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Digitale Berufe: Was macht eigentlich ein Employee Relations Partner?

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geschrieben von Fabian Peters

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt von Grund auf. Deshalb entstehen neue Berufsbilder. Doch was versteckt sich hinter den Bezeichnungen? Das möchten wir in „Und was machst du so?“ greifbar machen. Heute: Emre Celik und der Beruf des Employee Relations Partner.

Der Start in den Tag als Employee Relations Partner

Emre, du arbeitest als Employee Relations Partner & Investigation Partner bei Google. Beschreibe uns doch einmal kurz, wie du deinen Beruf neuen Freunden erklärst.

Ich beurteile die Fairness und den Kontext bei Ermittlungen am Arbeitsplatz, Performance-Management und Umstrukturierungen. Außerdem bin ich dafür verantwortlich, potenzielle, arbeitsrechtliche Risiken zu identifizieren. All das basiert auf der Kultur, den Werten und der Integrität von Google.

Wie sieht ein normaler Tag in deinem Beruf aus?

Es gibt für mich nicht wirklich einen „normalen“ Tag. Man kann nicht timen, wann eine Beschwerde auftaucht oder gemeldet wird. Ich versuche deshalb, meine Tage möglichst flexibel zu gestalten.

Und womit startest du in den Tag?

Tatsächlich mit einer fünf- bis zehnminütigen Mediation. In meinem Job ist es unglaublich wichtig, dass ich mit mir selbst im Reinen bin, damit ich alle Fälle sehr objektiv und frei von Vorurteilen bewerten kann. Meditieren hilft mir hier sehr dabei, meine innere Mitte zu finden und positiv in den Tag zu starten.

Emre Celik, Employee Relations Partner bei Google.

Die Aufgaben als Employee Relations Partner

Welche Aufgaben fallen in deinen Bereich?

Ich bin Experte für den den Bereich „Arbeitsplatzermittlungen“ und stelle sicher, dass die Untersuchungen, Beschwerden und Disziplinarverfahren in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) fair und zeitnah abgewickelt werden und dass angemessene Empfehlungen im Einklang mit den lokalen rechtlichen Anforderungen und den Google-Richtlinien ausgesprochen werden.

Außerdem berate ich People Partner & People Consultants bei Reorganisationen und Umstrukturierungen innerhalb der EMEA-Region.

Wie definierst und interpretierst du deinen Job als Employee Relations Partner persönlich? 

Für mich steht Fairness im Zentrum meines Jobs. Überall dort, wo Menschen zusammenkommen, geschehen soziale Interaktionen. Diese wiederum führen eben auch nun mal zu Meinungsverschiedenheiten oder Konflikten. Daher gibt es immer die eine und die andere Seite. Und ich stehe in der Mitte und versuche, fair und objektiv eine Lösung zu finden.

Wie ist deine Stelle in die Unternehmensstruktur eingegliedert? Sprich: An wen berichtest du und mit wem arbeitest du zusammen?

Das EMEA Employee Relations Team arbeitet sehr autark und ist beispielsweise nicht in die Personalabteilung eingegliedert. Das ermöglicht es uns unabhängig zu arbeiten und zu beraten.

Ich bin der einzige Employee Relations Partner für Deutschland. Mein Manager sitzt in England und meine Teamkolleg:innen sind in ganz Europa und weltweit beschäftigt.

Spaß und Dankbarkeit in deinem Beruf

Selbstverständlich wird die Rolle des Employee Relations Partner in jedem Unternehmen unterschiedlich ausgelegt. Welche Perspektiven kommen bei dir zu kurz, die grundsätzlich zum Berufsbild gehören? 

Interessanterweise ist die Rolle des Employee Relations Partners besonders in Großbritannien, Irland oder den USA eine durchaus bekannte Funktion in einem Unternehmen. In Deutschland oder anderen europäischen Ländern sind wir nicht so weit, aber auf einem guten Weg.

Meistens werden wir involviert, wenn Fälle schon eskaliert wurden. Daher würde ich mich gerne mehr damit befassen, wie wir in Zukunft Fälle verhindern können, bevor sie eskalieren.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? 

Mich freut es, wenn ich in eine vermeintlich unklare Situation Klarheit bringen kann. Unabhängig davon, ob es Reorganisationen, Ermittlungen oder allgemeine, hochkomplexe Mitarbeiter:innen-Angelegenheiten sind.

Wofür bist du besonders dankbar? 

Ich bin sehr happy darüber, dass ich bei einem so tollen und weltoffenen Unternehmen wie Google arbeiten darf. Alle Kolleg:innen, mit denen ich bisher gearbeitet habe, sind wirklich super nett und empathisch – das bedeutet mir sehr viel.

Außerdem, darf ich neben meinem Hauptberuf auch Diversity-Initiativen vorantreiben. So gründe ich gerade einen Verein, der wiederum andere Vereine beim Fundraising durch Vorträge unterstützen soll. Google unterstützt mich hier zu 100 Prozent.


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Und wie wird man jetzt Employee Relations Partner?

Insbesondere in der Digital-Branche gibt es häufig nicht mehr die klassische Ausbildung. Wie bist du zu deiner Stelle gekommen? 

Das stimmt. Google hat mich eingestellt, da es (noch) nicht so viele Menschen gibt, die den Themenkomplex Employee Relations im Unternehmen vorantreiben. Es war für mich wirklich eine große Ehre, überhaupt von Google angesprochen zu werden, denn: Ich habe ursprünglich mal mit einem qualifizierten Hauptschulabschluss meine Karriere begonnen.

Im Anschluss habe ich die Mittlere Reife gemacht, dann eine Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann. Berufsbegleitend habe ich eine Weiterbildung zum Fachwirt gemacht – und somit meine Hochschulzulassung erlangt.

Sowohl meinen Bachelor of Laws als auch meinen Master of Science im Bereich Human Resources habe ich dann berufsbegleitend gemacht.

Welchen Tipp würdest du einem Neueinsteiger oder interessierten Quereinsteiger geben, der auch Employee Relations Partner werden will?

Ich würde immer empfehlen, keine spezielle Funktion im Auge zu haben sondern einen Richtung. Durch praktische Erfahrung und die Möglichkeit, an spannenden Projekten zu arbeiten, entwickelt jeder Mensch automatisch Präferenzen.

Meine waren beispielsweise immer sehr herausfordernde Fälle, die sonst niemand lösen konnte. Und damit ich sie lösen kann, habe ich mir neues Wissen angeeignet. Eine kaufmännische Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann sowie ein Fachwirt, um Kenntnisse über alle personalrelevante Prozesse und Abläufe zu erhalten, kann zusätzlich helfen.

Vielen Dank, Emre!

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

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