen Angaben und Ergebnissen des Marktforschungsunternehmens Kantar ist Roku „gemessen an den gestreamten Stunden“ die Nummer-eins-Streaming-Plattform in den USA.

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Über den Autor

André Gabriel

André Gabriel schreibt seit Januar 2021 für BASIC thinking. Als freier Autor und Lektor arbeitet er mit verschiedenen Magazinen, Unternehmen und Privatpersonen zusammen. So entstehen journalistische Artikel, Ratgeber, Rezensionen und andere Texte – spezialisiert auf Entertainment, Digitalisierung, Freizeit und Ernährung. Nach dem Germanistik-Studium begann er als Online-Redakteur und entwickelte sich vor der Selbständigkeit zum Head of Content.

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