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Australisches Unternehmen will selbstladenden Elektrozug bauen

Fortescue, Elektrozug, Infinity Train
Fortescue
geschrieben von Fabian Peters

Das australische Bergbauunternehmen Fortescue will einen Elektrozug entwickeln, der sich während der Fahrt selbst auflädt. Der sogenannte Infinity Train soll die bisherigen Dieselloks des Unternehmens ersetzen und den Abtransport von Erzen nachhaltiger gestalten. 

Das australische Bergbauunternehmen Fortescue hat die Übernahmen des britischen Batterieherstellers Williams Advanced Engineering (WAE) bekannt gegeben. Laut einem offiziellen Blogbeitrag wolle der Konzern Tausende neue Arbeitsplätze schaffen und in die Dekarbonisierung investieren.

Teil der Pläne ist dabei auch ein Elektrozug, der sich während der Fahrt selbst aufladen soll. Dieser sogenannte Infinity Train (Unendlichkeitszug) solle perspektivisch die bisherigen Dieselloks des Unternehmens ersetzen und den Transport der abgebauten Erze des Bergbauunternehmens nachhaltiger gestalten.

Infinity Train soll Dieselloks ersetzen und Erze transportieren

Der britische Batteriehersteller WAE, der sich auf die Entwicklung von Akkus für batteriebetriebene Rennfahrzeuge spezialisiert hat, solle laut Fortescue künftig überwiegend unabhängig und eigenständig agieren. Als erstes gemeinsames Projekt haben die beiden Unternehmen derweil den Infinity Train angekündigt.

Perspektivisch wolle Fortescue seine abgebauten Erze demnach fortan ausschließlich mit Elektrozügen transportieren und seine bisherigen Dieselloks stilllegen. Die hauseigene Eisenbahngesellschaft Fortescue Railwail wird ihr Schienennetz dazu jedoch nicht elektrifizieren.

Elektrozug soll Bremsenergie zurückgewinnen

Vielmehr soll der Infinity Train über Akkus mit Strom versorgt werden. Da der Elektrozug die notwendige Energie zudem selbst erzeugen soll, benötigt er keine zusätzliche Ladeinfrastruktur. Der Unendlichkeitszug soll nämlich durch die Rückgewinnung von Bremsenergie elektrischen Strom gewinnen und damit seine Motoren antreiben.

Die Batterien fungieren wiederum als Zwischenspeicher. Da die Strecke von der Erzmine von Fortescue bis zur Küste überwiegend abschüssig verläuft, könne der E-Zug auf dem Hinweg den Strom erzeugen, den er für die Rückfahrt benötigt. Technische Einzelheiten über den Infinity Train sowie das Antriebssystem nannten die beiden Unternehmen jedoch nicht.

Entwicklung des Infinity Train genießt absolute Priorität

Die Entwicklung genieße laut einvernehmlichen Angaben jedoch absolute Priorität. Andrew Forrest, Gründer und Vorsitzender von Fortescue äußerte dazu: „Der Infinity-Zug wird nicht nur Fortescues Bestreben beschleunigen, bis 2030 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, sondern auch unsere Betriebskosten senken, Wartungseffizienzen und Produktivitätsmöglichkeiten schaffen“.

Laut Forrest wolle das Unternehmen Wirtschaft und Politiker:innen weltweit zu der Einsicht bringen, „dass fossile Brennstoffe nur eine Energiequelle sind und dass es andere gibt, die effizienter, kostengünstiger und umweltfreundlicher sind. Die Welt könne und müsse „ihre hochgradig umweltverschmutzende, tödliche Epoche hinter sich lassen, wenn sie nicht gestoppt wird.“

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

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