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Bougie Broke: Wie man mit wenig Geld ein Luxusleben vortäuscht

Beatrice Bode
unsplash.com/Alexander Grey

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Ein neuer Trend erobert derzeit das Internet: „Bougie Broke“. So nennt sich eine Lebensweise, die es jungen Menschen ermöglicht, reich zu leben – obwohl auf dem Konto gähnende Leere herrscht. Wir erklären, wie Bougie Broke entstanden ist und was dahinter steckt. 

Ein Luxusleben mit wenig Geld? Das verspricht ein neuer Trend namens „Bougie Broke“, der derzeit in den sozialen Medien kursiert. Vor allem untern Usern, die sich mit ihrer Finanzlage beschäftigen, ist der Trend beliebt. Denn die finanzielle Situation von jungen Menschen ist oftmals prekär.

Bougie broke: Was ist das überhaupt?

Der Begriff existiert bereits seit Längerem. „Bougie“ kommt dabei aus dem Französischen und leitet sich von „Bourgeoisie“ ab, womit eine gehobenere soziale Klasse bezeichnet wird. „Broke“ wiederum ist ein englisches Wort und bedeutet übersetzt „pleite“. Laut Urban Dictionary von 2019 beschreibt die Wortgruppe Personen, die ihr letztes Geld für Dinge ausgeben, die sie nicht unbedingt brauchen und dabei Gefahr laufen, bald pleite zu gehen.

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Nun hat die Bezeichnung allerdings neuen Auftrieb bekommen. Der begriff geht vor allem auf einige TikTok-Videos zurück. Zum Beispiel das von Influencer Josh Jacobs. Er hatte im vergangenen Jahr einen Clip gepostet, der seitdem von über 172.000 Menschen geliked und fast 30.000 Mal geteilt wurde.

Dort fragte er seine Follower: „Warst du jemals pleite, aber niemand glaubt dir, weil du nicht wie ein Pleitegeier aussiehst? Die Sache ist, dass du pleite bist, aber wie ein Bougie, der pleite ist, wie ein Broké.“ Seitdem ahmten ihn unzählige TikTok- und YouTube-User nach und nutzten seine Worte, um auch ihren eigenen Lebensstil zu präsentieren – finanziell ausgebrannt, aber mit Stil.

Wie man mit wenig Geld ein Luxusleben vortäuscht

Um ein stillvolles Leben am Rande des finanziellen Ruins zu führen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einige Trend-Anhänger schwören beispielsweise auf Heimwerker-Tricks. Besonders beliebt: Tapeten und Fliesen zum Aufkleben. Sie eignen sich besonders gut, um unschöne Mietwohnungen aufzuwerten.

Wer sich danach sehnt, neue Möbel zu kaufen, sollte sie stattdessen einfach mal umstellen, so ein weiterer Tipp. Und auch indirekte LED-Beleuchtung kann ein preiswerter Weg sein, um ein schnödes Zimmer luxuriös wirken zu lassen.

Außerdem lässt sich auch bei alkoholhaltigen Getränken sparen, ohne dass es besonders auffällt. Denn serviert man den Billig-Champagner eiskalt, schmeckt er plötzlich gar nicht mal so schlecht. Das Gleiche gilt auch für Weißwein aus dem Tetrapack.

Bougie Broke: Wie entwickelte sich der neue Trend?

Bougie Broke ist vermutlich eine humorvolle und gleichzeitig satirische Art, auf die momentane Wirtschaftskrise aufmerksam zu machen. Vor allem im Vereinigten Königreich hat die Krise der Lebenshaltungskosten zu einem Rückgang des real verfügbaren Einkommens bei gleichzeitig steigender Inflation geführt.

Und auch in Deutschland sinkt die Zufriedenheit mit den Finanzen. Laut einer statistischen Umfrage stufen etwa 22 Prozent der Menschen ihre finanzielle Lage sogar als „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“ ein.

Nach Auffassung der geschäftsführenden Direktorin für Beratung und Planung bei Wells Fargo´s Wealth & Investment Management, Emily Irwin, trage der Bougie-Broke-Trend dazu bei, lange bestehende Tabus zu brechen, wenn es darum geht, über Geld zu sprechen.

Die Videos könnten somit eine positive Auswirkung auf die Entstigmatisierung eines unangenehmen Themas haben. Vor allem, weil die Gesellschaft Menschen immer noch nach ihrem Auftreten nach Außen beurteilt.

Bougie Broke kann helfen, um Ziele zu erreichen

„Auch wenn man davon ausgeht, dass der auffällige Lebensstil eines Menschen viel Spielraum für Ersparnisse und die Verwirklichung anderer großer finanzieller Ziele lässt, ist das nicht unbedingt der Fall“, so Irwin. Diese Vorstellung zu zerstreuen, sei wirklich cool.

Zudem sei es einer der wirkungsvollsten Schritte beim Setzen von Zielen, sie jemandem mitzuteilen, so Irwin weiter. Dabei sei es egal, ob es sich um nur eine Person oder eine Million Menschen handele. Die Gewissheit, dass jemand zuhört, könne einen dazu bringen, weiterzumachen.

Während Bougie Broke im Netz immer höhere Wellen schlägt, entwickelt sich zeitgleich ein weiterer Trend – allerdings unter Menschen, die tatsächlich reich sind. „Quiet Luxury“ – zu deutsch: stiller Luxus – beschreibt die Neigung wohlhabender Menschen, sich von der Zurschaustellung ihres Reichtums zurückzuziehen. Die Folge: Geld auszugeben, könnte in Zukunft kein Signal mehr für Reichtum sein.

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Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.