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Spotify Wrapped: Persönlicher Jahresrückblick mit einem Einblick in die Psyche

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pixabay.com/ whoalice moore
geschrieben von Beatrice Bode

Zum Ende des Jahres fasst Spotify für seine User einen persönlichen Jahresrückblick zusammen: Spotify Wrapped. In diesem Jahr löste das bei einigen Nutzer:innen Stirnrunzeln aus. Nicht nur wegen des tiefen Einblicks in die eigene Persönlichkeit, sondern auch aufgrund des ungewöhnlichen Designs.

Was ist eigentlich Spotify Wrapped?

Für 381 Millionen Menschen weltweit ist Spotify der tägliche Lieferant von über 70 Millionen Songs. Sie bilden die Grundlage für den individuellen Soundtrack ihres Lebens. Auch für 2021 hat der Streaming-Anbieter wieder einen persönlichen Jahresrückblick zusammengestellt.

Doch Spotify Wrapped zieht durch seinen hellen, neongrünen Thumbnail inmitten der App in diesem Jahr besonders viel Aufmerksamkeit auf sich. Neben der sonst typischen Playlist, die aus den meistgehörten Künstlern, Songs, Alben und Podcasts besteht, präsentiert Spotify seinen Nutzer:innen insgesamt 15 individuell zusammengestellte „Stories“ im Stile anderer Social Media Kanäle.


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Neben Statistiken zum Streaming-Verhalten des vergangenen Jahres bekommen Spotify-User unter anderem auch einen Überblick der insgesamt gehörten Minuten und Genres.

Das Design dieser Auflistung ist jedoch ein Dorn im Auge einiger Nutzer:innen der App. Die Auflistung der einzelnen Genres ist nämlich teilweise kaum lesbar. Ob es sich um ein Versehen oder einen bewusste Marketingaktion handelt, ist dabei nicht wichtig. Der Spotify-Jahresrückblick ist in aller Munde.

Spotifys Audio Aura als musikalischer Stimmungsring

Auf jeden Fall lohnt es sich, einen Blick hinter die neonfarbene Playlist zu werfen. Denn in diesem Jahr kommen einige spezielle Features hinzu, die über die klassischen Statistiken hinausgehen.

Personalisierte Spielkarten lassen die Nutzer:innen zwischen zwei Wahrheiten und einer Lüge über sich selbst wählen. Außerdem gibt es in diesem Jahr die Option die eigene Playlist mit anderen Usern zu synchronisieren.

Die wohl überraschendste neue Kategorie ist allerdings „Audio Aura“. Zusammen mit der Aura Expertin Mystic Michaela hat Spotify das individuelle Hörverhalten der User mit den Farben des Auraspektrums verknüpft.

Der Spotify-Algorithmus ordnet Stimmungs-Farben zu

Insgesamt sechs Farben beschreiben sechs Stimmungsrichtungen. Der Spotify-Algorithmus ordnet die angebotenen Songs einer bestimmten Farbe zu. Somit wird den Nutzer:innen in ihrem individuellen Jahresrückblick zusätzlich eine Reflexion ihrer Stimmung im vergangenen Jahr präsentiert.

Ob es diese Art von Feedback zum persönlichen Seelenzustand wirklich braucht, bleibt offen. Doch die Frage wie Spotify es schafft einen derart tiefen Einblick in die persönliche Befindlichkeit seiner Nutzer:innen zu bekommen und sie für alle Welt zur Verfügung zu stellen, kann beantwortet werden.

Startschwierigkeiten auf dem Weg in das vergangene Spotify-Jahr

Schon seit 2015 bietet Spotify den ganz persönlichen Jahresrückblick an. Von Anfang an wählte der Streaminganbieter basierend auf dem Verhalten der Abonnent:innen die beliebtesten Songs und Künstler aus und packte sie in eine individuelle Playlist.

Das Angebot umfasste zudem eine passende Statistik, die auch die insgesamt investierten Hörminuten der Nutzer:innen auswertete. Obwohl dieses Feature zum Ende des Jahres gut angenommen wurde, ist es damals nicht ganz so eingeschlagen, wie von Spotify ursprünglich erhofft.

Der Erfolg kam zwei Jahre später, als der Jahresrückblick mit einem neuen Design voller Grafiken und bewusst ausgewählten Neonfarben aufwartete.

Mit der wachsenden Begeisterung für das jährlich wiederkehrende Happening wuchs auch das Interesse an der Herkunft der Daten, die für den Spotify-Jahresrückblick essenziell sind.

Datensammlung als Spotify-Playlist

Die Datensammlung beginnt jedes Jahr am 01. Januar und endet nach Spotifys eigenen Angaben ein paar Wochen bevor der Jahresrückblick erscheint.

Nutzer:innen müssen in dieser Zeit mindestens 30 Songs von fünf verschiedenen Künstlern angehört haben. Wenn ein Minimum von 60 Sekunden eines Podcasts gehört wurde, zählt auch dieser in den Rückblick hinein.

Um die drei beliebtesten Rückblick-Kategorien zusammenzustellen – Top 5 Künstler, Top 5 Songs und Top 5 Albums – analysiert Spotify die Daten aller Songs, die Nutzer:innen für mindestens 30 Sekunden angehört haben. Dazu zählen online sowie offline angehörte Angebote. Private Sessions werden nicht mitgezählt.

Das Ranking basiert also letztendlich auf einer Kombination der Anzahl gehörter Angebote und der Zeit, die User damit verbracht haben, um ein Angebot auf Spotify zu konsumieren.

Spotify Wrapped: Ein Design, das die Psyche triggert

Die Welle an Social Media Posts weltweit zeigt, dass die meisten Spotify-User amüsiert auf ihren eigenen Jahresrückblick schauen. Dabei scheint die Mehrheit darüber hinwegzusehen, wie tief die Datenanalyse eigentlich geht.

Das liegt vor allem auch an der Präsentation. Spotify nutzt psychologisch spezifische Farbpaletten, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und positive Reaktionen bei den Nutzer:innen hervorzurufen.

Der Jahresrückblick wird außerdem in „Stories“ präsentiert, die man auch von anderen Social Media Plattformen kennt. Diese können erstmals seit diesem Jahr ganz einfach auf allen anderen Social Media Kanälen geteilt werden.

Damit bleibt Spotify auch außerhalb seiner Plattform in aller Munde und Nutzer:innen haben die Möglichkeit, die Welt am eigenen Musikgeschmack teilhaben zu lassen – inklusive Einblick in die eigene psychische Verfassung. Schlechtes Design hin oder her.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist freie Autorin und Videografin. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Nach einem Zwischenstopp als Content Creator und Reporterin bei Antenne Thüringen landete sie vor einigen Jahren als Cutterin bei der 99pro media GmbH. Vor einiger Zeit hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und ist in die Dominikanische Republik gezogen, um dort als Taucherin die Rettung der Korallenriffe zu unterstützen. Von dort aus schreibt sie nun als freie Autorin für BASIC Thinking.

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