Testbericht

Google Pixel 7 Pro im Test: Was kann das neue Google-Smartphone?

Google Pixel 7 Pro Titelbild
Bild: Google
geschrieben von Nils Ahrensmeier

Mit dem Google Pixel 7 Pro hat US-Konzern Google ein neues Flaggschiff-Smartphone auf den Markt gebracht. Wir haben das Gerät einem Alltagstest unterzogen und es auf Herz und Nieren getestet. Ein Testbericht.  

Google Pixel 7 Pro: Design und Verarbeitung

Das Google Pixel 7 Pro unterscheidet sich nur in wenigen Punkten zu seinen Vorgängern. Auf der Vorderseite finden weiterhin ein 6,7-Zoll großes Display mit Frontkamera in der Mitte sowie leicht abgerundeten Displayrändern. Im Vergleich zum Pixel 6 Pro sind die Displayränder aber deutlich weniger zur Seite abgerundet. Dadurch lass sich die Knöpfe an der rechten Seite deutlich besser bedienen.

Google Pixel 7 Pro Vergleich

Das Pixel 7 Pro hat ein neues Kameradesign. (Bild: BASIC thinking)

Die Rückseite ist nach wie vor glänzend. Vor allem in Schwarz zieht das Gerät damit aber viele Fingerabdrücke an. Es gibt das Pixel 7 Pro aber auch  in Weiß und in einem dunklen Grün mit goldenem Kameraelement. Das wiederum ist nun mit dem Rahmen verbunden und hat beim Pro-Modell noch ein zweites Loch für die Telefotokamera.

Google Pixel 7 Pro Design

Das Pixel 7 Pro hat eine glänzende Rückseite (Bild: BASIC thinking)

Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig. Mit 212 Gramm ist das Google Pixel 7 Pro aber nicht gerade leicht. Das Gehäuse besteht derweil aus poliertem Aluminium. Google spricht dabei von “100 Prozent recycltem Material”. Überprüfen können wir das nicht. Es wäre aber schön, wenn es stimmt. Das Smartphone liegt jedoch gut in der Hand. Die Rückseite aus Gorilla Glass Victus ist aber recht rutschig. Eine Schutzhülle empfehlt sich aber sowieso.

Google Pixel 7 Pro: Display

Das Google Pixel 7 Pro hat ein 6,7 Zoll großes AMOLED-Display mit einer maximalen Bildwiederholrate von 120 Hertz sowie einer höchsten Helligkeit von 1400 Nits. Das sind zumindest die trockenen Fakten. Im Alltag sieht das Display toll aus, gerade bei Videos und Apps mit viel Text kommt das große Panel zum Glänzen. In der Branche bleibt Samsung aber weiterhin der unangefochtene Spitzenreiter. Denn das Display des Galaxy S22 Ultra ist weiterhin das hellste und genaueste auf dem Markt.

Google Pixel 7 Pro Display

Das Pixel 7 Pro hat ein leicht abgerundetes, großes Display (Bild: BASIC thinking)

Die Farben sind beim Pixel 7 Pro aber sehr genau – auf einem Nivaeu mit anderen Herstellern wie Opposition oder Vivo, die übrigens alle drei ihre Displays bei Samsung einkaufen.

Die Performance

Im Google Pixel 7 Pro sitzt Googles neuester Prozessor, der Tensor G2. Dieser verfügt über einige Verbesserungen in der Grafik sowie in der AI-Leistung und Sicherheit. Denn neben dem Tensor G2 hat Google auch eine neue Version seines Titan-Sicherheitschips verbaut, den Titan M2.

Das Pro-Modell gibt es nur mit 12 Gigabyte LPDDR5-RAM-Speicher, wahlweise aber mit 128 oder 256 Gigabyte internem Speicher. Von diesem sind nur 15 Gigabyte durch das System und die Standard-Apps belegt, dadurch bleiben weit über 110 Gigabyte nutzbar. Bei der Konkurrenz sind meist über 20 Gigabyte belegt, durch viele weitere Extra-Apps und Funktionen.

Google Pixel 7 Pro Vergleich 7

Das Pixel 7 Pro hat denselben Prozessor wie das Pixel 7 (Bild: BASIC thinking)

Google hatte bereits beim Pixel 6 Pro gezeigt, wie stark es haptisches Feedback ernst nimmt. Das gilt auch für das Pixel 7 Pro. Der Vibrationsmotor ist sehr stark und präzise und so gut wie bei keinem anderen Hersteller im Android-Segment mit den Animationen verbunden.

Ein großes Problem beim Pixel 6 Pro war die Hitzeentwicklung des Prozessors. Dieser wurde immer wieder schnell warm. Das Problem ist in meiner Testphase nicht mehr aufgetreten, lediglich beim Laden kann sich das Gerät erhitzen. Der Fingerabdrucksensor war einer der größten Kritikpunkte am Pixel 6 Pro. Außerdem: eine fehlende Gesichtsentsperrung.

Nach meinen Tests wurde der Fingerabdrucksensor definitiv schneller in der Entsperrung, ist aber weiterhin unzuverlässig und definitiv langsamer als bei vielen Konkurrenten. Die Gesichtsentsperrung wurde nun hinzugefügt, ist aber nicht sicher genug, um für Banking-Apps genutzt zu werden. Es ist aber eine willkommene Funktion.

ANGEBOT

Google Pixel 7 Pro: Sound

Das Pixel 7 Pro hat zwei Lautsprecher, die für ein Flaggschiff-Telefon gerade so ausreichend sind. Vor allem im Vergleich zu einem Galaxy S22 Ultra oder einem Xiaomi 12 Pro merkt man ein starker Qualitätsunterschied. Die Lautsprecher werden zwar laut, doch sind dann ein wenig blechern. Der Bass wirkt wenig detailliert.

Google Pixel 7 Pro Lautsprecher

Das Pixel 7 Pro hat zwei Lautsprecher. Einen unten am Gerät, einen in der Hörmuschel. (Bild: BASIC thinking)

Einen Kopfhöreranschluss gibt es nicht. Der einzige physische Anschluss ist der USB-C-Port für die Stromversorgung und externe Geräte wie Kopfhörern. Die meisten Kopfhörer werden aber direkt beim Anschalten vom Smartphone erkannt und können mit einem Klick verbunden werden. Google nennt diese Funktion „Fast-Pair“.

Die Kameras

Die Google Pixel Smartphones haben sich in den vergangenen Jahren einen starken Ruf bei den Kameras aufgebaut. Sie haben über Jahre hinweg aus den verbauten Kamerasensoren das Maximum herausgeholt, vor allem durch Software-Algorithmen. Das Pixel 7 Pro knüpft genau an diese Tradition an und übernimmt hauptsächlich das Kamera-Setup aus dem Pixel 6 Pro.

Wir finden weiterhin eine 50-Megapixel-Hauptkamera vor, die in einem Ring neben einer 12 Megapixel Ultraweitwinkellinse sitzt. Im Gegensatz zum normalen Pixel 7 hat das Pro-Modell auch eine 48 Megapixel Telefotokamera, die separat in einem Kreis verbaut wurde.

Kameras

Das Pixel 7 Pro hat fast identische Sensoren zum 6 Pro, doch ein neues Design (Bild: BASIC thinking)

An den Sensoren selbst hat sich wenig geändert. Die Ultraweitwinkelkamera hat nun einen größeres Sichtfeld sowie einen Autofokus, die Telefotokamera einen größeren Zoom. Die großen Neuerungen bringt aber die Software. Denn Google hat es geschafft, dass die verschiedenen Zoomstufen mit mehreren Kameras berechnet werden.

Dadurch soll ein zweifacher oder zehnfacher Zoom aussehen, als wäre er mit einer dezidierten Linse aufgenommen worden. Doch wie schlägt sich das Kamera-Setup im Alltag?

So schlagen sich die Kameras im Alltag

Das Pixel 7 Pro macht sehr gute Fotos mit viel Schärfe, sehr genauen Farben und vielen Details. Egal welches Objekt ich mir herausgesucht habe, am Ende kam immer ein gutes Foto heraus. Die Verarbeitungszeit scheint mit dem Tensor G2 auch deutlich schneller geworden zu sein, gerade im Nachtmodus. Dieser ist übrigens weiterhin einer der Besten im Android-Bereich.

Wir haben wieder eine Galerie mit vielen Fotos aus den Linsen des Pixel 7 Pro zusammengestellt, die ihr hier findet.

Die Ultraweitwinkelkamera macht derweil ebenfalls helle und detailreiche Aufnahmen. In der Praxis sind an den Rändern aber teilweise kleine Unschärfen zu erkennen. Die Qualität kommt am Ende des Tages zwar nicht an eine Ultraweitwinkellinse aus dem Oppo Find X5 Pro heran, gehört aber mit zu den Besten auf dem Markt.

Der Makro-Modus ist eine gute Ergänzung zu den vielen weiteren Modi, die Google bereits anbietet, es ist aber keine Funktion, die man im Alltag oft benötigt. Google hat den Modus aber intelligenter innerhalb der Kamera-App platziert, denn er wird automatisch aktiviert, sobald man nah an ein Objekt herangeht, anstatt ihn manuell anschalten zu müssen.

Die Telefotokamera ist wirklich beeindruckend, gerade weil die Qualität in fast allen Zoomstufen erhalten bleibt. Google holt aus der Linse die maximale Qualität heraus, kommt aber nicht an eigene Kameras für Zoomstufen heran, wie Samsung das tut. Gerade bei den Details sieht man einen klaren Unterschied zwischen einem “Crop” Foto von Google und einer eigenen zehnfachen Zoomkamera vom S22 Ultra.

Die Frontkamera hat nun ein größeres Sichtfeld und macht weiterhin die wohl besten Selfies im Android-Segment. Die Software erkennt selbst jedes kleinste Haar und isoliert dadurch den Kopf deutlich besser vom Hintergrund, als manch anderer Hersteller.

Google Pixel 7 Pro: Software

Das Pixel 7 Pro erscheint mit neuestem Android 13, sowie einer Garantie, dass das Gerät drei Jahre an Funktion-Updates erhält. Die Sicherheit des Gerätes vor Schadsoftware wird laut Google sogar über fünf Jahre auf dem neusten Stand gehalten, so wie bei der Vorgängergeneration oder beim Pixel 6a.

Ich persönlich hätte mir erhofft, dass durch den neuen Tensor-Prozessor das Unternehmen aus Mountain View eine Ansage in der Branche macht und die neuen Smartphones. (wie Apple) über vier bis fünf Jahre mit neuen Funktionen versorgt. Dies wäre ein großes Kaufargument für viele Kundinnen und Kunden gewesen, diese Chance hat man aber verpasst.

Software

Das Pixel 7 Pro wird mit neuestem Android 13 ausgeliefert (Bild: BASIC thinking)

Ansonsten haben wir das gewohnte Pixel-OS vorinstalliert, mit schlichter Oberfläche und vielen “exklusiven” Funktionen wie eine automatische Musikerkennung (fuktioniert wie Shazam, nur dauerhaft aktiv), eine eingebaute Übersetzerfunktion sowie Foto-Funktionen wie das magische Radiergummi.

Man muss damit klarkommen, dass Google dadurch auch Daten sammelt, wenn man die volle Bandbreite an Funktionen ausnutzen will. Ansonsten helfen die Funktionen sehr im Alltag, wenn man sie aktiviert.

Das Pixel 6 Pro hatte noch sehr viele Bugs zum Start, die das Gerät für viele schwer nutzbar gemacht haben. Diese verschwanden dann über die Monate, aus meiner Erfahrung hat das 7 Pro wenig Bugs zum Start.

Google Pixel 7 Pro: Akku

Ein großer Kritikpunkt beim Pixel 6 Pro war für mich die Akkulaufzeit und das langsame Laden. Beim Pixel 7 Pro gab es leider keinerlei Änderungen in der Hardware. Wir haben weiterhin einen großen 5000 Milliampere-Akku mit langsamen 30 Watt “Schnelladen”.

Der Akku hat im Alltag für mich länger gehalten, als beim Pixel 6 Pro. Dies scheint wohl auch durch den energieeffizienteren Prozessor zu sein. Meist kam ich am Abend mit noch 30 Prozent Akkulaufzeit nach Hause.

Am Abend muss das Gerät aber wieder an die Steckdose, eine lange Nacht ist damit nicht möglich. Wer also viel Abends unterwegs ist, oder am Abend vergisst zu laden, der wird zwangsläufig Problem mit der Akkulaufzeit haben. Google bietet aber Energiesparmodi an, dadurch verliert man aber Funktionen wie die hohe Bildwiederholrate und das Immer-An-Display.

Akku

Das Pixel 7 Pro lädt im Vergleich zu anderen Top-Smartphones sehr lange (Bild: BASIC thinking)

Das für mich große Problem ist weiterhin die Ladezeit. Betonung liegt hierbei auf dem Wort “Zeit”, denn eine volle Ladung dauert über eineinhalb Stunden (meist 90 bis 100 Minuten). Im Vergleich zur Konkurrenz von Vivo oder Oppo, die zwar etwas kleinere Akkus, dafür aber in einer halben Stunde aufladen, ist das ein sehr schlechter Wert.

Google erklärte mir, dies hätte mit der Langlebigkeit der Akkus zu tun. Hersteller wie OPPO haben aber über die letzten Jahre bewiesen, dass dies auch sehr wohl auch langlebig geht.

Drahtloses Laden ist übrigens ebenfalls möglich, dies nur in voller Leistung mit Googles eigenem Pixel-Stand. Wer seine drahtlosen In-Ear Kopfhörer laden möchte, der kann dies über Power-Share auf der Rückseite des Smartphones tun.

Zum Google Pixel 7 Pro

Google Pixel 7 Pro: Fazit

Das Pixel 7 Pro ist klar das beste Smartphone, was Google jemals auf den Markt gebracht hat. Ein hochwertiges Gerät mit einem (meiner Meinung nach) schönen Design und tollem Display. Die Kamera ist weiterhin eine der besten, wenn nicht teilweise die Beste auf dem Markt und die Software bietet viele einzigartige Extrafunktionen.

Google schafft es aber weiterhin nicht, schnelles Laden in seine Smartphones einzubauen, dieses Jahr fehlt mir auch ein absolutes “Highlight”, wodurch das Pixel 7 Pro eher wie ein Pixel 6s Pro wirkt. Der Preis ist aber mit 899 Euro sehr kompetitiv, wodurch es für viele ein sehr attraktives Angebot sein könnte.

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Über den Autor

Nils Ahrensmeier

Nils Ahrensmeier ist seit März 2022 Redakteur beim Online-Magazin BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er für MobileGeeks, das 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Nils als FSJler im Deutschen Bundestag sowie als freier Redakteur bei dem Blog "TechnikNews".

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