Technologie

GPS ausgeschaltet: Wieso kennt Google trotzdem meinen Standort?

Überwachung, Kameras
Unsplash.com / Matthew Henry
geschrieben von Marinela Potor

Auch wenn du dein GPS am Smartphone ausschaltest, bist du nicht völlig anonym unterwegs. Denn Google kann trotzdem deinen Standort ermitteln. Wie ist das möglich?

Wenn du deine GPS-Funktion am Smartphone ausschaltest, kann selbst Google nicht mehr ermitteln, wo du bist – oder? Falsch gedacht! Tatsächlich ist es bei Android-Geräten für Google trotzdem theoretisch möglich, deinen Standort zu ermitteln.

Das gilt auch dann, wenn du dich von Google oder YouTube abmeldest oder das Tracking ausschaltest. Wie ist das möglich?


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Auch ohne GPS: So erkennt Google deinen Standort

Google kann deinen Standort auf mehreren Wegen erkennen. Dazu gehört natürlich auch die GPS-Funktion an deinem Smartphone. Ist diese eingeschaltet, ist es ein Leichtes zu erkennen, wo du dich gerade aufhältst.

Doch darüber hinaus gibt es weitere Technologien, mit denen sich dein Standort ermitteln lässt.

WLAN-Suche verrät Google deinen Standort

Google könnte theoretisch über die WLAN-Suche deines Geräts deine Position ermitteln. Wenn du die Funktion nicht ausgeschaltet hast, sucht dein Gerät regelmäßig deine Umgebung nach einer offenen (unverschlüsselten) Verbindung ab.

Wenn du also beispielsweise in einer Großstadt wie Berlin an einigen Cafés, Einkaufszentren und offenen WLAN-Hotspots vorbeiläufst, kann man auch damit ein gutes Bewegungsprofil erstellen.

Auch über die Bluetooth-Kommunikation deines Gerätes ließe sich theoretisch dein Standort ermitteln, wenn auch das Signal nicht so weit reicht wie beim WLAN. Um das zu erschweren, kannst du natürlich dein WLAN oder das Bluetooth am Smartphone ausschalten. Doch selbst dann bist du nicht inkognito unterwegs.

Android kommuniziert mit Funkmasten

Denn Google nutzt Android als Betriebssystem (wenn wir von iPhones einmal absehen). Android wiederum kommuniziert mit Sendemasten. So kann Google theoretisch über die Kommunikation zwischen deinem Gerät und den Sendemasten ein gutes geografisches Bild über dein Bewegungsprofil zeichnen.

Schließlich sucht dein Gerät – egal wo du bist – permanent nach der besten Funkmast-Verbindung. Damit lässt sich über das Dreiecksverfahren recht gut ermitteln, wo du gerade bist.

Übrigens: Das gilt nicht nur für Android. Auch iOS-Geräte funktionieren so. Das heißt, auch Apple könnte über die Funkmast-Kommunikation herausfinden, wo du gerade bist.

Kann man überhaupt seinen Standort verstecken?

Es ist tatsächlich schwer, deinen Standort komplett zu verstecken. Dazu muss man aber auch sagen, dass mit ausgeschaltetem GPS, die Angaben, je nach Technologie, unterschiedlich genau sind.

Die Funkmast-Angaben sind am gröbsten. Bei WLAN wird es schon genauer und nahezu auf den Meter genau kann Bluetooth deinen Standort erkennen.

Bist du natürlich irgendwo im Nirgendwo unterwegs, ohne Sendemasten, ohne WLAN – dann wird es auch für Google schwierig deinen Standort zu ermitteln. Aber in den meisten Regionen dieser Welt kannst du deine Position tatsächlich nur schwer verstecken, es sei denn du schaltest dein Gerät aus.

Wenn du dein Smartphone aber nutzen willst, ist das natürlich keine besonders gute Option. Gleichzeitig sprechen wir hier natürlich von einer theoretischen Möglichkeit. Denn laut Gesetz dürfen weder Apple noch Google grundlos die Aufenthaltsorte ihrer User ermitteln. Dazu bräuchte es einen richterlichen Beschluss oder einen strafrechtlichen Anlass.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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