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Twitter sperrt (irrtümlich) Accounts, die über den Krieg in der Ukraine berichten

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unsplash.com/ Jeremy Bezanger
geschrieben von Fabian Peters

Während russische Truppen in die Ukraine vorrücken, gelten vor allem die sozialen Medien als wichtige Informationsquelle vor Ort. Doch nun hat Twitter offenbar irrtümlich User gesperrt, die über die Situation in der Ukraine berichten. Auch die Konten einiger Forscher sind betroffen. 

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Twitter irrtümlich Konten gesperrt, die über die aktuelle Kriegssituation in der Ukraine berichten. Das bestätigte demnach auch ein Unternehmenssprecher in einem Statement gegenüber der Agentur:

Wir haben proaktiv nach aufkommenden Narrativen gesucht, die gegen unsere Richtlinien verstoßen, und in diesem Fall haben wir irrtümlich eine Reihe von Konten gesperrt.

Dabei handelt es sich dem Vernehmen nach um rund ein Dutzend Accounts, die Tweets über die russischen Militärbewegungen in der Ukraine gepostet haben. Twitter betonte jedoch, dass die Aktion weder auf koordinierte Bots noch auf vermeintliche Massenmeldungen anderer User zurückzuführen sei. Vielmehr würde es sich um einen Irrtum handeln.


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Twitter sperrt Accounts, die über Krieg in der Ukraine berichten

Laut dem Tech-Magazin The Verge, sollen auch die Accounts einiger Forscher betroffen sein, die via Twitter über die Situation vor Ort berichteten. Demnach hätte die Plattform das Konto des Forschers Kyle Glen für zwölf Stunden gesperrt.

Dieser stellte nach seiner Sperre anschließend via Tweet in den Raum, dass es kein Zufall sei, dass mehrere Accounts, die Situation in der Ukraine berichten würden, gesperrt worden seien.

Zudem wandte er sich direkt an den Twitter-Support und fragte, was die Plattform gegen einen vermeintlichen Missbrauch seines Meldesystems tun wolle. Zudem äußerte auch der Analytiker Oliver Alexander, dass sein Twitter-Account innerhalb von 24 Stunden zweimal gesperrt worden sei.

Soziale Medien: Eine wichtige Informationsquelle in Krisengebieten

Vor allem in Krisenzeiten spielen soziale Netzwerke wie Twitter mitunter eine wichtige Rolle als Informationsquelle. Aktuelle Lage- und Situationsberichte aus Krisengebieten via Social Media dienen dabei oftmals auch als Quelle für die traditionellen Medien.

Solche Tweets und Berichte sind auch unter dem Begriff Open Source Intelligence (OSINT) bekannt. Dabei beziehen Nachrichtenmedien Informationen unter anderem aus frei verfügbaren und offenen Quellen wie Twitter und Co., um in Folge einer Analyse neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Twitter Accounts: Durchsetzungsmaßnahmen vs. Overblocking

Der aktuelle Fall von Twitter verdeutlicht dabei vor allem die negativen Aspekte von internen Mechanismen und Richtlinien, die eigentlich vor Falschinformationen sowie Hass und Hetze im Netz schützen sollen. Ein Sonderfall, der unter den Begriff Overblocking fällt. Damit ist das ungerechtfertigte Löschen oder Sperren von Inhalten in den sozialen Medien gemeint.

Yoel Roth, Twitters Leiter für die Integrität von Websites, tweetete, dass die Plattform den Fall genau untersuchen wolle. Massenmeldungen würden dabei keine Rolle spielen: „Wir lösen keine automatischen Durchsetzungsmaßnahmen auf der Grundlage des Meldevolumens aus, niemals, gerade weil das so leicht zu manipulieren wäre.“

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mittwald

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Studierte Germanistik & Politikwissenschaft and der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master). Hat unter anderem bereits für die Frankfurter Rundschau sowie die Magazine Pressesprecher und Politik&Kommunikation geschrieben.

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