Amazon Care, Amazon, Gesundheitswesen

Rückschritt im Gesundheitswesen: Amazon Care hat ausgedient

Maria Gramsch
Amazon Care

Amazon prescht seit einiger Zeit im Gesundheitssektor vor. Doch nun folgt eine Kurskorrektur, denn der US-Konzern will seinen Gesundheitsdienst Amazon Care einstampfen.

Erst Ende Juli 2022 hat Amazon seinen neusten großen Zukauf im Gesundheitssektor bekanntgegeben. Für rund 3,9 Milliarden US-Dollar wechselt der Gesundheitsversorger One Medical den Besitzer und schlüpft unter das Dach des Versandriesen.

Doch nur wenige Tage später lässt der Konzern verlauten, dass er seinen Gesundheitsdienst Amazon Care einstellen will. Das geht aus einem internen Memo hervor, über das GeekWire berichtet.

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Was ist Amazon Care?

Amazon Care ist eine Art Beratung für gesundheitliche Fragen und die Notfallversorgung. Dabei gibt es keine physischen Standorte oder Arztpraxen – die Beratung findet ausschließlich online statt.

Der Konzern hatte das Projekt im Jahr 2019 mit einem Pilotprogramm für Angestellte in der Region um seinen Hauptsitz in Seattle getestet. Im vergangenen Jahr wurde der Dienst dann landesweit in den USA eingeführt und auch für Menschen außerhalb des Konzerns ausgeweitet.

Warum wird Amazon Care eingestampft?

Das Ende des Gesundheitsdienstes ist eine große Kurskorrektur, die Amazon im Gesundheitssektor vornimmt. Bereits zum Jahresende soll das Angebot eingestellt werden.

Amazon begründet die Entscheidung in der internen Mittelung damit, dass es „kein ausreichendes Angebot“ für Firmenkunden gibt. Es handle sich nicht um „die richtige langfristige Lösung für unsere Unternehmenskunden“.

Obwohl unsere eingeschriebenen Mitglieder viele Aspekte von Amazon Care geliebt haben, ist das Angebot für die großen Unternehmenskunden, auf die wir abzielen, nicht vollständig genug und würde langfristig nicht funktionieren.

Ist die Übernahme von One Medical der Grund für diese Entscheidung?

Laut dem US-Konzern hat das Aus von Amazon Care nichts mit der Übernahme von One Medical zu tun. Das Geschäftsmodell habe unabhängig von dieser Entscheidung nicht funktioniert.

GeekWire hingegen zitiert die Health-Tech-Expertin Chrissy Farr, die davon ausgeht, dass es „potenzielle Überschneidungen mit One Medical gegeben haben könnte“. Denn auch One Medical biete telemedizinische Dienste an und verkaufe diese auch an Unternehmen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.