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iPhone 13 Pro – Eindrücke eines Fotografen beim Autoshooting

geschrieben von Mark Kreuzer

Bei der Vorstellung des neuen iPhones hat Apple die Veränderungen bei dem Kamerasystems besonders hoch angepriesen und hat betont das es in keinem iPhone zuvor so viele Neuerungen gegeben hat, wie bei dem iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max. Schauen wir uns die technischen Details des Kamerasystems im neuen iPhone 13 Pro mal im Detail an und finden vor allem raus, wie sich die Kamera in der Praxis behaupten kann.

Ich selbst (als Fotograf) habe mir bei der Vorstellung des neuen iPhones die Frage gestellt: „Was kann die Iphone Kamera und vor allem wie gut ist sie im Vergleich zu einer richtigen DSLR?“ Natürlich ist mir bewusst, dass der Vergleich etwas hinkt, aber im Zweifelsfalls gilt:

[mg_blockquote]„Die beste Kamera ist gerade die, die man dabei hat“ [/mg_blockquote]

Und ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich habe mein Smartphone eigentlich immer und überall dabei. Kommen wir als erstes zu den harten technischen Fakten. Die Pro Modelle kommen mit drei Kameras, wobei die Objektive samt des LED Blitzes mehr als die obere Hälfte von der Rückseite an Platz einnimmt. Bei den Objektiven handelt es sich um ein Ultraweitwinkelobjektiv (13mm) f/1.8, einem Weitwinkel mit 26mm und einer Offenblende von f/1.5 und zu guter letzt ein Teleobjektiv mit 77mm Brennweite und einer f/2.8 Blende.

Der Kamerasensor scheint im Vergleich zu anderen Smartphones in dieser Preisklasse mit 12 Megapixeln auf dem Datenblatt fast schon etwas mickrig auszufallen. Macht aus fotografischer Sicht aber absolut Sinn, da somit die einzelnen Pixel mehr Platz auf dem Sensor haben und nicht so eng „gequetscht“ sind. Gerade bei Low light Situationen merkt man hier im Rausch verhalten einen positiven Effekt. Somit sind die 12 Megapixel meiner Meinung nach vollkommen ausreichend und von Apple auch gut gewählt. Denn ist man mal ehrlich, ein iPhone Bild druckt man sich selten im Großformat aus. Ein Weiteres Highlight an dem Kamerasystem ist der stabilisierte Sensor.

Das heißt der Sensor kann eine unruhige Hand ausgleichen und sorgt dafür das die Bilder auch bei schlechten Lichtsituationen noch scharf werden und nicht verwackeln. Dieses Feature kennt man auch aus modernen DSLM Kameras. Dank diesem Feature und der software basierten Bildstabilisierung schafft man es sogar Langzeitbelichtungen aus der Hand aufzunehmen.

Anwendungsbereich Kamera iPhone 13 Pro

Wie schon gesagt, das iPhone hat man eigentlich immer dabei. Somit hat die Kamera für mich als Fotograf den Anspruch der perfekte Allrounder zu sein. Die technischen Daten, klingen was diesen Punkt angeht, schon mal sehr vielversprechend. Auf dem Datenblatt scheint man für die meisten Fälle immer das richtige Werkzeug dabei zu haben. Aber wie sieht das in der Praxis aus und vor allem wie überzeugend sind am Ende die Fotos, die man mit dem iPhone schießen kann?

Um das zu untersuchen, habe ich mich dazu entschlossen ein Auto-Fotoshooting einmal nur mit dem iPhone zu probieren. Passender Weise hat Mark, kurz nachdem die iPhones vorgestellt worden sind, einen Porsche GT3 Touring zum Testen bekommen. Den Artikel dazu findet ihr hier.

Porsche PCM 6.0 Test im 911 GT3 Touring (mobilegeeks.de)

An dem Tag an dem Mark das Auto bekommen hat, sind wir Abends auch direkt nach Düsseldorf gefahren, um zum einen das Auto zu testen und aber auch die Kamera des neuen iPhone Pro’s. Unser eigentlicher Plan bestand darin zu einem Spot zu fahren, an dem wir schon sehr viele Autos abgelichtet hatten. Bedauerlicherweise war die Location an dem Abend gut besucht, so dass wir uns entschieden in der Innenstadt einen neuen Spot zu suchen. An der Königsallee angekommen mussten wir enttäuscht feststellen, dass an diesem Abend scheinbar die ganze Stadt stark frequentiert war. Wir wollten schon fast aufgeben, bis ich in einer Seitenstraße eine Chance für ein Mini-Shooting gesehen habe. Also bin ich ausgestiegen, habe 10 Fotos gemacht und dann kam auch schon das nächste Auto in die Straße eingebogen. Für ein Shooting was eine Minute gedauert hat und so spontan war, finde ich kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. ­­


Hätte ich in der gleichen Situation mit meiner Spiegelreflexkamera probiert zu fotografieren, wäre es wahrscheinlich nicht einmal dazu gekommen, dass ich den Auslöser berührt hätte. Einfach aus dem Grund, dass ich die Kamera aus dem Kofferraum und der Kameratasche holen und eventuell noch ein Objektiv hätte wechseln müssen. In diesem Zeitraum wäre das Auto im Hintergrund schon längst da gewesen.

Hauptfotoshooting mit dem iPhone 13 Pro

Nach diesem Mini Nachtshooting sind wir am Nächsten Tag früh morgens zu einem erneutem Shooting losgefahren.

Wir haben ein Spot gewählt den wir schon gut kannten von anderen Auto-Fotoshootings,  um eventuelle Störquellen zu vermeiden und einen vernünftigen Vergleich zwischen einem normalen Shooting, wie wir es sonst immer bei unseren Autos machen, zu haben. Dazu sind wir in den Medienhafen Düsseldorf gefahren. Diese Location bietet viel Platz, einen ruhigen Hintergrund und auch gute Lichtverhältnisse. Also optimale Bedingungen für ein Fotoshooting. Das Wetter war an diesem Morgen eher bewölkt und zugedeckt. Ich persönlich mag diese  Witterungsbedingungen zum Fotografieren von Autos, da man bei diesen Bedingungen ein softes und  gleichmäßiges Licht zum Fotografieren hat.  Ebenfalls entfällt das Problem von zu viel Gegenlicht, mit dem die iPhone Kamera nach wie vor nicht so gut zurecht kommt. In vielen Situationen ist mir aber aufgefallen, dass es bei dem iPhone 13 pro schon sehr viel besser geworden ist, als im Vergleich zu älteren Modellen.

Der größte Vorteil beim Fotografieren mit dem iPhone 13 pro ist, dass man extrem flexibel ist Im Hinblick auf die Wahl  der Optik und vor allem auf die Möglichkeiten die Kameraperspektive problemlos zu wechseln. Es ist möglich Fotos ganz nah vom Boden aufzunehmen, sogar noch tiefer als mit meiner Spiegelreflexkamera, da diese  viel mehr wiegt und in meinem Fall noch einen sperrigen  Batteriegriff besitzt.  Ebenfalls sehr positiv ist mir aufgefallen, dass man sehr flexibel arbeiten kann. In dem einen Moment kann man mit der Standardlinse solide Bilder schießen und im anderen dank der Ultra Weitwinkel Linse mit dem Makromodus beeindruckende Detailfotos aufnehmen. An dieser Stelle ist zu sagen, dass der Makromodus noch Verbesserungspotential aufweist. Gelegentlich hat sich der Makromodus eingeschaltet, obwohl  Ich Ihn gar nicht benutzen wollte. Ich hoffe dass in Zukunft über ein Update,  dieses Problem behoben wird. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass es einen extra Knopf für den Makromodus gibt, um diesen zu aktivieren oder zu deaktivieren. Besonders gut an den drei Linsen  gefällt mir die Makrolinse (Ultra Weitwinkel) und das Standardobjektiv.

Das Teleobjektiv hingegen habe ich kaum benutzt,  da ich der Meinung bin, dass die Bilder zu verwackelt werden und die Qualität unter der Linse leidet. Ich würde empfehlen, die Standardlinse zu benutzen und ein paar Schritte näher an das zu fotografierende Objekt heranzutreten, so erzielt man meiner Meinung nach die besseren Ergebnisse. Nach dem Shooting im Medienhafen sind wir noch in ein Parkhaus weitergefahren. In diesem Parkhaus herrschten auch wieder sehr gute Lichtbedingungen, was es für das Iphone und mich sehr leicht machte, sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Überzeugt bei dem Shooting hat mich, wie unkompliziert man die Basis Einstellungen an dem iPhone ändern konnte und wie natürlich die Farben auf den Bildern gewirkt haben.

Was mich außerdem extrem begeistert hat, ist die Möglichkeit ganz neue Perspektiven mit dem iPhone einzufangen. So konnte ich zum Beispiel ein Foto von dem Heckdiffusor aufnehmen, welches ich mit meiner DSLR wahrscheinlich so nicht hin bekommen hätte.

Ein weiteres Foto, was mit der DSLR absolut unmöglich gewesen wäre ist dieses hier:

Es zeigt den Doppelquerlenker des Porsche GT3. Hier habe ich das IPhone einfach in das Radhaus gehalten. Dieses Bild zeigt perfekt auf, dass durch das IPhone ganz neue Perspektiven möglich werden im Vergleich zur DSLR.

Hier noch eine Galerie mit weiteren Bilden des Shooting:

Nachbearbeitung Bilder iPhone 13

Alle meine Fotos habe ich in RAW aufgenommen, was den großen Vorteil hat, dass man später noch ein größeres Spektrum an Nachbearbeitungsmöglichkeiten hat. Gerade was das Farbspektrum angeht merkt man hier einen großen Unterschied zum JPEG Format in der Nachbearbeitung. Der einzige Nachteil an diesem Format ist das ein Foto ca. 30 MB groß ist. Also wenn man vor hat, viel mit seinem iPhone zu Filmen und zu fotografieren, würde ich empfehlen mindestens die Version mit 512GB zu kaufen.

Ich empfehle aber auch nur RAW zu nutzen, wenn man es auch wirklich ernst meint mit dem Fotografieren. Sprich man nimmt sich die Zeit, um seine besten Bilder im nach hinein nach zu bearbeiten.

Für mich persönlich gibt es zwei Wege Bilder auf dem IPhone zu bearbeiten.

Wenn es schnell gehen soll, es nur einzelne Bilder sind und ich keine Perfektionsansprüche an die zu bearbeitende Bild stelle, nutze ich das in der Fotoapp integrierte Bearbeitungsprogramm. Das ist solide und bietet die grundlegend wichtigen Bearbeitungsfunktionen, wie Lichter, Helligkeit, Kontraste usw. Damit lassen sich zum Teil schon sehr gute Bilder erzielen.

Nachfolgend mal ein vorher nachher Bild. Ich finde das Ergebnis ist solide und kann sich sehen lassen.

Nachbearbeitung in Adobe Lightroom iPhone 13

Wie viele Fotografen nutze ich bei meiner professionellen Fotografie Adobe Lightroom für die Nachbearbeitung und seit einigen Jahren gibt es jetzt auch eine mobile App, die man auf dem iPhone und iPad nutzen kann. So habe ich auch alle Fotos, die ich von dem Porsche GT3 Touring gemacht habe mit Lightroom bearbeitet. Aber warum genau und was ist der Vorteil an Lightroom gegenüber der internen Fotoapp?

Die IPhone Fotoapp bietet zwar ziemlich ähnliche Features wie Lightroom und ist auch ähnlich aufgebaut, aber Lightroom geht bei den einzelnen Bearbeitungsmöglichkeiten nochmal viel mehr in die Tiefe und es ist möglich die einzelnen Regler feiner zu dosieren.

Ein weiterer Vorteil, welches ein professionelles Fotobearbeitungsprogramm ausmacht, ist die Möglichkeit lokale „Reparaturen“ und Anpassungen im Bild vorzunehmen. So kann man bestimmte Bereiche (Beispielsweise den Himmel) im Bild mit Hilfe vom Finger einfach markieren und in einer neuen Bearbeitungsebene gesondert anpassen.

Ein weiteres Feature, welches ich in der Fotoapp vermisse und einen großen Vorteil von Lightroom darstellt, ist die Möglichkeit Einstellungen zu kopieren und in andere Bilder einzufügen.

Sprich, wenn man ähnliche Bilder hat, also mit ähnlichen Lichtbedingungen, kann man ein Bild perfekt bearbeiten, die Einstellungen von diesem Bild kopieren und in die anderen Bilder, die vom der Basis ähnlich sind einfügen. Bei den Bildern auf die die Einstellungen eingefügt wurden müssen gegebenenfalls minimale Anpassungen vorgenommen werden. So ist es möglich viele Bilder in kurzer Zeit zu bearbeiten.

Wenn ihr Spaß am Fotografieren habt und noch mehr aus euren Bildern raus holen wollt, empfehle ich euch Lightroom einfach mal auszuprobieren und auf Spielerische Art euren eigenen Bearbeitungsstil zu finden.

Hier ein vorher und nachher Bild von Adobe Lightroom.

Bilder 01/02/03 Lightroom Presets einfügen

Fazit iPhone 13 Pro

Nach etwas mehr als einem Monat ausgiebigen Kameratest vom I Phone 13 Pro kann ich sagen, es gab oft Momente, an denen ich von der Kamera sehr beeindruckt und erstaunt war. Ja sogar so erstaunt, dass ich nicht nur einmal gedacht habe, die Kamera ist eigentlich zu gut für eine Smartphone Kamera.

Das iPhone 13 Pro und das Kamerasystem bieten ein so umfangreichen Anwendungsbereich in so einer kompakten Größe und geringem Gewicht, das ich mir zum Teil schon die Frage gestellt habe, ob ich auf den nächsten Städtetrip überhabt noch meinen Kamerarucksack mitschleppen brauche und ich bin zu dem Entschluss gekommen, nein brauche ich nicht! Dafür überzeugen die Bilder, die ich mit dem iPhone gemacht habe einfach zu sehr, als das es sich lohnen würde den ganzen Tag die DSLR Kamera dabei zu haben. In Verbindung mit Adobe Lightroom ist es dann sogar möglich die Bilder, die man geschossen hat direkt auf dem iPhone und von überall auf der Welt ganz bequem zu bearbeiten.

So kann ich sicher sagen, das mich diese Kombination in Zukunft noch oft auf Reisen, im Alltag und auf Shootings begleiten wird.

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Über den Autor

Mark Kreuzer