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TikTok gibt zu: Einzelne Mitarbeiter entscheiden, was viral geht

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unsplash.com/ Hello I´m Nik
geschrieben von Beatrice Bode

TikTok hat zugegeben, dass einzelne US-Angestellte entscheiden können, welche Inhalte viral gehen – obwohl das gegen die Unternehmensrichtlinien verstößt. Die Hintergründe.

Wie gehen Videos auf TikTok viral? Während viele nun vielleicht denken, dass die richtige Kombination aus Thema, Aufbereitung und Hashtags den erwünschten Erfolg bringt, scheinen bestimmte Inhalte aus anderen Gründen erfolgreich zu sein. Denn wie verschiedenen Medien berichten, scheinen Mitarbeiter:innen des Unternehmens im Hintergrund die Strippen zu ziehen.

TikTok-Videos gehen dank Entscheidung der Mitarbeiter viral

Wie TikTok-Sprecher Jamie Favazza gegenüber dem Forbes-Magazin kürzlich bestätigte, haben einige US-amerikanische Angestellte die Möglichkeit, Videos zu boosten. Das können sie dank der sogenannten „Heizen“-Schaltfläche.


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Mit der Funktion bewirken die Mitarbeitenden, dass ausgewählte Videos auf der „Für dich“-Seite der User erscheinen. Damit umgehen sie den Algorithmus der Kurzvideo-Plattform und generieren mehr Aufrufe für Inhalte.

TikTok-Mitarbeiter boosten Familien-Videos

Favazza erklärte, dass die „Heizen“-Funktion eigentlich dazu diene, Prominente und aufstrebende Schöpfer:innen in die TikTok-Community einzuführen. Außerdem solle so das Inhaltserlebnis der User diversifiziert werden.

Allerdings werden die geförderten Inhalte auf TikTok nicht mit einem Etikett versehen. Nutzer:innen bleibt es also verborgen, dass die Videos keinen „natürlichen“ Erfolg haben.

So haben einige Mitarbeitende des Unternehmens in der Vergangenheit die Gelegenheit ergriffen und Videos ihrer Freunde, Partner:innen und sogar ihrer eigenen Konten gepusht. Einer Quelle zufolge führte das in einem Fall sogar dazu, dass ein Konto mehr als drei Millionen Aufrufe erhielt.

Viral: TikTok wählt bewusst Gewinner und Verlierer aus

Obwohl die Vorgehensweise gegen die Unternehmensrichtlinien verstößt, machen die absichtlich geheizten Videos laut Forbes etwa ein bis zwei Prozent Aufrufe aus. Durch den absichtlichen Eingriff in den Algorithmus entscheiden die Mitarbeitenden bewusst, welche Videos Erfolg haben und welche nicht.

Denn während einzelne Videos gepusht werden, verlieren gleichzeitig Schöpfer:innen aber auch gesponsorte Marken ihren Platz im „Für dich“-Feed.

Arbeitsweise schon länger bekannt

Die Tatsache, dass TikTok-Angestellte in den Feed der Nutzer:innen eingreifen, komme allerdings nicht unbedingt überraschend. Seit Jahren gebe es Berichte, dass die Plattform Politikerinnen und Unternehmen mit Versprechungen von gesponsorten Inhalten davon überzeugt habe, den Kanal zu nutzen.

Darüber hinaus hätten andere Unternehmen, insbesondere aus der Musikbranche keinen Hehl daraus gemacht, dass sie TikTok nutzen, um ihre Marken zu bewerben. Laut Forbes haben Kund:innen sogar einen großen Ermessensspielraum bei der Entscheidung, welche Inhalte gefördert werden sollen.

Viral daneben: TikTok könnte User verlieren

Auch andere Social-Media-Kanäle nutzen diese Form der Manipulation. So soll auch Facebook beispielsweise überhöhte Zugriffszahlen nicht korrigiert haben, um Werbekund:innen und Medienunternehmen auf seine Plattform zu locken.

Ob diese Arbeitsweise allerdings so clever ist, bleibt abzuwarten. Denn andere Schöpfer:innen könnten sich davon benachteiligt fühlen und dem Unternehmen den Rücken kehren. In einer Zeit, in der die Social Media-Unternehmen um Mitglieder ringen, könnte das schnell zum Nachteil werden.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist freie Autorin und Videografin. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Nach einem Zwischenstopp als Content Creator und Reporterin bei Antenne Thüringen landete sie vor einigen Jahren als Cutterin bei der 99pro media GmbH. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC Thinking.

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