Unterhaltung

Netflix will offenbar noch in diesem Jahr Werbung einführen

Netflix Werbung, Netflix, Streaming, Account-Sharing
unsplash.com/ Sayan Ghosh
geschrieben von Fabian Peters

Berichten zufolge will Streaminganbieter Netflix offenbar noch in diesem Jahr Werbung auf seiner Plattform einführen. Das Unternehmen will dem sogenannten Passwort-Sharing außerdem einen Riegel vorschieben. Beide Maßnahmen gelten als Reaktion auf die zuletzt veröffentlichten enttäuschenden Quartalszahlen. 

Netflix veröffentlichte im vergangenen Monat die schlechtesten Quartalszahlen seit Langem. Denn erstmals seit zehn Jahren musste der Streaminganbieter einen Rückgang der Abonnements verkraften. Die Netflix-Aktie erlebte daraufhin einen regelrechten Kurseinbruch von über 40 Prozent.

Nur kurze Zeit später verblüffte der Streamingdienst mit der Aussage, dass das Unternehmen werbefinanzierte Angebote grundsätzlich nicht mehr ausschließen wolle. Doch nun wird es offenbar konkreter. Wie die New York Times (NYT) mit Bezug auf Insider-Informationen berichtet, will Netflix nämlich noch in diesem Jahr Werbung auf seiner Plattform einführen.

Werbung bei Netflix: Kommt ein preisgünstigeres werbefinanziertes Abo?

Demnach wolle der Streaminganbieter noch in diesem Jahr ein preisgünstigeres werbefinanziertes Abo-Modell einführen. Das gehe laut NYT aus einer Mitteilung von Netflix an seine Angestellten hervor. Führungskräfte des Unternehmens hätten demnach geäußert, dass es das Ziel sei, ein solches Abo-Modell in den letzten drei Monaten des Jahres einzuführen.

Momentan bietet Netflix in Deutschland drei verschiedene Abonnements an: Ein Basis-, ein Standard- und ein Premium-Abo. Während das Basis-Abonnement für 7,99 Euro monatlich das Streaming auf einem Gerät erlaubt, können User mit einem Standard-Abo für 12,99 Euro pro Monat bis zu zwei Geräte gleichzeitig nutzen. Außerdem variiert die Wiedergabequalität.

Das Premium-Abo für 17,99 Euro erlaubt wiederum das Streaming auf bis zu vier Geräten gleichzeitig. Allerdings müssen sich diesen theoretisch alle in einem Haushalt befinden. Laut Informationen der New York Times will Netflix künftig jedoch eine noch günstigere Variante anbieten, die durch Werbung finanziert werden soll.

Netflix Kosten: Die aktuellen Preise in Deutschland in der Übersicht

  • Basis-Abonnement: 7,99 Euro, Geräte: 1, HD verfügbar: nein, Ultra-HD verfügbar: nein
  • Standard-Abonnement: 12,99 Euro, Geräte: 2, HD verfügbar: ja, Ultra-HD verfügbar: nein
  • Premium-Abonnement: 17,99 Euro, Geräte: 4, HD verfügbar: ja, Ultra-HD verfügbar: ja

Netflix will Account-Sharing einen Riegel vorschieben

In der Mitteilung hieße es weiter, dass jeder größere Streamingdienst mit Ausnahme von Apple über einen webefinanziertes Abonnement verfüge beziehungsweise ein solches angekündigt habe. Wann genau auch Netflix Werbung auf seiner Plattform einführen will, ist derweil unklar.

Vermutlich wird ein preisgünstigeres und werbefinanziertes Abo-Modell wie bei potenziellen Preiserhöhungen auch zunächst in den USA starten, bevor es nach Deutschland und Europa überschwappt. Um zusätzliche Einnahmen zu erzielen, will Netflix das sogenannte Account-Sharing zudem teilweise kostenpflichtig machen.

Werbefinanziertes Abonnement hat Priorität

Demnach wolle das Unternehmen gegen die Weitergabe von Passwörtern an Personen außerhalb des eigenen Haushalts vorgehen, da die Abonnements eigentlich nur das Streaming auf mehreren Geräten in einem Haushalt vorsehen. Netflix wolle die Weitergabe von Passwörtern zwar nicht unterbinden, denke jedoch über eine zusätzliche Gebühr nach.

Wie der Streaminganbieter beim Account-Sharing kontrollieren will, ob es sich um User aus dem eigenen Haushalt handelt oder eine externe Person, ist bislang unklar. Laut NYT genieße ein werbefinanziertes Abonnement jedoch zunächst ohnehin einmal Priorität.

Auch interessant: 

mittwald

Werbung


Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Studierte Germanistik & Politikwissenschaft and der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master). Hat unter anderem bereits für die Frankfurter Rundschau sowie die Magazine Pressesprecher und Politik&Kommunikation geschrieben.

Kommentieren