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Magenta Greenscreen: Netflix revolutioniert Greenscreen-Technologie

Netflix Magenta Greenscreen, Film, Technologie, Machinelles Lernen, ML, Künstliche Intelligenz, KI
arXiv:2306.13702
geschrieben von Beatrice Bode

Netflix hat eine neue Technologie entwickelt und kombiniert dafür Greenscreen, Magenta-Licht und Künstliche Intelligenz. Filmemacher können nun realistische Effekte in Echtzeit und mit weniger Störungen produzieren. Die Hintergründe.

Was ein Greenscreen ist, wissen mittlerweile auch Menschen, die nicht im Filmbusiness arbeiten. Produzent:innen installieren während des Filmens dabei einen grünen Hintergrund, der in der Postproduktion durch sogenanntes Alpha-Keying ausgeblendet werden kann.

Netflix hat diese Technik nun weiterentwickelt und eine neue Methode erfunden. Sie nennt sich Magenta Greenscreen und nutzt unter anderem Machinelles Lernen, um einen Teil der Arbeit im Schnittraum zu erledigen. Wie die neue Technologie funktioniert, hat das Unternehmen kürzlich in einem Aufsatz erklärt.


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Netflix nutzt Greenscreen und Magenta-Licht für neue Technologie

In dem Paper bezeichnet Netflix die Methode als „neuartige, durch Machinelles Lernen unterstützte Matting-Technik zur Aufnahme des Farbbildes eines Vordergrunddarstellers und eines gleichzeitigen hochwertigen Alphakanals, ohne dass eine spezielle Kamera oder manuelle Keying-Techniken erforderlich sind.“

Einfach gesagt, werden die Schauspieler:innen vor einem Hintergrund aus hellen grünen LEDs gefilmt, während sie gleichzeitig von vorn mit roten und blauen LEDs beleuchtet werden. Zusammen ergibt das ein magentafarbenes Glühen.

Filmemacher können visuelle Effekte in Echtzeit sehen

Digitale Kameras erfassen für jedes aufgenommene Pixel einen individuellen Rot-, Grün- und Blauwert. Damit erzielt Magenta Greenscreen den Effekt, dass ein Grünkanal nur den Hintergrund aufnimmt, während der Vordergrund schwarz erscheint. Ein Rot-Blaukanal nimmt wiederum nur den Vordergrund auf, während der Hintergrund schwarz erscheint.

Zusammen ergeben diese Kanäle das magentafarbene und grüne Aussehen. Editor:innen können diese beiden Bereiche anschließend sehr einfach voneinander trennen und den grünen Kanal in Echtzeit ersetzen. Somit können sie die Schauspieler:innen schon während des Drehs realistisch vor einem anderen Hintergrund zeigen.

Magenta Greenscreen: Künstliche Intelligenz färbt Schauspieler wieder normal

Das Problem an der Methode: Durch das Magenta-Licht erscheinen die Schauspieler:innen zunächst in einer Mischung aus Rot und Blau. Um das zu lösen, setzen die Netflix-Forscher:innen auf Künstliche Intelligenz.

In der Postproduktion können die Cutter den Grünkanal des Vordergrunds jedoch mithilfe eines maschinellen Lernverfahrens für die Kolorierung wiederherstellen. Dafür wird das Einfärbungsmodell mit einer Beispielfrequenz der Darsteller:innen trainiert, die von weißem Licht beleuchtet wurde. Die Probeaufnahme in normaler Beleuchtung wird also als Referenz genutzt.

Obwohl auch schon die bisherige Greenscreen-Technologie in der Vergangenheit fantastische Produktionen ermöglicht hat, kam es hin und wieder zu Störungen. Grüne Kleidungsstücke und auch transparente oder sehr feine Objekte wie beispielsweise Haarsträhnen führten hin und wieder zu Problemen in der Nachbearbeitung.

Um Einstellungen perfekt zu machen, verwendeten geschulte Angestellte teilweise Stunden für die Justierung der Einstellungen oder die Bearbeitung einer Aufnahme. Die neue Technik liefert derweil sehr genaue Matteffekte ohne Störungen durch die genannten Artefakte.

Netflix Magenta Greenscreen stößt auf Skepsis unter Film-Profis

Einige Expert:innen der Filmbranche betrachten Magenta Greenscreen durchaus skeptisch. So sagte Drew Lahat von der Videoprodukionsfirma Geiger Post in Kalifornien gegenüber New Scientist, dass die Branche neue Methoden zwar immer begrüße, die Technik aber viele komplexe Schritte beinhalte, die für die schnelle Natur der Film- und Fernsehaufnahmen vielleicht noch nicht geeignet seien.

Und auch Schauspieler:innen könnten auf die Barrikaden gehen. Denn in der Vergangenheit beschwerten sich viele bereits darüber, dass die Arbeit vor einem Greenscreen unnatürlich sei. Dabei nun auch noch von einem magentafarbenen Licht angestrahlt zu werden, dürfte eine doppelte Herausforderung darstellen.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.

1 Kommentar

  • Der Artikel an sich ist gut, aber wird leider durch das Gendern total zerhauen und unleserlich. Schade.