Snapchat Facebook, Project Ghostbuster

„Project Ghostbusters“: Facebook hat Snapchat-Nutzer ausspioniert

Fabian Peters
Snap

Facebook hat im Jahr 2016 ein geheimes Projekt gestartet, um den Datenverkehr zwischen Nutzern der Snapchat-App und seinen eigenen Servern zu entschlüsseln. Das geht aus kürzlich enthüllten Gerichtsdokumente hervor. 

„Project Ghostbusters“: So hat Facebook im Jahr 2016 ein geheimes Projekt getauft, um den Datenverkehr zwischen Nutzern der Snapchat-App und seinen eigenen Servern abzufangen und zu entschlüsseln. Das geht aus kürzlich enthüllten Gerichtsdokumenten hervor. Der Projekt-Titel ist eine Anspielung an das Snapchat-Logo.

Dokumente enthüllen: Facebook hat Snapchat-Nutzer ausspioniert

Am 26. März 2024 hat ein Bundesgericht in Kalifornien neue Dokumente veröffentlicht, die im Zusammenhang mit einer Sammelklage von Verbrauchern gegen Facebook-Mutterkonzern Meta stehen. Sie offenbaren, dass das Unternehmen versucht hat, sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Konkurrenten zu verschaffen. Darunter: Snapchat, Amazon und YouTube.

Smarter als dein Feed

Lass dich mit unserem Tech-Briefing UPDATE bei KI und den Tech-News von morgen nicht abhängen – kostenlos täglich in der Inbox von über 13.000 Lesern.

Mehrere PDFs Mockup

Gratis zur Anmeldung:
Zugriff auf alle PDF-Guides

Mit deiner Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

Facebook wollte demnach analysieren, wie seine Nutzer mit anderen Plattformen interagieren. Das Unternehmen hat dafür sogar eine spezielle Technologie entwickelt, um die Verschlüsselung anderer Apps zu umgehen. Den Gerichtsdokumente zufolge trug das Projekt in Anspielung auf der Geisterlogo der Snapchat-App den Titel „Project Ghostbusters“.

Die Anwälte der Kläger schrieben in dem Dokument dazu, dass Facebook eine Technik zum „Abfangen und Entschlüsseln“ des verschlüsselten App-Verkehrs von Snapchat-Usern eingesetzt hat. Später sei die Technologie auch zum Ausspionieren von YouTube- und Amazon-Nutzern zum Einsatz gekommen.

Meta-Chef Mark Zuckerberg  gibt Projekt persönlich in Auftrag

In einer E-Mail vom 9. Juni 2016, die aus den Gerichtsdokumenten hervorgeht, schrieb Meta-Chef Mark Zuckerberg: „Wann immer jemand eine Frage zu Snapchat stellt, lautet die Antwort in der Regel, dass wir keine Analysen über Snapchat haben, da der Datenverkehr verschlüsselt ist“. Weiter heißt es:

In Anbetracht der Tatsache, dass sie so schnell wachsen, scheint es wichtig zu sein, einen neuen Weg zu finden, um zuverlässige Analysen über sie zu erhalten. Vielleicht müssen wir Panels machen oder eine eigene Software schreiben. Sie sollten herausfinden, wie man das macht.

Facebook hat daraufhin den VPN-Dienst Onavo eingesetzt, den das Unternehmen im Jahr 2013 übernommen hatte. Auf Zuckerbergs Anweisung hin hat das Onavo-Team sogenannte Kits entwickelt, die auf iOS- und Android-Geräten installiert werden und den Datenverkehr bestimmter Subdomains abfangen können.

Mittels Onava konnte das Unternehmen anschließend den gesamten Netzwerkverkehr von Geräten auslesen, bevor er verschlüsselt und über das Internet verschickt wurde. Laut den Dokumenten hat Facebook zunächst Snapchat-Nutzer ausspioniert und das Projekt anschließend auf Amazon und YouTube ausgeweitet.

Unser Zins-Tipp

Eröffne jetzt dein kostenloses Myntro Festgeld und erhalte 3,38 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

Auch interessant: 

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

STELLENANZEIGEN
Head of Social Media (m/w/d)
Instaffo GmbH in Mülheim-Kärlich
Paid Social Manager (m/w/d)
Instaffo GmbH in München
Intern Employer Branding, Content & Socia...
Inverto, A BCG Company in Köln
Content Manager (m/w/d)
IZ Immobilien Zeitung Verlagsgesellscha... in Wiesbaden
Content Manager Agrar (m/w/d) befristet aufgr...
Josera Erbacher Service GmbH & Co... in Kleinheubach...
Social Media Manager (m/w/d)
AUGUST STORCK KG in Berlin
Marketing Manager/ Social Media Manager (m/w/...
a.b.s. Rechenzentrum GmbH in Traunstein, Remote teil...
Werkstudent Content Creator (m/w/d) – Social ...
Kuchem Konferenz Technik Gmbh & Co KG in Königswinter
Teile diesen Artikel
Chefredakteur
Folgen
Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).